Druckschrift 
Amtlicher Bericht über die Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin im Sept. 1828 : nebst e. lithogr. Sammlung eigenhändiger Namenszüge der Theilnehmer
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

*r

Impfung des Wutligiftes durch Lancette, warmen Speichel, Blut, durch veranstalteteDisse toller Hunde an gesunde waren der letzteren etwa nur 14 toll geworden. Esgehört also hei Thieren und Menschen Disposition und Empfänglichkeit für dasWuthgift zur Erzeugung der Krankheit, denn auch von gebissenen Menschen wirdnur etwa der vierzehnte bis fünfzehnte toll. Verletzung am Kopfe scheint häufi-ger die Krankheit zu erzeugen, als an andern Stellen des Körpers. Bei Impfungmit Nervenmasse oder mit Speichel, auf Brodt eingegeben, erfolgte keine Ansteckung.Die Ansteckung in zweiter Propagation kann auch eine weitere Infection erzeugen,und ist ebenfalls zu fürchten. Bei gebissenen Hunden, die toll wurden, fand dieAnsteckung immer zwischen dem achtzehnten und fünfzigsten Tage Statt.

Die Verhandlungen der ärztlichen Abtheilung wurden durch einige Abschieds-worte des Präsidenten, Herrn Staatsralli Rehmann, geschlossen.

Während der ganzen Versammlungszeit wurde von den fremden praclischenÄrzten die hiesige Trink - Anstalt der Herren Struve und Soltmann sehrfleifsig besucht. Die Eigenthümer, als Mitglieder der Versammlung, beide gegen-wärtig, zeigten mit der gröfsten Gefälligkeit das ganze Verfahren bei künstlicherBereitung der unterschiednen Arten von Mineralwassern, und gaben von den er-wünschten Erfolgen, die sich bei der sehr allgemeinen Benutzung der Anstalt erge-ben haben, ausführlich Rechenschaft.