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Auerbach's Dorfgeschichten
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es schaute Mathes lange nach, und von der Schande unddem Kummer niedergedrückt, ging es gesenkten Blickesin des Schultheißen Haus. Die Frau Schultheiß!» wardie Firmgode Aivle's, dieses wollte nun nicht eher vomPlatze gehen, bis der Mathes srei wäre. Aber dießmalhalf die so einflußreiche Verwendung nichts; der Schult-heiß hatte mit Nächstem das Ruggericht zu erwarten, under wollte sich durch unnachsichtige Strenge beim Oberamt-mann beliebt machen.

Zm Verein mit dem Soges, seinem getreuen und weisenMinister, setzte der Schultheiß einen Bericht auf, und amandern Morgen in aller Frühe ward Mathes nach Horbtransportirt. Es war gut, daß der Weg nach der andernSeite des Dorfes zuging und das Aivle den Mathes nichtsah, denn es war ein erbärmlicher Anbick, wie der sonstso muthig, säuberliche Bursche jetzt so geknickt und ver-wahrlost aussah; eine einzige Nacht im Gefängnisse hatteihn so zugerichtet. Von allen Hecken, an denen Mathesvorüberkam, riß er sich im Zorne einen Zweig ab, warfihn aber stets bald wieder weg, und als er durch denTannenwald auf der Steige geführt wurde, riß er sichein Tannenreis ab und hielt es zwischen den Zähnen fest.Auf dem ganzen Wege sprach er kein Wort; es war, alsob dieses Tannenreis ihm das sichtbare Sinnbild seinesSchweigens über den Maibaum wäre, als ob dieses Reis-lein seine Zunge wie mit einem Zauber festbinden sollte.Vor dem Oberamte nahm er schnell das Tannenreis her-aus, und fast ohne es zu wissen, steckte er das Sinnbildseiner Anklage in die Tasche.

Wer nie in den Händen des Gerichts war, weiß nicht,welch' ein schreckliches Loos es ist, so auf einmal nichtmehr Herr über sich zu sein; es ist, als ob einem dereigene Körper genommen wäre. Von Hand zu Hand ge-schützt, muß man freiwillig seine Füße aufheben, um dochnur dahin zu gehen, wohin Andere wollen. Das fühlteMathes, denn er war in seinem ganzen Leben jetzt zumersten Male vor Gericht. Es war ihm so schwer und so

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