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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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neue mit Zinn eingelegte schöne Kunkel bekommen. Alses nun zum erstenmale damit in die Spinnstube kam undsich zum Spinnen gesetzt hatte, trat Alops vor, erfaßtedie Kunkel oben und sagte den alten Spruch:

Jungfer, derf i eu' bitte:

Lent") mi Euere Engele schüttle,

Die kleine wie die großeAuf dere Jungfere Schooße.

Jungfer, warum seiud Ihr so stolz?

Eure Kunkel ischt doch nau von Holz,

Wenn sie wär' mit Silber b'schlageNo wett' i eu' was andres sage."

Mit einer ungewohnten Festigkeit, wenn auch mituntermit Zittern, hatte Aloys den Spruch vorgebracht. DasMaranmlc schlug zuerst die Blicke in den Schooß ausScham und aus Angst, der Aloys möchte in seiner Redestecken bleiben; jetzt aber sah es ihn mit glitzernden Augenan. Nach alter Sitte ließ es darauf Spindel und Wirtelauf den Boden fallen, der Aloys hob beide Gegenständeauf und das Marannele mußte ihm für die Spindel einKnöpfle fgr Wirtel -ss ein Fastnachtsküchle

versprechen. Das Beste aber kam zuletzt. Aloys gab dieKunkel frei, und als Ablösung gab ihm das Maranneleeinen rechtschaffenen Kuß. Der Aloys schmatzte so laut,daß man ihn in der ganzen Stube hörte, und die andernBurschen ihn darum beneideten; er aber setzte sich wiederin eine Ecke, rieb sich die Hände und war mit sich undder Welt zufrieden. Das dauerte aber nicht lange, dennder Jörgli war sein Störefried.

*) Lasset.

*') Nachher wollt.

*") Schwäbische Mehlspeise.

ss) Ein Ring von beinhartem Holz oder Stein, den man in das Endeder Spindel steckt, damit man sie so beschwert besser drehen kann.