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Amtlicher Bericht über die Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin im Sept. 1828 : nebst e. lithogr. Sammlung eigenhändiger Namenszüge der Theilnehmer
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Wechselfieber eben so gut wie Chinin , ohne clafs es mehr reizend wirke, wie Bailliglaubte, und ohne dafs es, wie Guttermann äufsert, in gröfsern Dosen nölhigund unsicherer in seiner Heilkraft sei. Es wäre demnach der Gebrauch des Cincho-nins dem des Chinins vorzuziehen, wegen der gröfsern Wohlfeilheit des erstem Mit-tels. Herr Dr. Wutzer gab das Cinchonin- Pulver zu 1 bis 2 Gran pro closi.b) Chininum, und zwar a) Cliininum purum , zu dessen Anwendung er durch Jour-nal-Berichte aus Pavia bewogen wurde. Er gab es zu 1 Scrupel in 1^ Unze Al-coliol, alle 2 Stunden zu 20 bis 40 Tropfen. Schon nach der ersten Gabe wurdehäufig der Paroxysmus schwächer, und nach der zweiten bis drillen blieb er ganzweg. Er gab es auch in Pulverform zu 1 bis 2 Gran alle 2 Stunden. Er brauchtedann zur vollen Kur 8 bis 12 Gran. In einem Falle waren nur 3 Gran nölhig.Der Magen wurde nie durch dieses Mittel belästigt, ß ) Chininum muriaticum wurdevon Hrn. Dr. Wutzer in Pulverform zu 1 bis 2 Gran alle 2 Stunden gebraucht.Doch ist zu bemerken, dafs dieses Pulver leicht feucht wird, daher ist die Formals Auflösung in spiriluösem Zimmt- oder Pfeffermünzenwasser zweckmäfsiger, undzwar zu 1 Scrupel in \ Unze Fluidum zu 20 bis 40 Tropfen alle 2 Stunden. DieWirkung ist dem Chininum purum gleich. Das Resultat dieser Chinin - Untersuchun-gen ist, dafs alle Arten des Chinins gleiche Wirkung im Wechselfieber haben, welchesauch der Herr Dr. Sundelin aus Berlin durch seine Versuche mit Chininum ace-ticum gefunden haben will, c) Piperin, darüber äufsert Herr Dr. Wutzer, dafser dieses nie ganz rein von Principium acre konnte dargestellt erhalten, worin ihmder anwesende Droguist Herr Batka aus Prag beistimmt, gegen die Erfahrungenvon Pelletier und Cavendau. Herr Dr. Wutzer gebrauchte das Piperin imWechselfieber zu 2 bis 3 Gran ohne Nutzen, und selbst den Dosen von 6 bis 10 Granwiderstanden viele Fieber. Das Piperin ist demnach ein unsicheres, theures Mittel,und wird die Febris intcrmittens selbst durch den rohen Pfeffer sicherer geheilt.Herr Geh. Medicinal-Ralh Dr. Wendt spricht bei dieser Gelegenheit über denrohen Pfeffer als ein gefährliches Mittel, und führt einen Fall an, wo dem starkenGenufs der Tod folgte. Die Section zeigte nur eine ganz schwache streifenweiseRöthung der innern Magenwand; der Tod konnte also nicht wohl dadurch, son-dern wohl eher durch Nervenreizung erfolgt sein. Da eben von Mitteln gegendas Wechselfieber gesprochen wurde, so bemerkte Herr Batka, dafs nach ihm vonBrera geschehenen Miltheilungen das aus Verona empfohlne Mittel gegen Wechsel-fieber wahrscheinlich Salicin sei.

Herr Hofrath Dr. Sulzer aus Ronneburg spricht über den Nachtheil,der in Krankheiten aus falscher Schaam entstehe, und führt einige da-durch geschehene traurige Fälle aus seiner Praxis an.