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die Kniee reichte, war zur Hälfte von der weißen Schürzebedeckt; überall, an den Schultern wie an den Enden derkurzen Hemdärmel flatterten rothe Bänder. Die.„Stöckle-schuhe" mit den hohen hölzernen Absätzen in der Mittegaben dem ohnedieß schwankenden Gange Vefele's nochetwas Unsichereres. Dennoch, als es unter dem Klängeder Musik und dem Abfeuern der Pistolen neben feinerSchwester zur Kirche ging, erschien Vefele so liebreizend,daß Jeder es gerne als die Braut angesehen hätte. -—
Wer weiß, wo die beiden Söhne des Schloßbauernwaren, während dieser mit den Seinen fröhlich beimHochzeitsschmause saß! Niemand gedachte ihrer. NurVefele schaute einmal lange unverrückt drein; es war, alsob es nichts von alle dem sehe, was um es her vorging;es war, als ob sein Blick durch die Wände dringe undsuchend Hinausschweife ins Unendliche — es gedachte seinerfernen Brüder. —>
Kaum zwei Monate später feierte auch Melchior, derdritte Sohn des Schloßbauern, seine Hochzeit. Er hatteauf des Agathle's Hochzeit seine Braut, die einzige Tochterdes Engelwirths von Ergcnzingen, kennen gelernt unvsich mit ihr versprochen. Obgleich Melchior, noch sehrjung und kaum ein Jahr älter war als Vefele, beschleu-nigte man doch die Hochzeit, denn man fürchtete, er müssesonst auch mit in den Krieg. Melchior zog nun auchfort aus dem Dorfe und Vefele blieb allein im Hause.Die Mutter kränkelte, ein stiller Gram zehrte an ihremLeben. Sie wollte ihren Mann immer dazu bringen, daßer Alles verkaufe und aus dem Dorfe weg zu einem seinerKinder zöge; der Schloßbauer aber gab ihr so heftigeAntworten, daß sie nicht mehr davon reden durfte. Dahatte das Vefele traurige Zeiten, denn es hatte immer zuvertuschen und zu begütigen. Die Kränklichkeit der Muttermachte sie noch immer gereizter und unnachgiebiger, undsie sagte oft: wenn ihr Vater noch lebte, würde sie ihremManne auf und davon gehen. — Diese Leute sahen dochschon bald das zweite Geschlecht aus ihrer Ehe hervorgehen,