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Auerbach's Dorfgeschichten
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Antwort des Soldaten, der in Gedanken so nahe zu Hausewar, so herzlich lachen, daß auch ihm Thränen über dieBacken liefen, die aber in seinem langen Schnurrbarte alsEistropfen hängen blieben.

Das ist Alles, was die Geschichte über das Leben undEnde der beiden Söhne des Schloßbauern berichtet.

Unterdessen war zu Hause Freud und Leid gemischt.Wenn ein Unglück oder ein trauriger Zustand langedauert, richtet man sich zwischen Thür und Angel wohn-lich ein; ein Mensch, wenn er gesund ist, kann nicht langedem Schmerze nachhängen, die alte Lust des Lebens blitztbald wieder in ihm auf. So wurden zu Hause Kirch-weihen und Hochzeiten gefeiert, während draußen in fernenLanden Hunderte der nächsten Angehörigen vorn Tode insein kaltes Bett gelegt wurden.

Agathle, die älteste Tochter des Schloßbaucrn, war dieBraut des Rößlewirths in Eutingen geworden; der Schloß-bauer, der mit dem ganzen Dorfe verfeindet war, mußteseine Kinder außerhalb des Ortes verheirathen.

Vefele sah am Hochzeitstage seiner Schwester gar präch-tig aus. Die Schwestern hatten im Dorfe keinen weitemUmgang, und so war Vefele die einzige „Gespiele" derBraut, und ganz so wie sie gekleidet. Es hatte die„Schappel" — eine Krone von flimmernden Silberflittern— auf dem Haupte, in die beiden den Rücken hinabhän-genden Zöpfe waren handbreite, ziegelrothe Seidenbändereingeflochten, die fast bis auf den Boden herabreichten;das ist die besondere Zierde einer Jungfrau, denn nur einesolche darf rothe Bänder im Haare tragen, ein Mädchen,„das sich verfehlt hat," muß weiße leinene Bänder tragen.Um den Hals hatte Vefele die vielreihige Granatenschnur,deren dunkle Farbe die auffallende Zartheit der Haut nochmehr hervorhob; über dem weißen Spitzen-Koller ragteein frischer Blumenstrauß aus dem scharlachrothen Miederhervor, das zu beiden Seiten von silbernen Agraffen,durch die sich Silberkettchen schlangen, gehalten war; derum und um weitsaltige blaue „Wieflingrock," der bis an