11
Damit von den kostbaren Stunden dieses kurzen Beisammenseins keine der Erfüllungpolizeilicher Vorschriften geopfert zu werden brauche, bat die wohlwollende Behörde ange-ordnet, dafs für diesen Fall Ausnahmweise die Meldung durch die Geschäftsführer genüge.Jedes der Mitglieder ist daher von der Gestellung auf dem Fremden-Bureau und der Lösungeiner Aufenthalts-Karte befreit.
Aus den Händen der Geschäftsführer erhalten die Mitglieder eine Einladungskarte zu denVersammlungen, die ihnen den freien und ausschliefslichen Zutritt zu diesen und den natur-historischen und medicinischen Anstalten der Residenz .und Universität sichert.
Die Museen der letztem sind an den Tagen der öffentlichen Sitzungen in den Stunden,die diesen vorhergehn, (von 8 bis 10) den Mitgliedern sämmtlich geöffnet und dienen so langeauch zur Vereinigung der Gelehrten von gleichen Fächern. In denselben SLunden bietet dasLesezimmer der Königl. Bibliothek (Eingang vom Opern-Platz im Erdgeschofs) den Mitglie-dern seinen vollständigen Vorrath von gelehrten Zeitschriften dar, in dem es auch an denseltnem ausländischen, ja aufsereuropäischen nicht fehlt.
Wegen des Besuches der übrigen hiesigen Institute und Sammlungen, welche für Natur-forscher und Arzte Interesse haben, sind die Vorsteher derselben um ihre Bestimmungenersucht worden und den Wünschen auf das Freundlichste entgegengekommen.
Demnach wird das C liari te - Krankenhaus von dem darin wohnenden Staabs-Arzt,Hm. Dr. Elze, täglich, mit Ausnahme des 21 slcn Septembers, in den Stunden von 8 bis 10 Uhrgezeigt werden.
Herr Geheime Medicinal-Rath, General-Staabs-Arzt, Ritter Dr. von Gräfe, wird fürden Besuch des chirurgisch - klinischen Instituts der Universität (in der Zicgel-slrafse Nr. 5.) eigene Einlafskarten für die Stunden von 4 bis 5 Uhr ausgeben.
Die Entbindungs-Anstalt der Universität, unter der gegenwärtigen Leitung desHerrn Dr. von Siebold (Oranienburger Strafse Nr. 29.) wird den Besuchen der ArzteMontag, Mittwoch und Freitag von 7 bis 8 Uhr Morgens und 5 bis 6 Uhr Abends geöff-net sein.
Im Taubs lummen - Insti tut (Linienstrafse Nr. 105.) will der Director, Herr Pro-fessor Grafshoff, die Fremden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 10 Uhrempfangen, im Blinden - Institut (Georgen-Kirchhof Nr. 12.) der Director, Herr ProfessorZeune, Montag, Mittwoch, Sonnabend von 9 bis 10 Uhr.
Die Königl. Kunst-Kammer im Schlofs kann auf vorherige Meldung bei demDirector, Herrn Professor Henry (Bebrenstrafse Nr. 40.), Mittwoch, Donnerstag, Freitagund Sonnabends Nachmittag 4 Uhr, doch jedesmal nur von einer kleineren Anzahl von Per-sonen, besichtigt werden.
Das Gewerbe-Institut (Klosterstrafse Nr. 4.), unter der Leitung des Herrn GeheimenOber-Finanzrath Beuth, wird Mittwochs und Sonnabends von 7 bis 10 Uhr besucht werdenkönnen; die Eisengicfserei vor dem Oranienburger Thor täglich, mit Ausnahme des Sonn-tags, von 4 bis 7 Uhr.
Die für jetzt noch abgesonderte Königliche, vormals Sollysche Gemälde-Sammlung(Behrenstrafsc Nr. 68.) wird deren Aufseher, Herr Dr. Waagen, täglich von 8 bis 10 Uhrzu zeigen die Gefälligkeit haben.
Leider kann ein ebenfalls wichtiger Theil der Königl. Gemälde-Sammlung, die vormalsGiustinianische, nicht gezeigt werden, indem in den Räumen, die sie einstweilen imAkademie-Gebäude einnahm, jetzt die Kunst-Ausstellung Statt findet, die den Fremdenindessen manchfachen anderweitigen Kunst-Genufs darbietet.
Die öffentlichen Versammlungen finden in dem Saal der Sing-Akademie zwischen 10 und2 Uhr, driuehalb Iris drei Stunden lang Statt (länger oder kürzer nach Maafsgabe der zu
2 *