Druckschrift 
10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
Seite
919
Einzelbild herunterladen
 

Syrlnx 81 S

?s,ls der biblischen Geschichte sind derBerg Tabor u. der Älberg bekannt. Syrienhatseiner natürlichen Beschaffenheit nach 3 Haupttheile, die Hochfläche od. das Plateauöstlich vom Gebirgszuge, den breiten Gebirgszug und den schmalen Küstenstrich oderdie syrische Seekante. Die erste Region besteht aus weitläufigen Steppen-, Sand-und Felsflächen und ist eine wenig unterbrochene Ebene, 2000 F. über dem Meere.Sie hat kalte Winter und steht den trockenen Nord- und Nordostwindcn offen. DieRegion des Gebirgszuges wird von der vorigen durch den Jordan und Orontcs ge-schieden und erhebt sich an der Westseite dieser Flüsse steil mit unzähligen Klippen-wänden, Langenthälem und Querschluchten. Alle Ostabfälle dieses Gebirgszugesgegen die Wüstenseite sind nackt und bieten bloß traurige Bergeinöden dar, indeßdie Westabhänge die reizendsten, wasserreichsten Gegenden bilden, den mildesten,fruchtbarsten Boden haben und sehr bevölkert sind. Die dritte Region, der Küsten-strich, unterscheidet sich durch geringe Breite, große Fruchtbarkeit, schwüle Hitze unddurch ihr ungesundes Klima von den beiden erster». An Bewässerung fehlt es Sy-rien nicht, obgleich es keinen Hauptfluß hat. Die bemcrkenswcrthesten sind derOrontes und der Jordan. Bon Seen sind bekannt: das tobte Meer und der SeeLiberias (in der h. Schrift das Meer Kinnareth), der See Genezareth u. s. w. DaSLand hat alle Getreidearten, Mais, Reis, Sesam, Durra (eine Art Gerste), Oli-ven, Datteln, Granatäpfel, Citronen, Pomeranzen, Feigen, Pfirsichen, Aprikosen,Äpfel, Pflaumen, Johannisbrot, Pistazien, Wein, Taback, Eicheln, Eypressen, Le-dernwie oft nennt die Schrift nicht die Ccdern des Libanon! Maulbeerbäu-me, Mastix, Baumwolle, Büffel, Schafe mit Fettschwänzen, Ziegen, Gazellen,Kameele, Gemsen, Schweine, Bienen, Seidenwürmer und an den Küsten die Pur-purschnecke, Eisen, Marmor und Kalk. Die Einwohner (2,400,000) sind Grie-chen, Araber, Türken, Juden, Franken, Armenier, Turkomanen, Kurden, Bedui-nen-Araber, Ruschowanen, Ansarier, Maroniten, Drusen und Motualis. Die all-gemeine Landessprache ist die arabische nach verschiedenen Mundarten, nur dieSoldaten und die Mitglieder der Regierung sprechen türkisch; von der alten syri-schen Sprache ist nirgends mehr eine Spur. Auf den Bewohnern liegt schwer dieDespotie der Pforte; nur die Drusen und Maroniten befinden sich besser unter ih-rem Fürsten. Überall herrscht Unwissenheit und Aberglaube. Bücher sind die größteSeltenheit. Das Land (nach Cannabich 2300 sUM.) wird in 4 Paschaliks zuHaleb, Tripoli, Akre und DamaSk eingetheilt. An dieses Land knüpfen sich großeErinnerungen. Hier ist das gelobte Land der Hebräer, die Wiege der christlichen Re-ligion, hier haben abwechselnd und zu verschiedenen Zeiten Assyrer, Juden, Grie-chen, Parther, Römer u. s. w. gekämpft: Ninus, Semiramis, Sesostris, Alexan-der, Pompejus, Marius, Antonius, Eäsar, Titus, Aurelius, Gottft. v. Bouillonund die christlichen Helden; in unfern Zeiten Napoleon. Jetzt ist von diesen Thaten,sowie von aller frühem Cultur, keine Spur mehr.

Syrinx. 1) Eine Najade, T- des Flusses Ladon in Arkadien. Pan ver-liebte sich in sie, und da sie s. Verfolgungen nicht mehr auszuweichen wußte, weil dieGewässer des Ladon ihr den Weg verschlossen, so rief sie die Schwestern um Hülfean, welche sie in Schilfrohr verwandelten. Als der Gott seufzend und wehklagendam Ufer stand, wehte der Wind aus dem bewegten Rohr süßklagende Töne, die mitzauberischer Gewalt sein Herz durchdrangcn, und um das Vergnügen sich, so oft erwollte, machen zu können, schnitt er aus dem Schilfe sich eine Pfeife, welcher er denNamen Syrinx gab. Daher erhielt 2) eine Art Pfeifen, welche aus 7, mittelstWachs aneinandergefügten Röhren von verschiedener Größe, ursprünglich aus soviel Halmen von Schilfrohr zusammengesetzt war, denNamenSyrinx. ObgleichPan nach den spätem Dichtem der Erfinder dieser Pfeife sein sollte, so war sie dochschon dem Homer und Hesiodus bekannt, ehe die Sage vom arkadischen Pan sichnoch verbreitet hatte. Die Vröhrige Pfeife war übrigens ein gewöhnliches Jnstrii-