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10 (1830) Schw bis Sz
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Symbol

in entsprechenden Symbolen, cs mögen dieselben nun Zeichen oder Worte sein,darzustellen, die Kunst zu symbolisiren. Sie ist als solche sowol Sache des Leh-rers und Priesters als des eigentlichen Künstlers, und laßt sich cbensowol als jedeandre Kunst auf festbestimmte Gesetze und Regeln gründen, die nicht bloß histo-risch entlehnt, sondern auch philosophisch abgeleitet und construirt werden können.(S. Kunst.)

Symbol, Symbolik.* **) ) Die Abstammung des Wortes ist ihrer Be-deutung nach nicht viel leichter zu bestimmen als der Begriff selbst, der durch das-selbe ausgesprochen wird. Denn sie ist ja am Ende selbst symbolisch und In jenemheitern Reiche der Dinge einheimisch, in welchem vornehmlich auch die Phantasieihr vielgestaltiges, frischbewegtes Spiel ausübt. Das der Griechen,

das der Römer nur in 2 der Abstammung nach verwandten Worten, corssieorelerrathcn, v^muthcn), und ovnkorro (vergleichen), vollständig auszudrücken ver-mochte, schwebt zwischen den beiden Gebieten der Wissenschaft und der Kunst, deSBerstandcs und der Phantasie, bedeutungsvoll hin und her, ein Zusammenstellen,bald um daraus eine Erkenntniß zu bilden, bald nur um eine heitere Offenbarungder Alles verknüpfenden und einenden Kunst zu sein, bezeichnend. Und so ist auchdas concrete Symbol beiden Sphären angehörig und, zwischen Wissenschaft, Kunstund Leben gelheilt, bildet cS eine geheimnißvolle Leiter, auf welcher die himmlischenGeister herab- und hinaufsteigcn, und von welcher cs ebenso zweifelhaft ist, obsie ein bloßes Traumgcsichl sei, oder auf dem festen Bode» der Wirklichkeit ge-wurzelt habe. Wir können von hier aus leicht die Erklärung geben, warum diesWort in so verschiedenen Rücksichten, in wissenschaftlicher, ästhetischer und derje-nigen Rücksicht, in welcher es dem Leben am schönsten und sinnreichsten sich ange-schlossen hat, in kirchlicher, betrachtet werden müsse. Wäre es uns vergönnt, mitden geistreichen etymologische» Scherzen eines Platon in seinem Symposion frei undgenialisch umznspringen, so würden wir auch selbst jene alte Verwechselung des(Symbol) mit (Schmaus, wozu Alle beitragend sich gegen-

seitig bewirthe»)") nicht verschmähen, und Symbol als die mystische Tafel betrach-ten , welche Himmel und Erde und die beiden Welten des Geistigen und des Sinn-lichen gemeinschaftlich geschmückt haben, um sich gegenseitig daran zu erfrischenund zu erquicken; es würde uns nicht schwer fallen, die etymologische Identitätunsers Sinnbildes mit dem griechischen Symbol auf eine leichte, gefällige Weisedarzuthun. Aber dies versuche, wem die Himmlischen die Gabe des sinnreiche»Humors umfassender verliehen haben. Symbol ist Bild, und zwar Sinnbild,gleichsam das Zauberwort oder der Abraxasstein, woran die Erscheinung des her-auf zu beschwörenden Geistes gebunden, wodurch sie bedingt ist. Wo ein kräftigerZauberer dies Wort in seiner rechten Kraft ausspricht, da muß der Geist erschei-nen , und der Zuschauer sicht dann oft mit geheimem Grausen die wunderbare Er-scheinung, oder sie reißt ihn wol gar mit furchtbarer Geistesgewalt in Kampf undTod. Es ist ein wunderbares Band, das die Geistcrwelt mit dem ftstrn Bodender Sinnenwclt verknüpft, und nahe dringt sie an die Oberfläche heran; aberwenn die dünne Decke bricht, so ist cs doch allemal ein gewaltiger Blitz, der blen-dend in die Augen dringt, und doch nur aus Übermaß des Lichts blenden kann.

, Wir müssen uns deutlicher erklären. Gibt es wirklich eine Welt der Ideen, die

*) Ausnahmsweise liefern wir über diesen Gegenstand noch einen zweiten Artikel,da derselbe von einem ganz verschiedenen Gesichtspunkte ausgeht. Die Red.

**) Bckinntlich geschah diese Verwechselung auf eine sehr handfeste und ungebildeteWeise in der altern kirchlichen Lehre von den Symbolen, wo man eine Zeit lang invollem Ernste da« apostolische Symbolum als eine geistige Collation der Apostel, wozujeder der Apostel seinen Anlheil gegeben habe, ansah, und daraus die Wahl des Worteserklärte.