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Amtlicher Bericht über die Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin im Sept. 1828 : nebst e. lithogr. Sammlung eigenhändiger Namenszüge der Theilnehmer
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Lähmung der Muskeln des Unterkiefers, und dadurch stetes Offenstehen des Mun-des Statt findet. Bei Pferden und Rindvieh ist das Schäumen überhaupt aber indieser Krankheit häufig. Das Geradeauslaufen der tollen Hunde ist auch nicht cha-racteristisch, und findet nicht immer Statt, sondern nur, wenn er verfolgt wird.Das Hinabsenken des Schwanzes unter den Leib findet erst im letzten StadiumStatt. Folgende Zeichen werden wahrgenommen und sind zu berücksichtigen: Zu-erst entsteht eine Veränderung des Betragens, tückische Freundlichkeit, Knurrengegen seinen Herrn, aber nicht Beifsen. Bei den Treibhunden ist der Trieb desJagens stärker. Es findet ein eigner Hang zum Fortlaufen bei geschehener Züch-tigung statt. Dieses Zeichen ist sehr zu beachten, und es geschieht bei jedem neuenParoxysmus immer wieder, denn die ganze Kranhkeit verläuft Anfangs paroxysmen-weise. Es zeigt sich ferner eine Neigung, kalte Körper zu belecken. Dieses Zeichentritt sehr früh ein. Bei der rasenden Wuth ist Neigung zum Umsichschnappen.Das wichtigste, bestimmteste Zeichen der Wuth aber ist die eigenthümliche Verän-derung der Stimme. Diese Eigentümlichkeit entsteht schon früh, und wird all-mählig immer wahrnehmbarer. Man kann bei einiger Erfahrung schon allein ander Stimme alsbald den tollen Hund erkennen. Die Veränderung besteht darin,dafs der Hund nicht mehrere Läute hintereinander hervorbringen kann. Der An-schlag geht- gleich in einen heulenden Ton über. Später wird der Ton mehr rauhund heiser, und zuletzt geht er in ein wahres Grunzen über. Ferner sind Zeichen:Die Hunde werden empfindlich gegen das Licht und drücken die Augen zu, docheine förmliche Lichtscheu findet nicht Statt. Sie fallen leicht nach vorn nieder,erschrecken und entsetzen sich plötzlich, ohne wahrnehmbare Veranlassung. Sieschnaufen Öfter, geben einen krächzenden Ton durch Gaumen und Nase von sich.Doch ist dieses Symptom für sich nicht entscheidend. Das Bewufstsein ist Anfangsnicht immer weg, dies geschieht periodisch, gleich der ganzen Krankheit. Bei derrasenden Wuth, die am öftersten vorkommt, besonders bei Spitzen, Pinschern,Teckeln, ist mehr Unruhe, und es ist bei ihnen die Möglichkeit, immer zu beifsen,weil ihr Kiefer nicht gelähmt ist Plier steht der Mund deshalb auch nicht offen.Bei der stillen Wuth hingegen ist dieses Vermögen zn beifsen, wegen der Lähmungdes Unterkiefers nicht immer vorhanden. Doch gereizt, beifsen sie auch. Ein Fie-ber entsteht erst später, und zwar in der rasenden, wie in der stillen Wuth, zu-weilen typhöser, ja selbst putrider Natur. Über den zehnten Tag, vom Anfang derKrankheit gerechnet, lebt kein toller Hund. Vorboten des Übels, als Bläschen unterder Zunge, Wasserscheu u. s. w. hat Herr Dr. Hertwig nie bemerkt. Der HerrPräsident bemerkte hierbei, dafs auch in den Moskauer Spitälern bei hydrophobi-schen Menschen sich keine Wulhbläschen gefunden hätten, wohl aber hätten sichin manchen andern Krankheiten solche Bläschen gezeigt). Bei 86 Versuchen mit