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920 Syrische oder chaldäische Christen System
ment der griech. und lat. Hirten. Die erhöhte Kunst vermehrte die Zahl der Pfei-fen, machte sie sorgfältiger und befestigte sie mit Ringen. Noch jetzt sind die Sp-ringe in Italien (ähnlich den Papagenopfeifcn) hin und wieder üblich.
Syrische oder chaldäische Christen nennen sich die Nestorianer,weil sie sich bei ihrem Gottesdienste der alten syrischen Sprache bedienen, in der sieauch das N. Test, besitzen. Diese christliche Rcligionspartei bildete sich im 5. Jahrh.durch die kirchliche Vereinigung der Anhänger des Nestorius (s. Sekten), der431 auf der Synode zu Ephesus wegen s. Weigerung, Marien Gottesgebärerinzu nennen und den Glauben an 2 Naturen in Christo aufzugeben, excommunicirtworden war. Obgleich die Lehre von 2 Naturen in Christo bald nachher in dasBekenntniß der rechtgläubigen Kirche ausgenommen und der MonophysitismuS(s. Monophysiten) für ketzerisch erklärt wurde, blieben die Nestorianer, dienun einmal Marien nur Christusgebärerin nennen wollten, doch in der Verban-nung , und ordneten gegen das Ende des 5. Jahrh. ihre Kirchenverfassung unterdem Schutze des Königs von Persien, zu dem sie sich geflüchtet hatten. Die übri-gen Christen in Persien schlossen sich 499 ihrer Kirche an, und mit glücklichem Er-folge breiteten sie ihr Glaubensbekenntniß im östlichen Asien weiter aus, wo diesogen. Thomaschristen (s. d.) sich mit ihnen vereinigten. Im 11. Jahrh.bekehrten sie die tatarische Völkerschaft, deren christlicher Regent u. d. N. PriesterJohannes aus der Geschichte bekannt ist; sein Volk blieb auch, nachdem es 1202von Dschingis-Khan unterjocht worden war, unter mongolischer Hoheit bei dem Ne-storianischen Glauben, und bis in das 14. Jahrh. gab es auch im Mittlern undnordöstlichen Asten Nestorianische Gemeinden, deren Christenthum sich erst wäh-rend der Kriege des Eroberers Timur verlor. Selbst bis nach China sollen die Ne-storianer das Christenthum gebracht haben, wie man aus einem in China Vorge-fundenen christlichen Denkmal vom I. 781 schließt, und die Verwandtschaft desLamaismus mit dem Christcnthume wird ebenfalls von dem Einflüsse Nestoriani-scher Missionen abgeleitet. Die Oberhäupter der syrischen Christen sind erblichePatriarchen. Der vornehmste dieser Patriarchen residirte im ü. Jahrh. zuerst zuBabylon, jetzt hält er sich zu Elkesch bei Mosul in Mesopotamien auf und führtden Titel KatholikoS; unter ihm stehen 5 Bisthümer. Dieser und ein andrerNestorianischer Patriarch zu Diarbekir in Syrien erkennen jetzt den Primat desPapstes an und sind mit ihren Gemeinden unirte Nestorianer, welche ebenso, wiedie unirten Griechen, ihre alten Gebräuche beibehaltcn haben. Nur der Priesterehehaben sie entsagen und den Glauben an 7 Sacramente annehmen müssen. Übri-gens stimmen Lehre und Gottesdienst der Nestorianer ganz mit denen der ortho-doxen griech. Kirche überein, und nur der Duldung von Bildern in ihren Kirchen,wo man allein das Kreuz sieht, haben sie sich stets entgegengesetzt. Nicht unirt istdagegen der syrische Patriarch zu Giulamork im hohen Gebirge von Akaria, nebstden unter ihm stehenden Bischöfen und Gemeinden. — Die syrische Spracheist eine semitische und für das Studium des Hebräischen wichtig. Die Lehre der-selben wurde zuerst von Michaelis dem Vater, dann von dem Sohne 1748, hier-auf von dem Schweden Agrell wissenschaftlich, seitdem aber vorzüglich durch v.Andr. Theoph. Hoffmann in Jena („Krammatie» Luisen", Halle 1827,4.) tieferbegründet und ausgebildet. L.
System, Zusammenstellung, bezeichnet 1) in subjectiver Bedeutung ») diebegriffsmäßige Anordnung verschiedener Gegenstände zu einem zusammenhängen-den Ganzen, was man richtiger Classification nennt, oder b) die logischeEntwickelung eines Mannigfaltigen der Erkenntniß aus oder nach Grundsätzen zueinem in sich geschlossenen Ganzen; 2) in objektiver Bedeutung den Gegenstandselbst, die Mehrhci-t gleichartiger Dinge, welche in dem Zusammenhänge einesGanzen und seiner untergeordneten Theile stehen, oder darein gestellt werden. Im