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Symbole (christliche)
Sinnbilder. Symbole sind aber auch die Zeichen (<7M«rc,., cryzee-tt, si^na,osteata . porteuta), durch welche die Gottheit ihren Willen, oder ein künftigesEreigniß, überhaupt die Zukunft zu erkennen gibt, überhaupt Alles, worin dieGottheit sich offenbart. Solche Zeichen und Vorzeichen können wirkliche bedeu-tungsvolle Erscheinungen, besondere Äußerungen der Naturkräste, oderauchStim-men, prophetische Worte sein, die denn ebensowol als die Orakelsprüche, als ge-heimnißvolle, sinnreiche Kundgebungen des Willens der Gottheit, des Schicksals,nuze/So).» genannt werden. Das Räthselhafte, Bildliche, das den Orakelsprü-chen eigen ist, erscheint auch in den Priesterwortcn, ihren symbolischen Lehren, diedenn mit gleichem Recht Symbole genannt werden. Bon den eigentlichen Sinn-sprüchcn, als Erklärungen des göttlichen Willens, die man sich besonders als herr-schenden Lebcnsgrundsatz cinpragt, sindauchdie sogen. Wahlsprüche nicht verschie-den, wohin die in bildlichen Ausdrücken sprechenden Gnomen der Pythagoraer ge-hören. DerAusdruck Symbol hat ferner eine besondere Anwendung indengriech.Mysterien gefunden, die alle ihre geheimnißvollen Lehren als Früchte einer tieferdringenden Naturweisheit in Sinnbilder und Sinnsprüche kleideten, nicht bloß,um den Ungcwcihten den Zugang zu dieser Weisheit zu verschließen, sondern auchdiese selbst in den ausdrnckSrcichstcn Bildern zur Anschauung zu bringen. Weilnun die Eingeweihten durch Zeichen oder Worte, welche den Mysterien eigenthüm-lich waren und die Kunde ihres gcheimnißvollen Sinnes, also die Einweihungselbst, voraussctztcn, sich unter einander zu erkennen gaben, so heißen solche Er-kennungs-, Lehr- oder Merkzeichen ebenfalls Symbole. Inwiefern aber der Ge-brauch solcher Erkennungszeichen auch an die heilige Verpflichtung mahnt, biederGeweihte bei seiner Einweihung übernahm, und besonders auf Verschwiegenheitund ein den Mystcrienlchren entsprechendes Leben hinweist, so wird auch die feier-liche Verpflichtung, das Gelübde, das man Gott, oder einem Menschen, irgendeiner Gemeinschaft gelobt, genannt, das daher auch von dem Solda-
teneide gilt, sowie von dein Losungswort, dem Zeichen, an dem nicht nur die Strei-ter eines Heeres sich untereinander erkennen, sondern auch an Das erinnern, wasdurch die Losung, den Feinden unverständlich, den verbundenen Kämpfern kund-gemacht werden sollte. Ebenso bezeichnet Symbolen ein Merkzeichen, eineMarke, durch welche z. B.Gastfceundesich untereinander zu erkennen gaben, oderdie man als Unterpfand irgend eines Vertrags oder einer übernommenen Ver-bindlichkeit abgab und einlöstc.
Christliche Symbole. Diese mannigfachen, alle aus Einer Wurzelsich entfaltenden Bedeutungen des Wortes Symbolen waren schon in der vorchrist-lichen Zeit vorhanden, und fanden dann auch in der christlichen Kirche ihreAnwen-dung. Es war ein heiliger Sinn mit dem Worte schon verbunden; und so sehrdie ersten Christen dem Heidenthum abgeneigt waren und es verschmähten, etwasaus demselben in die Kirche auszunehmen (wesshalb sie auch durchaus keine Bilderin ihren Vecsammlungshauftrn zuließen), so konnte ihnen doch, zumal sie ja keineganz neue Sprache schaffen mochten, ein Wort nicht zuwider sein, das schon einengleichsam geweihten Sinn hatte, der durch eine christliche Idee sogar noch erhöhtward. Auch war in der Zeit, wo das Wort Symbol unter den Christen allgemei-ner in Brauch kam, jene ängstliche Scheu vor Dem, was an das Heidenthum crin-nernkonnte, schon sehrvermindert. Ja die christlichen Lehrer mochten sogar,wenndie in die heidnischenMysterien Eingeweihten ihreLehren oft übermüthig den christ-lichen entgegenstklltcn und auf ihre gcheimnißvollen Symbole hinwiesen, sich aus-gefodert fühlen, anzudeutcn, wie sie auch Symbole und viel höhere, bedeutenderehätten als alle Mysterien. Wie die Glieder der letzter» durch ihre symbolischen,in Zeichen und Worte niedcrgelegten Gehcimlchren sich als Auscrwählte, besondersGeweihte darstellten, sc behandelten auch die Christen ihre symbolischen Lehren und