355
das-eigentlich fogenannte Wetterleuchten, wo maulagt, die Luft kühlt lieh, habe ich oft bei ganzheilerm Himmel gefeheu, wo die Luft mir gar nichtfo ausfah, als ob in 20 Meilen Entfernung ein Ge-witter feyn konnte. Was mich in diefer Meinung,das Wetterleuchten entliehe bei heiterm Himmel,beftitrkt, ift eine Lichterfcheimmg hoch über demHorizont, die ich für ein folclies Wetterleuchtenin meiner Nähe zu halten geneigt war-. Bei mei-nen im Augult 1817 augeftellleu Beobachtungenvon Slernfchnuppen nämlich, an einem fchdnenhellen Abend *), bei einem Wetter, wo man wohlWetterleuchten zu erwarten pflegt, fall ich hocham Himmel ein plötzliches,, nur einen Augenblickdauerndes Licht, das fall an derlelben Stelle er-lofch, wo es entllanden war. Diefer fchnelle Blilzaus hi-ilerm Himmel konnte in gröfserer Enller-111mg gar wohl als Wetterleuchten erfcheinen.Aehnliche Lichterfclieinungen habe ich auch foultwohl gefeheu, und da Ile .lieh von andern Stern-fchuuppen dadurch uulerfcheiden, dafs lie mehreiner grolsen, fchnell erlöfchenden Flamme (ob*gleich aucli das nicht die rechte Bezeichnung ift),gleichen**), Halt dafs andre Sternfclniuppen alsFunken oder als fortzicheude kleine Kugeln er-fcheinen: fo ift dieVermuthuiig, dafs fle eine eigen-
*) loh kann die Beobachtung nicht in meinem Beobach-tungs-Journale mit Sicherheit aufiindon, weil die Erfchei-ming dort nur als Sternfchnnppe aufgelührt ift, und dortmehrere fcliüne, glänzende Sternfcbnuppen Vorkommen.
**) T. Bergmann führt mehrere Erfcheinungen an, die erWetterleuchten nennt. Die am 12. Januar 1760 gefehene,welche von mehrern Beobachtern in Upfnla, Wa-a und Stork-holm gefehen wurde, und welche Bergmann 5 Meilen hochüber der Erde rechnet, hat am meiften mit der eien erwähn*ten Aehnlicbkeir. (Abli- der fchwed. Acad. 1760.)