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10 (1830) Schw bis Sz
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Symbole (christliche)

Gebräuche als Erkennung«- und Vercinigungsmittel ihrer Gemeinschaft und alsUnterscheidungszeichen, die sie als vom gesammtcn Heidcnthum und JudenthumAusgesonderte, alsHöhergewcihtebezeichneten. Symbole nannten sie deßhalb di'cSacramente, als sichtbare Zeichen eines unsichtbaren Heils und nicht Zeichen nur,sondern eigentlich Unterpfänder diescsHeils und der in ihnen enthaltenen göttlichenVerheißungen und Gnadenwirkungen. In dicsemSinne heißen Taufe und Abend-mahl, als die eigentlichen Sacramente, Symbole, aber überall mit verherrlichen-den und den christlichen Sinn naher bestimmenden Beiwörtern; nicht minderdasTauswasser, und Brot und Wein im heil. Abendmahl; aber sie nahmen dieselbenicht bloß als Bilder, die einen geistigen Sinn nur bedeuten, sondern als Symboleim eigentlichen Sinn, die das unsichtbare Heil wirklich darstellen, eigentliche Un-terpfänder desselben sind. Symbole sind auch alle christliche Gebrauche, alle gottes-dienstliche Übungen, inwiefern sic eben nothwendige Ausdrücke der dadurch bezcich-neten Idee sein sollen. Denn der gesammte christliche Ritus und alle Theile derLiturgie gründen sich auf die kirchliche Lehre, die sie objcctiviren sollen, sind eigent-liche Verkörperungen der besondern Lehren. Die Sacramente und Gebrauche sinddenn auch Unterschcidungs- undErkennungözeichcn für alleDie, welche daranTheilzu nehmen befugt sind, und stellen diese als der christlichen Kirche angehvrig, alsGlieder der Gemeinschaft, als Eingeweihte dar, wie denn früher selbst der bloßeAnblickderSacramcntedenUngetauflcnnichtgestattet war. Diese Symbole, alseigentliche Sinnbilder, sind aber von den sogen. Vorbildern, den Personen, Ge-bräuchen, Thatsachcn des Alten Testaments, die das Neue Testament nicht bloßvorbedcuten, sondern die in den einzelnen Lehren und Thatsachen desselben erst er-füllt werden sollen, unterschieden. Solche Vorbilder heißen Typen, nicht Sym-bole. Außerdem hat die christl. Kirche noch besondere bedeutungsvolle Zeichen,die Symbole im eigentl. Sinne sind, zwar nur den Christen verständlich, diesenaber die darin ausgcdrückte Idee selbst klar darstellend; Zeichen, die auch auf dieLehre sich gründen, diese aber Denen, die damit vertraut sind, zu lebendiger An-schauung bringen. So das Kreuzeszeichen, als Gestalt und Handlung; so, inder spätern Zeit, Maria mit dem Jesuskind. Es unterscheiden sich aber auch hierdie eigentl. Symbole von den symbolischen Attributen, durch welche dieKünstler Evangelisten, Apostel, Heiligein ihren Darstellungen unterschieden, in-dem sie z. B. dem Matthäus den Menschen, dem Marcus den Löwen, dem Lucasden Ochsen, dem Johannes den Adler beigeben, als die 4 Geschöpfe in des Eze-chiels Gesicht. Aber es leuchtet ein, daß nach der Natur der geoffenbarten Lehre,welche dem Geiste Das, was früher Näihsel und Symbol war, enthüllt, die ZahlderSymbole im Christenthum geringer sein muß. WieaberdasGeistigaufgefaßte,die reine Idee selbst, die aus innerer Anschauung gewonnen wird, wie der Glaube,der zur Erkennlniß werden will, sich in Worte zu kleiden bemüht ist und in Wor-ten den lebendigst-n Ausdruck findet, so ist nun die Mittheilung und Darstellungder Lehre durch eigentl. Lehrformeln der christl. Kirche vorzüglich eigen. Symboleheißen daher hier vorzugsweise jene in kurzen Formen ausgedrückten Lehren, die,als dem Christenthume selbst wesentlich inwohnende Ideen, von allen Christen an-erkannt werden, sie von allen Nichtchristen unterscheiden, sie unter einander selbstaber als Merkmale der Gemeinschaft verbinden müssen. In diesem Sinne sindSymbole jene Bekenntnisse (Confessionen), welche den Hauptinbegriffallerchristl. Lehren, als die gemeinsame Überzeugung aller Glieder der kirchl. Gemein-schaft, in wenigen, einfachen, aber bestimmten Worten aussprechcn. Zeichen sol-len auch sie sein, Zeichen des inner« Glaubens, der die Christen geistig verbindet,ein sichtbares Band Atter, die sich darauf verpflichten; ein unterscheidendes Merk-mal, das allein diesen Verbundenen eigen ist; eine Grundregel, die, den entspre-chendsten und eigentlichsten Ausdruck der Hauptwahrheitcn des Christcnthumsals