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Auerbach's Dorfgeschichten
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etwas vollkommen Schönes, damit der böse Blick keineMacht über dasselbe habe, und der Teufel, der nichts Voll-kommenes duldet, darüber beruhigt sei. Der Biß in derWange Tonele's war nur so viel, daß der Neidteufel, dernie etwas ganz und durchaus loben mag, so sein Aberdabei anbringen konnte.

Der Jäger hielt sich beim Tanze immer zum Toneleund am Abend machte er ihm noch eine Freude, wie sienoch kein Bauernmädchen von ganz Nordstetten gehabt hatte.

Der alte Baron, ein wohllebig dicker Mann, so geiziger auch war, und so sehr er auch einem Bauer, der einBündel dürres Holz im Walde holte, nachjagte, war dochsehr splendid für ein kleines Theater, das er sich auf demSchlosse hielt, und wozu er die Honoratioren der Gegendrinlud. Der Jäger erhielt die Erlaubniß, das Tonele mitzum Theater zu bringen.

Das Tonele zitterte, daß ihm die Zähne klapperten,als es mit dem Jäger den Berg hinanging, auf dem dasSchloß in alterthümlicher Weise, mit Zugbrücke, Wallund Graben steht. Still, ganz in sich zusammengeschauert,auf den Zehen gehend, trat es in den Saal, wo die Herr-schaften schon waren; es erhielt einen Platz nicht weithinter der Musik. Die Obervogtin richtete ihre Lorgnettelange nach ihm, und das Tonele saß da, schlug die Augennieder und wagte kaum zu athmen; die Narbe an derWange brannte, es war als ob der Blick der Obervogtindie Wunde wieder aufgerissen hätte. Da rauschte nach derMusik der Vorhang auf, Tonele hörte mit angehaltenemAthem zu. Es weinte bittere Thränen über das Schicksaldes armen, herzensguten Loren; Kindlein (denn dieses Stückwurde gespielt), es hätte gewiß nicht so lange gewartet,wenn es die Tochter gewesen wäre, und erst als der Vor-hang wieder fiel, entlud sich ein gewaltiger Seufzer sei-ner Brust.

Auf dem Rückwege faßte der Jäger das Tonele umden Hals und es schmiegte sich traulich an ihn, es warganz aufgelöst von der mächtigen Aufregung; es war ihm,