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10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
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902
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602 Symmetrie

es für untrüglich zu Hilten, und die Kirchenversammlung oder Repräsentation, dieeS aufgestellt hat, kann mit Recht sprechen: es hat dem heil. Geist und uns ge-fallen rc. So stehen auch wirklich die augsburgifche Confession und die Luther'scheBibelübersetzung als Erscheinungen da, die aus der Individualität der Verfassernicht allein zu erklären sind. Aber was sie, von gleichem Geist ergriffen, an denSymbolen geändert, das muß ebenso auch von den Gliedern der Kirche angenom-men werden, nur daß in der That alle Mal etwas sehr Schwieriges, vielleicht garUnmögliches ist, daß der Geist, der wie die Flamme des Blitzes das Gebäude desneuen Glaubens enthüllt hat. in einer bestehenden Synode langsam und stufenweise ^bessernd, das anfängliche Gebäude umschaffe und mit dem Fortgänge der Zeit fort-bilde. Die Zeit kennt schwerlich eine andre Art des Weiterbildens ihres schon aus-gebildeten Inhalts als die des allmaligen Veraltens; und dies scheint denn freilichauch das unvermeidliche Schicksal aller auf diese Weise entstandenen Symbole zusein, daß sie nach und nach mit der Kirche veralten. So sehen wir in der That jetztjene 3 Kirchen, die anfangs einander so scharf und drohend gegenüberstanden , all-mälig im Gange der Zeit an den schärfsten Ecken gleichsam mit milderndem Mooseund Flechteng-wächsen überzogen, die die FeuerkrastdecSymdole gar sehr geschwächtund gemildert haben. Ist an Vereinigung, worüber wer hätte cs glauben sollen?

in unfern Tagen viel, aber mit wenig Ernst gesprochen worden ist, ganz und garnicht zu denken: so wird dagegen kein redlicher Christ in diesen Erscheinungen disSymptome einer ailmäligenAuflösung des gegcnwärligenKirchenthums verkennen,uiid sind da wol Lehrer, die die symbol. Bücher beschwören, um nur mit der Stola rund ihren Rechten bekleidet zu werden; Laien, die Bibel und Katechismus meisternund besser machen wollen; Gelehrte, die sich für Lutheraner ausgeben, und die Lehreder symbol. Bücher in ihren Dogmatiken der biblischen entgegensetze» und in einerdritten Abtheilung noch das echte und gerechte rationalistische System mitiheilen:sind sie wol sonderlich erquickliche Erscheinungen? Für Den wol, der auch in derKälte und den Krämpfen des Todes die Anzeichen der nahen Wiedergeburt einesneuern und bessern Lebens zu erblicken gewohnt ist; aber die Tobten sollen beweintund beklagt werden! Zu einer Vergleichung der kirchlichen Symbole aller Reli-gionspartcien hat Marheineckc in s. Werke:Christliche Symbolik" (Hcidelb.

18kO), eine höchst dankcnswerthe Vorarbeit geliefert und dieser Wissenschaft einengrößer» Umfang gegeben. Ll-s-r.

Symmetrie, Ebenmaß, ist die Zusammenstimmung der einzelnen Ver- >hältnisse eines Ganzen in Hinsicht auf Maß und Zahl, oder die äußere Übereinstim-mung , die sich in dem abgemessenen Verhältnisse der einzelnen Thcile eines Gegen-standes zu einander und zu dem Ganzen sichtbar zeigt. Sie ist in der Schönheit so-nach mehr das Quantitative, was aber von dem Ausdrucke der Idee, als dem Qua-litativen, unzertrennlich ist. Sie kommt in räumlicher Hinsicht besonders an lolchcnGegenständen vor, welche man in 2 Hälften theilen kann, und zeigt sich in der Naturvorzüglich am lhi'erischen und menschlichen Körper, bei welchem, im regelmäßigenZustande, die gleichen oder ähnlichen Theile an jeder Hälfte die gleiche Stelle ein-nchmen. Die Kunst muß diese Symmetrie im engern Sinne, d. i. die ebenmäßigeAnordnung gleichartiger Theile, in denjenigen Werken nachahmen, bei welchengleiche und ähnliche Thcile nothwendig erfodert werden, und unterstützt die Wahr- ^nehmung dieser Symmetrie durch Hervorhebung eines Mittel- oder Augenpunktes,von welchem aus sich das Ganze übersehen laßt. Allein diese Noihwcndigkcil istnicht überall vorhanden, und man würde die freie Kunst in willkürliche Regeln eiii-zwängen, w«nn man festsetzen wollte, die Kunst müsse überall, um diese Symme-trie hervorzubringen, auf Ebenmäßigkeit der Theile ausgehen, statt die Symmetriein den Fällen, wo ebenmäßige Theile gefodert werden, um dieser selbst willen a»zu-wenden. Im Gegentheilc gibt es viele'Gegenstände, deren freie Schönheit ein