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Symbol
terschied des Symbolischen und Allegorischen besonders ausfallend. Dies Letztere,das Allegorische, das im Gebiete der Wissenschaft und Kunst zu einem selbständigenDasein kommen konnte, vermochte fast gar nicht, bis zum Leben seine Wirksamkeitauszudehuen, und nur in gewissen Mystifikationen in dem Religionscultus mancherVölker aller und neuer Zeit kommen Anklange des Strebens vor. für Idee und Be-griff die Form zu erschaffen (zu allegorischen). Allein Symbol ist hier der durchgrei-fende, Alles bewegende Hebel geworden. Es ist merkwürdig, wie tief das Symbo-lische in alle Verhältnisse der Gesellschaft eingegriffe» Hai, und wie, zumal in frühe-rer, besserer Zeit, über manches fromme Gemülh ein Sinn-und Denkspruck (Sym-bol u m), den es sich zum Leitstern des Lebens, als den höchsten, unwillkürlich ge-fundenen Ausdruck seiner wahren Individualität erwählt hatte, noch viel größereGewalt ausübte, als selbst Gelübde und Eidschwur; so ist alle Bedeutung der Wap-pen, Devisen, Unterscheidungszeichen :c., die der Hofhaltung des Königs ebenso un-entbehrlich sind als den Zünften und Innungen der arbeitenden Elaffe, bloß aus dersymbolischen Natur derselben zu erklären: Ihre Gewalt muß sehr groß sein. Siesind recht eigentlich der Brennpunkt, in welchem die einzelnen Strahlen zusammen-gehcn — der indeß nicht selbst brennt, sondern dies den Strahlen überläßt, die er zu-sammenbindet. Denn wir wissen es, daß nicht nur der Soldat sein Leben an dieFahne, sein rechtes Symbol, gebunden har, sondern auch der Ritter mehr als einMal der magischen Kraft seiner Devise durch Wort und Thal Zeugniß gab, sowieder Zunftgenosse ebensowol für seine Abzeichen und Losung die blutigsten Kämpfeüber sich ergehen ließ. Selbst im juristischen Gebiete fehlt das Symbolische nicht;da gibt es z. B. eine symbolische Übergabe, z. B. die Einräumung des Besitzes einesHauses durch Übergabe des Schlüfsils re.
Am wichtigsten bleibt jedoch, von dieser Seite betrachtet, Symbol in kirchli-ch er Hinsicht, und wir scheuen uns nicht, zu bekennen, daß wir alles kirchlicheLeben da einer völligen Auflösung nahe glauben, wo das Symbolische für die Glie-der Kraft und Bedeutung verloren hat, und daß eben darum jeder kirchliche Vereinsein Symbol haben müsse, das als die nothwendige Grundlage der Erscheinung undDffenbarung des Glaubens ihn erst möglich macht. Der Herr derKirche hat selbstjene beiden Hauptsymbole —die latein. Kirche nannte das Sakramente, was diegriech. Symbole—, die Taufe und das Abendmahl, als die wahren und rechtenAbzeichen und als die unmittelbarsten Offenbarungen des christl. Lebens eingesetzt,und sie sind, wie nach Außen, gegen die andern Religionen, die unterscheidende Farbedes Christen, so nach Innen für den Christen selbst die Unterpfänder, durch welcheer erst seines großen, himmlischen Besitzthums im eigentlichsten Sinne gewiß wird.Za der alte Streit über die christl. Symbole, ob sie bloß oiAnilicativo oder auch ex-iiilütive wirken, ob sie bloß andeuten oder wirklich mittheilen, läßt sich von hier ausaufs natürlichste entscheiden, und wenn in gewissem Sinne beide Theile Recht ha-ben, so haben sie ebenso gewiß auch beide Unrecht, sobald sie vergessen, daß von derKraft der Symbole dock nur symbolisch gesprochen werden könne. Wie ungemeinzum Ziele treffend ist hier nicht der Luther'sche Ausdruck in der Lehre vom Abcnd-mahle: sacramentirlicheVereinigung, da sacramentirlick selbst nach dem kirchlichenSprachgebrauchs völlig gleichbedeutend mit symbolisch ist. Ehe wir jedoch weitergehen, stehe hier die Bemerkung, daß der sehr wichtige Unterschied zwischen Lehreund Leben, der die beiden so reich ausgestaticten Classcn der Lehrsymbole und derSakramente im engem Sinne begründet hat, nicht übersehen werden dürfe, undwenn die Bibel in dieser Hinsicht das rechte Palladium und Symbol der Christen-heit gegen die Heidenwelt von Seiten der Lehre ist: so liegt wol gerade in diesemPunkte der Schlüssel, um jenen Streit über Theopneustie und göttlichen Ursprungderselben vollständig zu beurtheilen, der aus dem Gesichtspunkte des Symbolischenzur Zufriedenheit beider Theile entschieden werden kann. Als in der Folge der Zeit