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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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es eben zum Drittenmale läutete, in die Kirche. Er zogseine weißledernen Handschuhe aus und besprengte sich mitWeihwasser. Er blickte überall in der Kirche umher, ersah nirgends das Marannele, er blieb an der Thüre stehen,auch unter den Ankömmlingen war es nicht. Der Gesangbegann, die Stimme Marannele's war nicht darunter; erhätte sie ja aus lausenden heraus erkannt. Was nützteihm nun das Staunen Aller? Es sah ihn ja nicht, füres allein war er den weiten Weg gerannt und stand erda, so fest und stramm wie gegossen. Als aber nach derPredigt der Pfarrer die Marianne Bomüller von hier undden Georg Melzer von Wiesenstetten als Brautpaar ver-kündete, da stand der Aloys nicht mehr da wie gegossen,da zitterten seine Kniee und seine Zähne klapperten. Aloyswar der Erste aus der Kirche. Er rannte über Hals undKopf nach Haus, warf Säbel und Tschako aus den Stu-benboden und versteckte sich im Heu und weinte. Einmalüber das andere kam ihm der Gedanke, sich zu erhängen,aber er konnte nicht aufstehen vor Wehmuth und Weinen;alle seine Glieder waren ihm wie zerschlagen, und danndachte er auch wieder an seine Mutter, und dann weinteer wieder und schluchzte laut.

Die Mutter kam endlich und fand ihn im Heu, sietröstete ihn und weinte mit. Er erfuhr nun, daß derJörgle das Marannele verführt hatte, und daß es hoheZeit sey, daß sie zusammen gegeben würden. Er weintevon Neuem, dann aber folgte er seiner Mutter wie einLamm in die Stube. Als er hier sein Bild ansichtigwurde, riß er es von der Wand und schmetterte es aufden Boden. Lange saß Aloys dann hinter dem Tischeund hielt sich das Gesicht mit beiden Händen bedeckt, end-lich stand er auf, pfiff ein lustiges Lied und ließ sich zuessen geben; er konnte aber nicht essen, er zog sich an undging in das Dorf. Die Nachmittagskirche war vorüber,aus dem Adler tönte die Musik zu ihm herab. Die Augenniederschlagend, gleich als müßte Er sich schämen, ging er