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Auerbach's Dorfgeschichten
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Vefele faltete die Hände, hob die Blicke himmelwärtsund sagte dann:Verzeih' mir's Wendel, aber ich hab'snicht so schlecht gemeint, ich bin nicht so schlecht, aber dieganze Welt kommt mir so vor; verzeih' mir's Wendel."

Nun sagst Du Ja?" fragte dieser.

Vefele schüttelte den Kopf verneinend, und Wendelstampfte mit dem Fuße auf den Boden:Warum dennnicht?" fragte er.

Ich kann nicht viel reden," sagte Vefele schwer ath-mend,aber verzeih' mir's, ich kann nicht; Gott wirdDir Dein Herz gewiß noch belohnen, aber gelt, jetzt redenwir weiter kein Wort mehr davon?"

Der Wendel ging weg und sagte noch in derselbenStunde dem Melchior auf Martini den Dienst auf.

Endlich kam das äußerste Unglück über Vefele. DerSchultheiß des Ortes hatte ihren Stand erfahren, undder hartherzige Mann ließ nun seinen alten verhaltenenGrimm aus; er ließ Vefele durch den Dorfschützen sagen,es müsse das Dorf verlassen und nach seinem Geburtsortezurückkehren, da sonst das Kind, wenn es hier geborenwürde, Heimathsrechte ansprechen könnte.

Vefele duldete es nicht, daß man Schritte gegen dieseGrausamkeit that, und in einer stürmischen Herbstnachtbestieg es mit Wendel das Wägelchen und fuhr nach See-dorf. Wendel suchte es auf dem Wege zu trösten, so guter konnte; er sagte, daß er sich jeden Tag darüber gräme,daß er nicht, wie er oft vorgehabt habe, den Brönnereinmal die bildechinger Steige hinabgeworfen habe, damiter Hals und Bein breche. Vefele schien fast froh, als esin Seedorf kein Unterkommen fand. Wendel bat undbeschwor es, mit ihm zu seiner Mutter nach Bohndorf zugehen; es aber gab auf alle seine Bitten kein Gehör,schickte ihn des andern Morgens nach Hause und wandertezu Fuße fort, wie es sagte, nach Tübingen. Das Mohrlewar auch mit gewesen, es wollte sich von Vefele nichttrennen lassen, und der Wendel mußte den Hund miteinem Seile unter dem Wägelchen anbinden.

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