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Symbol
die Gewalt des Bösen in die Kirche selbst eindrang, und das Unkraut der Ketzereiwuchernd emporschoß, da bedurfte cs »euer Symbole, welche die Kirche nun imGegensätze gegen ihre abtrünnigen und widerspenstigen Kinder aufzustellen hatte,und da cs hier mehr die Lehre als das Leben galt, so mußten die Symbole, auchvornehmlich als Lehrvorschriften erscheinen, wiewol auch jene andre Art Symbolenie ganz fehlte. So ist das Ansehen der Kirche, der Synoden >c. nur symbclisch zubegreifen, und so wurde späterhin der Kelch eine sehr sinnreiche Devise der Protestant.Kirche. So lange die Kirche ihre äußere Einheit zu erhalten wußte, waren dieseLehrvorschriften in jenen Symbolen der herrlichen Kirchenversammlungen der erstenJahrhunderte enthalten. Der fabelhafte Ursprung des apostol. Symbols, nach wel-chem jeder Apostel ein Gericht auf die reichgeschmückte Glaubenstafel aufirug, istnicht weniger sinnreich, als der vermuthlich wahre, nach welchem es nur eine allmä-lige Erweiterung der Taufformel ist, den Werth und die tempocairc Nolhwendigkeitdesselben sehr schön begreiflich macht. Sehr wichtig bleibt für die ganze Kirche daSnicaische Symbol, sowie die Kirchenversammlung, welcher es seinen Ursprungverdankt, ein merkwürdiger Wendepunkt in der Kirchengeschichtc ist. Endlich wardie Zeit gekommen, wo die Kirche einer großen Wiedergeburt, um durch Verwand-lung einer hohem Entwickelungsstufe sich zu versichern, bedürftig, vornehmlich in3 Hauptparleien zerfiel, die, wol sich gegenseitig ergänzend, in ihrer Geschiedenheitaber, für eine Zeit lang wenigstens, den Eyklus des kirchlichen Lebens bestimmensollten; und wo wären nur Symbole, und zwar Lehrsymbole, nothwendigcr gewesenals gerade hier?— Lehrsymbole, für welche ihre Vertheidiger gern in den Tod zu ge-hen bereit waren! Dies war die eigentliche Zeit der symbol. Bücher, und die wirk-lich magische Kraft derselben hat sich nirgends sichtbarer erwiesen als in dem Kampfeder Protestanten gegen die Katholiken und in den Streitigkeiten der Protestantenunter sich selbst. Hier war man, ob man es auch nicht aussprach, von der Kraft desSymbolischen lebhaft ergriffen, und die Strenge, mit welcher man an dem Wortund dem Buchstaben festhiclt, und die uns in unserer weiten Entfernung von jenerlebendigen, feuerreichen Zeit als Intoleranz erscheint, war die natürlichste Folge dcSneucrwachten, jugendlichen Lebens und der gegenwärtigen Offenbarung des Allesschärfer als ein Schwert schneidenden Geistes. Das augsbucgische Vekcnnlniß,das die Protestanten auf dem Reichstage zu Augsburg (1530) Karl V. überreichten,steht als ein höchst merkwürdiges Zeichen des Widerspruchs und ein Fall und Auf-erstehen Vieler im christlichen Israel da, und mit ihm als Fahne und Feldgeschrcistritt der Lutheraner doch am Ende siegreich 30 lange, schceckensvolle Jahre. Wirbegreifen hier leicht, wie späterhin in den meisten Protest. Landern auch der Reli-gionseid, Eid auf die symbolischen Bücher, von den Lehrern derKirche gefedert wer-den konnte, was übrigens da erst nöthig sein mochte, als die Flamme des kirchlichenLebens schon zur größern Ruhe gekommen war. In Sachsen wurde er erst 1612gesetzlich geboten, nachdem vorher von den lutherischen Theologen nur die Unter-schrift der augsburgischen Eonfession verlangt worden war. In Zeiten, wo das rechteinnere Leben der Kirche schon fast ganz ausgclöscht war, hat man über die verbin-dende Kraft der symbol. Bücher gestritten. So, als der berühmte Ant. Friedr. Bü-sching ihre Gültigkeit antastete, und spater (1788), als das preuß. Religionsedictaus todtcr Asche einen Funken anzublasen vergeblich sich bemühte. Unsere Ansichtvom Symbolischen dürfte für diesen Streit wenigstens die Acten zum Spruche hin-länglich instruiren. Daß die Vertreter der Kirche das Recht haben, von Jedem, derihrer Kirche angehört, zu verlangen, daß er ihre Symbole mit allen Kräften umfasse,und mit der heiligsten Überzeugung daran festkalte, die auch den Tod nicht weigert,geht aus der Namr des Symbolischen unwidersyrechlich he,vor. Erst in und durchdas Symbol ist die Kirche entstanden, und das Symbol ist wirklich vox vsi, gött-liche Offenbarung für daS Individuum, Aem cs angehött. In dieser Beziehung Ist