Druckschrift 
10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
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>Schwab (Johann Christoph), k. würtcmberg. Geh. Hofrath und Oberstudien-rath, geb. d. 10. Der. 1743 zu Jlsfeld im Würlcmbecgischen, woselbst sein Va-ter Beamter war, hatte zu Tübingen Philosophie und Theologie studirt. Nach-dem er 11 I. hindurch Erzieher in der franz. Schweiz gewesen war, wo er sich mitdem Geiste der franz. Sprache innigst vertraut gemacht und zugleich die mathemati-schen Wissenschaften gründlich studirt hatte, berief ihn 1778 der Herzog Karl Eugen >an die in Stuttgart neu errichtete hohe Schule. Von Friedrich d. Gr. erhielt S.i» Folge seiner Preisschrift:Über die Ursachen der Allgemeinheit der französischenSprache und die wahrscheinliche Dauer ihrer Herrschaft", 1785 einen Ruf nachBerlin, als Mitglied der Akad. derWissenschaften und Prof. bei derbwole inilitaire.Seiner Entschließung sah der König mit solcher Ungeduld entgegen, daß er an je-dem Posttage seinen Vertrauten im Fache derWissenschaften, Merian, befragte:ob noch keine Nachricht von S. gekommen sei?" S. zog cs vor, in derHci-math zu bleiben, und erhielt zu einiger Entschädigung die Stelle eines Geh. Secre»tairs für die franz. Ausfertigungen mit einem ausgezeichneten Charakter. Unterdem Herzoge Ludwig Eugen wurde S. Vorstand des geheimen Cabinets, trat abernach dem Tode dieses Fürsten (1795) in seine vorige untergeordnete Amtsstelle frei-willig zurück. Als ein Beweis seiner Uneigennützigkeit muß bemerkt werden, daßer volle 30 Jahre hindurch die Geschäfte eines Geh. Secretairs ohne weitere Be-lohnung nach ihrem ganzen Umfange versah; und dennoch überließ er sich demDrange seines Geistes nach wissenschaftlichem Forschen. Sein Werk über Euklid'SData ist ein Beweis seines entschiedenen Talents in diesem Gebiete des Wissens;noch im höhern Alter ersann er eine neue Theorie der Parallellinien. Als Philosophwar S. einer der eifrigsten und letzten Verfechter des Leibnitzisch > Wölfischen Sy-stems. Fünf gekrönte Preisschristcn zeugen von der ehrenvollen Stelle, die er un-ter Deutschlands Gelehrten einnahm; besonders ausgezeichnet ist die SchriftÜberdie Fortschritte der Metaphysik in Deutschland seit Leibnitz's und Wolf's Zeiten".Die Akademien von Berlin und Petersburg, auch die batavische Gesellschaft zuHarlem, nahmen ihn zu ihrem Mitgliede auf. Mit vielen der ausgezeichnetstenMänner seiner Zeit stand er in freundlicher Berührung, z. B. mit dem GrafenHertzberg, mit Mendelssohn, Lesage, Kästner, Wieland, Cuvier (seinem dank-baren Schüler) u. A. Im 73. I. (1816) wurde er zum Mitgliede des Obcrstu-dienraths ernannt; er versah dieses Amt bis an sein Lebensende mit dem regstenEifer für alles Gute und Nützliche. Der Tod überraschte ihn am 42. Jahrestageeines vielfach beglückten ehelichen Bundes, am 15. April 1821.

Schwab (Gustav), jüngster Sohn des Vorigen, geb. zu Stuttgart d. 19.Juni 1792, erhielt seine erste Bildung theils auf dem dortigen Gymnasium,thcils durch seinen Vater. Von 1809 14 studirte er in Tübingen Philosophieund Theologie. Im Sommer 1815 bereiste er Norddeutschland und fand nament-lich in Berlin an Fouquö,''Franj Horn und andern Dichtern und Gelehrten thcil-nehmende und für seine Poesie anregende Freunde. Er hatte damals nur erst we-nige lyrische Versuche in Kerner'sPoetischem Almanach" für 1812 und Uhland'sDeutschem Dichterwald" von 1813 bekanntgemacht, welche indessen genügten,seinen poetischen Beruf außer Zweifel zu setzen. Der 1811 aus Paris zurückge-Conv.-Lex. Siebente Ausl. Bd. X. s- I