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Amtlicher Bericht über die Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin im Sept. 1828 : nebst e. lithogr. Sammlung eigenhändiger Namenszüge der Theilnehmer
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die Kranke schon Lichtschimmer. Darauf Anwendung nochmaliger Venesection,öfterste Wiederholung von Blutigeln, Fonlanell am Arme und Abführungen vonCalomel und Jalappe. Nach ohngefähr einem Monat konnte das Mädchen schonlesen. Bemerkenswerth ist, dafs nach jeder Yenesection alsbald auffallende Besserungdes Sehvermögens unmittelbar nachher eintrat. Ein andrer Fall war eine amau-rotische Ambliopie, die ebenfalls durch die antiphlogistische Methode geheilt wurde.

Herr Dr. Bremer aus Berlin, Director der Pockenimpfungs-Anstalt, theiltEiniges über Vaccination mit. Im April 1827 schickte er, auf Ersuchen derBaierschen Gesandtschaft, Lymphe aus der Impf-Anslalt nach München. Nach Be-richten der einzelnen Baierschen Kreis -Regierungen waren die Impf-Erfolge dieserLymphe alle vorzüglich günstig ausgefallen. Herr Dr. Bremer findet die Ursacheder vorzüglichen Güte seiner Lymphe in Folgendem begründet, nemlich: 1. DieLymphe wird immer am siebenten Tage aufgenommen. 2. Es werden möglichst we-nige Fusleln bei einem Kinde geöffnet, und immer nur an einem Arme. HerrDoclor Bremer bemerkt hierbei noch, dafs im hohen Sommer der Erfolg der Im-fpung schlechter, die Pusteln verkümmerter seien. Ferner: aus einer Pustel dürfeman höchstens an 20 Kinder die Impfung übertragen. In Hinsicht der Methode,die Lymphe aufzubewahren, sei die beste die Aufbewahrung in den Bretonneau-schen Haarröhrchen. Sie auf Fäden auffangen oder zwischen Platten auf bewahren,sei zu verwerfen. Die Berliner Yaccinations - Anstalt besteht nun 25 Jahre, undsind über 7000 Kinder darin geimpft. Die ursprüngliche Englische Original - Lymphewirkt immer noch fort, ist bis jetzt ohngefähr 1300 Mal im Körper reproducirtworden und hat noch immer gleiche Kraft. Der Herr Präsident bemerkt schliefs-lich noch, dafs nach seinen Erfahrungen in Sibirien die Kälte zerstörend auf dieKraft der Impf-Lymphe zu wirken scheint.

Es wurden noch vorgelegt: Hr. Dr. Stahls in Hannover Entwurf einesna turgemäfsen Verfahrens, Krankheiten z u h e i 1 e n , und desselben Ideen zurAufstellung eines allgemeingültigen Naturgesetzes; beides Bücher, die derVerfasser zur diesjährigen Versammlung eingesandt hat.

Sechste Sitzung: den 27. September.

Es wurden folgende Vorträge gehalten:

Herr Dr. Sachs aus Berlin spricht über ein von ihm erfundenes elasti-sches Ligatur-Werkzeug, welches folgende Vortheile haben soll: 1. Ist es mit-telst einer damit verbindbaren elastischen Röhre in allen Fällen und an allen Stel-len des Körpers anwendbar, z. B. in dem Schlund, in der Nase u. s. w. 2. Istzu jeder Zeit die Schnur fest angehallen. 3. Wird dadurch der Zweck der Ope-ration, die Durchschneidung, schneller erreicht. 4. Wird stets und deutlich ange-