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Synagoge 607
Symptome können entweder von dem Kranken allem bemerkt werden, wie z. B.der Schmer; und alle, die in einer veränderten Empfindung beruhen, oder zugleichauch vom Arzte, wie z. B. alte, die in'einer krankhaften Bewegung bestehen; dieerstem werden gewöhnlich sudjeclive, die letztem objective genannt. Je weiter eineFunction oder ein organisches System durch den Organismus verbreitet ist, destohäufiger wird cS als der Sitz und Grund krankhafter Erscheinungen auflceten, destomehre Krankheiten werden dasselbe natürlich verändern müssen; daher geschieht cchdaß das Nerven-und Gefäßsystem, sowie das der Häute, allerdings in den mehrstenKrankheiten angegriffen werden und als Träger der Symptome erscheinen; dahergeschieht es ferner, daß die Erregbarkeit, das Gemcingefühl, die Ernährung, diesich durch den ganzen Organismus verbreiten, auch so häufig und leicht durchKrankheiten verändert werden, und in diesen Veränderungen Symptome darlegen.Finden sie sich in dem ursprünglich angegriffenen Organe, so heißen sic idiopathi-sche; werden sie dagegen durch die Sympathie der Theile in andern und entferntenOrganen erregt, so werden sie consensuelle, sympathische genannt; endlich hat auchdie Krankheitssorm, sowie alle die individuellen Eigenschaften und Lagen der Kran-ken, die die Form der Krankheit verändern (Temperament, Alter, Geschlecht, Le-bensart, Gewohnheit u. s. w.), auf eine Veränderung der Symptome in einer undderselben Krankheit einen lehr namhaften Einfluß. Sie werden ferner nach einerandern Eintheilung unterschieden in Symptome der Krankheit, Symptome der Ur-sache und Symptome des Symptoms. Erstere sind solche, die von der Krankheitt selbst herrührcn; sie können wesentliche, idiopathische oder auch consensuelle sein.Die Symptome der Ursache dagegen sind die, welche von der Ursache der Krankheitzufälligerweise auch mit hervorgcbracht werden; wenn von einer Erkältung z. B.eine Brustentzündung herrührt, so kann eben diese Ursache wol auch zu gleicher ZeitSchnupfen, Husten, rheumatische Schmerzen Hervorbringen; als die Hauptkrank-heit wird ihrer Wichtigkeit wegen die Brustentzündung angesehen, der Schnupfen,Husten u. s. w. sind Symptome der Ursache. Sie bilden natürlich, wenn sie wich-tiger werden, Eomplicationen. Die Symptome des Symptoms endlich rühren vonirgend einem einzelnen Symptome her; Erbrechen z. B., welches ein Symptomgastrischer Fieber ist, kann Schmerzen, Blutspucken u. s. w. hcrvorbringcn. Das-jenige Symptom, welches zur Erkenntnis; irgend einer Krankheit vorzüglich vielbeiträgt, wird pathognomisch genannt. Scheint endlich ein Symptom zur Ent-> scheidung der Krankheit etwas bcizutragen, so heißt es activ; passiv hingegen sindalle die andern, die diese Eigenschaft nicht haben.
Synagoge (gricch. Versammlung), auch Judenschule, wird der Ort ge-nannt, wo die Juden sich am Sabbath und den Festen versammeln, um ihre Ge-bete zu verrichten, das Alte Testament zu lesen und freie Vorträge über ihre Reli-gion zu hören, wie auch diese Versammlung selbst. Entstanden sind die, ursprüng-lich nur zum Unterricht, seit der Zerstörung des Tempels durch die Römer aber auchzum Gottesdienste bestimmten Synagogen erst nach der Rückkehr aus der babylo-nischen Gefangenschaft. Sic sind jetzt die einzigen kirchlichen Anstalten der Juden,und die in jeder Judenqemcinde dabei angestellten Beamten: ein Vorsteher oderRabbiner, mehre Älteste, und als Diener: der Vorbetcr, der Auswärter und di«^ Almosensammler. Die Liturgie des Gottesdienstes weicht wenig von der christli-chen ab, da diese den jüdischen Synagogen nachgeb,'Idet wurde. Zu den Zeiten Jesuhatte Jeder das Recht, darin Religionsvorträge zu halten, jetzt thun cs gewöhnlichnur die Rabbiner. Das Beten geschieht laut, und wenn der Vorbeter angefangenhat, von Allen zugleich; daher das disharmonische Murmeln, das den AusdruckJudenschule sprüchwörtlich gemacht hat. Seit 1810 haben gebildete Israeliten,u. A. Jakobssohn, Dav. Friedländer, der Gottcsverehrung in ihren Tempeln einezweckmäßige Form zu geben versucht und sich dabei der Landessprache bedient.