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Im Hause war Alles still, man hörte kein lautesWort mehr, und das Vefele waltete still wie ein Friedens-engel. Der Friede war da, aber die Freude fehlte doch;es war immer im Hause, wie wenn man Jemandenschmerzlich vermißte oder erwartete.
Nach und nach fühlte sich der Schloßbauer durch dasfreundliche Walten Vefele's so wohl, daß er wieder neuauflebte; er that gar nichts ohne die Zustimmung „desKindes," er ließ es sogar meist allein über Alles verfügen,und wenn Jemand Etwas von ihm haben wollte, sagte erimmer ruhig: „Da müsset Ihr eben mein Vefele fragen."
So lebten sie viele Jahre; Vefele hatte die erste Hälfteder zwanziger Jahre überschritten. Viele Freier stelltensich ein und hielten um seine Hand an, aber es sagteimmer, daß es nicht heirathen wolle; der Vater gab ihmrecht. Dann sagte er wieder: „Vefele, du bist zu feinfür einen Bauersmann, und wenn ich meinen Prozeß ge-winn', ziehen wir in die Stadt und ich geb' dir auch einSimri voll Kronenthaler zum Heirathsgut, und dannkannst du unter den Herren-Leuten wählen." Das Vefelelachte zwar, aber innerlich gab es seinem Vater doch darinrecht, daß, wenn es auch heirathe, es doch nie und nimmereinen Bauern heirathen wolle. Es hatte ihre Leidenschaft-lichkeit und Unversöhnlichkeit zu lange mit erduldet undhatte nun ein tiefes Vorurtheil gegen sie; es wähnte, inder Stadt, wo die Leute gesitteter und feiner wären, müß-ten sie auch besser und braver sein. Die vielen Kränkun-gen hatte es nur dadurch ertragen, daß es die Leute fürzu roh und sich selber für etwas Besseres hielt, und indemes so immer mehr über das Bauernleben nachdachte, hieltes sich selber nicht nur für besser als die Andern, sondernauch für höher stehend und vornehmer. Das war seingroßes Unglück.
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Man irrt sich gar gewaltig, wenn man glaubt, aufdem Lande da könne man ganz ungestört allein für sich