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10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
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899
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Symbol

da ist Symbol, an Innigkeit und Starke gewinnend, was es an Umfang und hei-terer Oberfläche verloren hat. Wo das Subjective und Ideale vorherrscht, dasEwige, Geistige und Inwendige als das herrschende Element vertritt, und also dasObjective und Reale, die sinnliche und körperliche Grundlage überglänzt wirdAllegorie. Wo das Rekle als Grundton und Grundfarbe erscheint, und das Gei-stige, sich ihm unterwerfend, nur als die darin brennende, heiligende und reinigendeFlamme durchschimmert Symbol. Wo das Ganze durchbrechen, der Olymp^ mit allen Göttern und Göttinnen zur Erde hcrabsteigen will freilich ohne eSdahin bringen zu können Allegorie. Wo die Individualität hervorragt, undForm und Gestalt sich eben als solche geltend machen, indem sie das Himmlische insich ausgenommen haben Symbol. Das bunte Wetterleuchten, das dem Er-scheinen der Gottheit lieblich schimmernd vorspielt Allegorie. Wo der Geist i»bestimmter sinnlicher Form und Eigentbümlichkeit wirklich erscheintSymbol.Genug der Paradoxien, die jedoch nicht umsonst dastehcn, wenn sie vielleicht imStande sind, einen kiefern Blick in das bisher immer noch ganz v. rkannte WesendeS Allegorischen und Symbolischen thun zu lassen. Symbol in wissen-schaftlicher Hinsicht. Alle Erkenntm'ß Gottes und der übersinnlichen Weltwird seit Kant symbolisch genannt. Das Verhältniß der christlichen Gotteslehce undder griechischen ist in dieser Hinsicht das umgekehrte von dem sonst gewöhnlichenzwischen Hellenismus und Christianismus. Hier ist die neue Zeit symbolisch, diegriechische allegorisch. Da, wo der geheimnisvolle Schleier fällt, der den Ewigenverdeckt, und Gort selbst auf Erden kommt, um Menschen menschlich zu erscheinen,da wird Alles Symbol, individuell, persönlich, und der Gottmensch ist in Ewigkeitkeine Allegorie, sondern das geheimnisvolle Wort im Fleische, die Erfüllung Dessen,was die Allegorie nur vorahnend angedeutet hatte, das Subjective ins Objectiveübergegangen, die ewige Wahrheit in einer bestimmten, festen, unwandelbarenForm. Alle Eigenschaften Gottes in der christl.Theologie sind symbolisch, in einemsinnlich bestimmten Ausdrucke das Unfafilichc und Unendliche festhaltend, z. B. ewig,allmächtig. In der gricch. Mythologie sind sie allegorisch, und die Ewigkeit des ZeuSdoch nur ein weit hinausgerücktes Lebensziel a parto ante und a parte post.Symbol in ästhetischer Hinsicht. Die griech. Kunst ist symbolisch ihremHauptcharakler nach, die christliche allegorisch. Was dem Griechen im Gebiete desWissens versagt war, wurde ihm in der Kunst gewährt. Individualität, hohe Aus-bildung und Selbständigkeit der Form in der griech. Kunst macht alle ihre Kunst-werke zu symbolischen; dagegen die christliche Kunst über der erweiterten Bedeut-samkeit die Form vergeistigte, und darum mehr allegorisicte. Dort ist Symbol dervorherrschende Charakter, hier das Allegorische, und vor diesem kann jenes nur nochals Verzierung, als Embleni, welches denn auch gar oft gleichbedeutend gebrauchtwird, emporkommen. Unser universales Kunstzeitalter hat bei seiner Giäkomanie,die doch den romantischen Ring nicht brechen konnte, in welchen einmal die neueZeit gefaßt ist, eine wunderbare Annäherung des Symbolischen und Allegorischenin der Kunst bewirkt, und wir sehen die hohe Idealität der Form und des Charak-ters mit einer die Form beinahe überwältigenden Bedeutsamkeit in manchemneuern Kunstwerke vereinigt. (Man vgl. hiör als Beispiel die Gestalt, welche dier Iphigenie in Tauris in der Göthe'schen Bearbeitung erhalten har, mir der Gestalt,welche sie in dem griech. Mythenkreise hat, besonders die Amphibolie des Wortes:Schwester, bei Göthe.) Es wäre dies wol die höchste Höhe, die die Kunst erfliegenmöchte, wenn es nur möglich wäre, sie auf dem eigenthümlichen Kunstwege, d.h.nicht bloß durch das Medium der Reflexion zu erzwingen, wenn nicht norbwendiger-wcise dabei die widerstrebende Natur beider Elemente dem Kunstwerke einen Theiljeincr Frische, Warme und Lebendigkeit entzöge. J>n Leben ist das Symbol vongroßer Bedeutung und Wirksamkeit von jeher gewesen, und hier zeigt sich der Un-

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