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10 (1830) Schw bis Sz
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Schweden und Norwegen ^

auf jener Seite durch enge Schluchten, größtenthcils in der Richtung von Nordwest,nach dem Rheine hin, und bilden mit demselben bei ihrem Einflüsse »inen mehr oderweniger spitzen Winkel. Sanft rieselnd schlängeln sse sich hingegen auf der östlichenSeite in mancherlei Krümmungen durch leicht abfallende Wiesengründe der Donauund dem Neckar zu. Unter den vielen Thälern, die diese Flüsse bilden, ist daSMurgthal wegen seiner Naturschönheiten berühmt. DaS ganze Gebirge desSchwarzwaldes ist Urgebirge, sein Gerippe durchaus Granit, seine höher» Punktemit Sandstein bedeckt, von wenig untergeordneten Gebirgslagen begleitet u. ringsumvon Flötzgcbirgen umgeben. Am Fuße des Gebirges, vornehmlich am westlichenAbfalle desselben, erscheint der Gneis. Porphyr und Thonschiefer findet sich aufmehren Höhen des Schwarzwaldes, deßgl. Silber, Blei, Kupfer, Eisen, Kobalt,Mineralwasser; groß ist der Reicbihum an Waldungen, besonders Nadelholz. DerFruchtbau ist mühsam und beschrankt sich auf Sommerroggen, Hafer und Kartof-feln. Im Süden, auf dem Abhange der Berge gegen den Rhein, auf dem nördli-chen Abfall gegen Pforzkeim und in mehren Thälern der Murg, Kinzig, Schütter re.gedeihen auch Winterfrüchte, Obst und an einigen Orten Wein. I» den Vertiefun-gen , und wo nur immer das Quellwasser hingelcitet werden kann, unterhält manfette und wohlgewasserte Wiesen. Die Viehzucht ist daher der vorzüglichste Zweigder schwaczwaldischen Landwirthschaft. Auf dem eigentlichen Gebirge sieht manwenige in Städtchen und Dörfer zusammengezogene Gemeinden. Die meisten be-stehen aus zerstreuten Höfen und Häuschen, deren Bauart von der anderwärts ge-wöhnlichen sehr abweicht. Das Dach ragt weil hervor und hängt tief herab. Unterdem Dache führen zu den finstern Schlafgcmächern äußere Gänge nach der LängeDes Hauses. Unter diesen Gangen ist der Boden vor und hinter dem Hause bis un-trer die Dachtraufe wie eine Brücke mit Holz belegt. Auf dieser Hausbrückc gehtman, vom breiten Hausdache geschützt, zu den Ställen, zu den Milchhäusern, zudem Brunnen, der keinem Hause fehlt. Die Tenne oder Scheuer ist oben im Hauseunmittelbar unter dem Dache, und die Einfahrt muß auf einer von der Erde schiefanlaufenden Brücke geschehen. Man fährt und drischt also Menschen und Thierenüber den Köpfen. Da der Schwarzwalder im Allgemeinen haushälterisch und spar-sam lebt, so ist er bei aller Armulh des Bodens nicht arm. Zufrieden mit Dem, was§r aus seiner Landwirthschaft erzeugt, verwendet er wenig auf Bedürfnisse, die nur§in besserer Boden befriedigt. Insoweit dieNaturcrzeugnisse zu seiner Nahrung nichthinreichen, schafft er sich Rath durch seinen Handelsgeist und Kunststeiß. Überhaupt Üverrälh der Schwarzwälder viel natürlichen Scharfsinn und Verstand. Ohne alle !Gewerkkennlniß lebte derselbe bis zum 17. Zahrh. Erst die Kriege jener Zeit entwi- !«ketten nach und nach in ihm den Keim zu einer größer» Betriebsamkeit und Bildung.Seitdem hak sich der Glas- und Strohhuthandel und besonders die Verfertigungvon hölzernen Uhren und a. Holzwaaren und der Handel damit ausgcbreitet. Jähr-lich werden über 180,000 Stück Holzuhrcn, worunter auch viele Kunst- und Spiel-uhren, verfertigt, und der Werth derselben beträgt über eine halbe Mill. Gulden.

Zu Neustadt und zu Furtwangen ist der Mittelpunkt des durch ganz Europa undAmerika ausgebreiteten Uhrenhandels. Zwei Passe des Schwarzwaldes sind inden fcanz. Nevolutionskrieacn sehr bekannt geworden: der Kniebis und die Hölle.

Der erstere ist auf der Grenze zwischen Baden und Würtemberg, an der Quelle derMurg und mit 3 jetzt in Ruinen liegenden Schanzen. 1796 und 1797 wurde die- ^ser Paß von den Franzosen eingenommen. Der andere Paß, die Hölle, bekanntDurch den Rückzug Morcau's 1796, ist ein enges, von hohen Gebirgen eingeschlos-^ncs Thal in der Gegend von Neustadt, an der Straße von Freiburg nach Donau-eschingen. «

Schweden und Norwegen, oder, wie die beiden vereinigten König- sreiche jetzt auch amtlich genannt werden, Skandinavien, bilden die über