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10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
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916
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Gegenstandes) unter der Vorstellung eines Ganzen auffaßt; weßhalb man auchdie Einheit einer solchen Vorstellung synthetische Einheit nennt. Die Verstandes-thätigkeit aber, welche Begriffe, Urtheile und Schlüffe bildet, sangt mit Trennungdes Gegebenen (Analyse) an, und insofern ist jeder Begriff eine analytische Einheit,denn er verbindet das Unterschiedene, und verknüpft, was an mehren Dingengleichförmig ist (das Gemeinsame), nach vorhergegangener Absonderung desselbenvon dem Gegebenen; und insofern ist die Synthesis eine mittelbare, ein Zusam-menfassen des durch Abstraktion Gewonnenen. Da aber auch aus Begriffen selbstdurch Zusammensetzung Begriffe gebildet werden, so nennen Einige auch die Bil-dung eines Begriffs durch Zusammensetzung aus andern die logische Synthesis.Sie ist eine Wiedervereinigung des vordem Getrennten, und wird schicklich Deter-mination genannt, weil durch Verknüpfung gegebener Begriffe die allgemeine Vor-stellung beschrankt oder bestimmt wird. Ein Begriff, der auf diese Weise gebildetwird, heißt auch ein gemachter; die Erklärung eines solchen aber wird, da derBegriff erst mit ihr selbst durch Verbindung wesentlicher Merkmale entsteht, einesynthetische Erklärung genannt. Solcher synthetischen Definitionen be-dient sich vorzüglich die Mathematik. Ist aber der Begriff ein gegebener, d. h. ist seinInhalt durch eine sinnliche oder Vcrnunftanschauung erworben worden, so kann ernur analytisch desinirt werden, welches geschieht, wenn man das Gegebene analy-sirt, oder den Begriff in seine Bestandtheile auflöst. Solche analytische Erklärun-gen gibt vorzüglich die Philosophie, deren Begriffe auch schon in der Sprache be-zeichnet sind, und wo es also der Nachweisung bedarf, welchen Begriff man miteinem gegebenen Worte beim richtigen Denken verbinden soll. Man redet auchvon analytischer und synthetischer Deutlichkeit. Erstere ist die, welche durch Zer-gliederung eines gegebenen Begriffs, letztere diejenige, welche durch Hinzusügungimmer neuer Merkmale, oder Verbindung der Bestandtheile eines Begriffs selbstentsteht. Ein Urtheil nennt man Synthese, wenn es entgegengesetzte Behauptun-gen (Satz These und Gegensatz Antithese) verbindet. Davon ist verschiedendie Bedeutung des Ausdrucks synthetisches Urtheil, welcher sich auf dieEntstehungSart des Urtheils bezieht. Ein synthetisches Urtheil ist ferner ein solches,dessen Prädicat nicht schon im Subjecte liegt, sondern erst mit dem Subjecte ver-bunden wird, z. B. dieses ist Schnee. Hier wird also ein Gegenstand allererstunter einen Begriff gestellt, dagegen ein Urtheil analytisch (zergliedernd) ist, wennsein Prädicat schon in dem Subject enthalten ist, und also das Urtheil durch Ent-wickelung oder Zergliederung dcS Subjects entsteht; z. B. das Thier ist ein orga-nisches Geschöpf. Hier wird ein Begriff einem Begriffe untergeordnet, der alsMerkmal in ihm enthalten ist. Man sagt daher, synthetische Urtheile erweitern dieErkenntniß, analytische verdeutlichen oder erläutern sie nur, und alle analytischenUrtheile setzen synthetische voraus. Weßhalb, wenn von dem Ursprünglichen un-serer Erkenntniß die Rede ist, die von Kant in seinerKritik der reinen Vernunft"aufgeworfene Frage: Wie sind synthetische Urtheile a priori möglich? so wichtigist. Ebenso redet man von synthetischen oder analytischen Schlüssen und Bewei-sen. Ein synthetischer oder progressiver Beweis ist ein solcher, der von den Grün-den zu den Folgen, oder von dem Allgemeinen zum Bcsondern (durch Determina-tion) fortgeht, ein analytischer oder regressiver, der von den Folgen zu den Grün-den hinaufsteigt oder zurückgeht. Hieraus ergibt sich auch der Sinn des Ausdruckssynthetische und analytische Methode (vgl. d. und Vortrag); jene ist dasjenigeVerfahren in der Wissenschaft, das von den Principien oder Grundsätzen anfängt,und aus ihnen das Besondere ableitet, wie dies streng in der Mathematik geschieht.Doch pflegen die Mathematiker selbst Synthesis denjenigen Theil der Mathematikzu nennen, welcher die Beweise der schon gegebenen Sätze enthält, Analysisss d-) aher diejenige Lehre, welche die Sätze aussucht. Nach diesem Allen wird