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fort. Es schrie laut auf, und plötzlich, wie feurige Pfeileso schnell, flogen ihm die Gedanken durch die Seele: derfalsche Weg, den Brönner gefahren, das Zittern seinerHand, daß es ihm nicht ausfolgen durfte, sein langesAusbleiben — —- Mit raschen Schritten sprang Vefelean das Dachfenster und wollte sich hinausstürzen; da faßtees eine Hand von hinten, es war Melchior, der auf denSchmerzcnsschrei herbeigeeilt war. Vefele warf sich aufdie Kniee und erzählte händeringend seinem Bruder Alles.Melchior raste und wüthete; er wollte fort, alle Gerichtezu Hülfe rufen. Da fiel Vefele auf das Angesicht underzählte ihm seine Schande; Melchior sank zu ihm niederauf den Boden und weinte mit. Lange saßen die beidenGeschwister so auf dem Boden hart an einander gelehnt,laut schluchzend, ohne ein Wort zu reden, ja Beide scheu-ten sich fast, sich anzusehen. —
Wer die Menschen kennt und die Eigenthümlichkeitender Bauern insbesondere, der wird es wohl zu schätzenwissen, daß Melchior seiner Schwester Vefele nie den ge-ringsten Vorwarf über ihren Fall machte; ja, er suchte,so viel er konnte, ihren niedergedrückten Lebensgeist wiederaufzurichten. Die meisten Menschen machen sich für ihreTheilnahme bei einem Mißgeschick oder einem Fehltrittgleich dadurch bezahlt, daß sie ihrem freundschaftlichenAerger und ihren weisen Ermahnungen Luft machen. Dasmag bei Kindern oder überhaupt bei solchen Menschenam Platze sein, die nicht wissen, was ihnen geschehen oderwas sie gethan; bei Menschen aber, die den Pfeil wohlfühlen, der in ihre Brust gedrungen, ist es unvernünftig,wenn nicht grausam, den Pfeil noch um und um zu wüh-len, statt ihn sogleich behutsam und zart herauszuziehen.
Melchior berathschlagte nun mit Vefele, was zu thunsei, und sie kamen überein, daß man vorerst keinen Lärmmachen und Alles im Geheimen zn Ende führe» müsse.Mit einer Entschiedenheit, als wäre er ein ganz andererMensch geworden, forderte Melchior seiner Frau Geld ab,und wenige Stunden darauf reifte er in seinem Wägel-chen dem Brönner nach. Vefele wollte mit, es wollte fast