45
seinen genauen Beobachtungen sich nach dem Tode durch Blausäure ein Geruchderselben im Gehirn vorfinde, wenn das Thier länger, etwa 10 Minuten wohl,mit dem Tode gerungen habe, niemals aber fände sich dieser Geruch im geöffne-ten Gehirne, wenn die Dosis Blausäure so stark gewesen, dafs sie das Thier blitz-ähnlich getödtet. Um jeder Geruchsläuschung vorzubeugen, habe er alsbald nachdem Tode den Kopf abgeschnilten, und ihn in einem andern Zimmer geöffnet.
Herr Doctor Ascherson aus Berlin spricht über giftige Pilze und überdie Einwirkung des Bodens, Clima’s u. s. w. auf deren Natur, so dafs oft dieselbeArt in einer Gegend sich giftig, und in der andern unschädlich zeigt. HerrGeh. Medicinal-Ralh Wendt stimmt diesem Ausspruch nach eigner Erfahrung bei.Herr Staatsrath Rehmann äufsert bei dieser Gelegenheit, dafs seit 8 Jahren, indenen er die Direclion des Medicinal-Polizeiwesens im Russischen Reiche ausübe,ihm kein Fall von Vergiftung durch Schwämme vorgekommen sei. — Herr DoctorAscherson bittet um Mittheilung von Erfahrungen darüber.
Herr Geheime-Ratb. Merrem aus Cöln ladet die Anwesenden auf MorgenVormittag 9 Uhr aufs anatomische Theater ein, zur Besichtigung eines stealomalö-sen Uterus und einiger andern Präparate.
Dritte Sitzung: den 23. September.
Zuerst macht der Herr Präsident den Vorschlag, einige schwierigere Krank-heiten gemeinschaftlich in ihrem Wesen und ihrer Behandlung genauer zu beob-achten, und dafs nach Verlauf eines Jahres in der nächsten Versammlung der deut-schen Naturforscher und Ärzte ein Jeder der jetzt Anwesenden seine etwa darübergemachten Erfahrungen mündlich oder schriftlich mittlieilen möge. — Der Vorschlagwird allgemein Angenommen, und folgende Krankheiten werden zur Forschung dar-über gewählt: 1. Diabetes, in Hinsicht seiner ursprünglichen Beziehung und na-
mentlich in Betreff der Leichenbefunde. 2. Scabies, und zwar hinsichtlich einerzu erforschenden Methode, dieselbe sicher aus grofsen Anstalten zu vertilgen. 3. Mor-bus caeruleus, und 4. Angina pectoris.
ln Betreff der in der vorletzten Sitzung von Hrn. Professor Dr. Lieh tens Lädtvorgelragenen Bemerkungen über die gegenwärtige Nomenclatur der Arznei-mittel wird wieder deliberirt, ohne zum Beschlufs zu kommen. Der Herr Prä-sident bemerkt, dafs Herr Slaatsrath Dr. Hufeland sich darüber freue, dafs dieservon ihm schon früher angeregte Gegenstand wieder aufgenommen werde.
Hierauf werden folgende Vorträge gehalten:
Herr Regimentsarzt Direclor Dr. Wützer aus Münster trägt seine gemach-ten Erfahrungen über die Anwendung des Cinchonins, einiger weniger gebräuch-lichen Arten des Chinins und des Piperins vor, und zwar a) Cinchonin heilt das