Syphax SyrakuS 017
auch die Erkenntniß eine synthetische genannt, welche nicht aus bloßem Nachden-ken, oder bloßer Zergliederung unserer Begriffe, sondern aus sinnlicher oder höhe-rer Anschauung entspringt. Einige Philosophen nennen endlich die Verbindungdes Seins und Wissens, oder überhaupt des Realen und Idealen, die ursprüng-liche Synthese (s^ntirenia a priori). Diese aber kann entweder als speculativ ge-faßt werden, wie in dem absoluten Jdentitätssystem; oder nur als vorausgesetzlepsychologische Thatsache, wie in dem aus der kritischen Philosophie hervcrgehendenSynthetismus Krug's. 1
Syphax, König von Masäsylicn in Afrika. Im zweiten punischen Kriegeverband er sich mit den Römern, ward aber von Masinissa (s. d.) mehrmalsgeschlagen und außer Stand gesetzt, zu Scipio in Spanien zu stoßen. Bald jedochänderte sich die Lage der Sachen. Masinissa wurde von einem Usurpator desThrones beraubt, und S. kehrte unter Begünstigung dieser Umstande nicht nur ins. Staaten zurück, sondern es gelang ihm sogar, indem er Roms Vündniß ver-ließ und sich den Carthagern anschloß, das Reich des Masinissa zu erobern. Um-sonst bemühte sich Scipio, das Bündniß zwischen S. und Rom wiederherzustellen.S., dem Hasdrubal seine früher mit Masinissa verlobte Tochter, Sophonisbe(s. d.), zur Gemahlin gegeben hatte, erklärte sich, als Scipio und Masinissamit Heeresmacht in Afrika erschienen, öffentlich fürCarthagos Bundesgenossen undstellte furchtbare Heere auf, wurde aber geschlagen und selbst gefangen genommen.Der Tod rettete ihn, wie Livius erzählt, von der Schmach, von Scipio imTriumph aufgeführt zu werden; dagegen sagt Polybius, dessen Angabe allerdingsGewicht hat, denn er war vertrauter Freund des Scipio, er sei mit in dem Fesir-zuge des Triumphators gewesen.
Syrakus (S/racusae), die ehemalige Hauptst. Siciliens, an deröstli-chen Seite desselben am Meere, mit einem größerer (äußern) und einem kleinern(innern) Hafen an der Stelle des jetzigen Siragosa, gehörte zu den größten undprachtvollsten Städten der alten Welt, indem ihr Umfang gegen 180 Stadienoder gegen 6 deutsche Meilen betrug. Sie bestand eigentlich aus 4 Städten, de-ren jede mit einer besondern Mauer umgeben war. Die äußerste derselben hießAkradina und erstreckt« sich am weitesten gegen Morgen. Ihre Mauer war außer-ordentlich stark, der Marktplatz sehr groß und auf allen 4 Seiten mit Säulenhallenumgeben. Mitten auf dem Marktplatze stand das Prytancum oder NathhauS,und der prächtige Tempel des Jupiter Olympius. Auch befand sich hier ein großerPalast, worin der Höchsts Gerichtshof seinen Sitz hatte. Ferner die Stadt Tycheoder Syche mit dem Gymnasium und dem Tempel des Glücks, wovon sie ihrenNamen hatte; die neue Stadt oder Ncapolis, mit einem Amphitheater, demschönen Tempel der Ceres und Proserpina, und dem festen Schlosse Olympium,das nach einem prachtvollen Tempel des Jupiter Olympius benannt war. DieInsel Ortygia enthielt einen königl. Palast, der späterhin der Sitz der römischenStatthalter war, und die herrlichen Tempel der Schutzgöttinnen der Stadt, derMinerva und Diana. Syrakus, um 735 v. Chr. von den Korinthern unter demHerakliden Archias gegründet, bildete einen eignen, und zwar den mächtigstenStaat auf Sicilien, dessen Geschichte sich die Geschichte der ganzen Insel anschließt.AlS daS Volk den Adel (die Geomorcn oder Gamoren) vertrieben hatte, bemäch-tigte sich Gelon (s. d.), Tyrann von Gela, der Stadt, und bevölkerte und ver-größerte sic, indem er die Einw. deS zerstörten Kamarina hierher verpflanzte.Durch ihn gelangte die Stadt zu Macht und Glanz. Ihm folgte sein BruderHicro l. (s. d.), zwar nicht so gut wie Gelon, aber doch ein Beschützer derWissenschaften. Er eroberte Naxos und Katana und starb 467 v. Chr. SeinBruder, Thrasybulus, ward nach 10 Monaten wegen seiner Grausamkeit vertrie-ben, die Demokratie (466 v. Chr.) eingefühct, und zum Andenken der erlangte^