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Sylvius Symbol
Kaiser Ottolll., der ihn zum Papst erhob, für den Flor der Wissenschaften in be-schrankter Zeit. Gedruckt sind von ihm eine Geometrie, Briefe u. s. w.
Sylvius (Äncas), s. Piccolom >' ni.
Symbol wird insgemein als gleichbedeutend mit Sinnbild gebraucht; dochist der Begriff nicht bloß auf das Bild, als Gestatt, zu beschranken, sondern be-zieht sich im Allgemeinen auf jede bildliche Darstellung eincrJdee, sie werde durchWorte oder auf eine andre sinnliche Weise zur Anschauung gebracht. Alle Äuße-rung und Mittheilung der frühem Menschheit war symbolisch, ward durch Bildund Zeichen cethcitt, denn cs hatte sich ibc Geist noch nicht so weit entwickelt, nurim bestimmten Begriffe zu denken, der Mensch suchte daher nach einem angemesse-nen Ausdruck für die Wahrheit, die ihn mächtig ergriff, und konnte ihn, ausgewach-sen in sinnlicherAnschauung, zunächst nur in sinnlichem Gebiete finden. Erstelltealso die Wahrheit durch einen andern mehr oder weniger verwandten Gegenstanddar, welcher sie bedeuten sollte. Dies ist das Symbol. Jede Wahrheit ward da-durch dcrFassungskraft der Menschen näher gebracht. Überhaupt liegt Inder Na-tur des Menschen das Verlangen, Gedanken und Gefühle sich selbst in ein Bildzu kleiden und dadurch recht anschaulich zu machen; je naher er noch der Naturstand, je inniger er in ihr lebte, desto mehr fand er in ihr Gestalt und Bild für jedeinnere Anschauung. Zum abstracto« Denken gewöhnte er sich erst, als er über dieNatur sich mehr erhoben hatte, und nun Inneres und Äußeres, Gedanke undBild, Wort, von einander unterschied. Ja die frühere Menschheit fand die Gott-heit selbst nur in der Natur; jene offenbarte sich in dieser, jene ward durch dieseselbst die Lehrerin der Menschheit. Alles war Bild und Zeichen derGottheit, undalles Einzelne der Natur selbst ein Göttliches. Die gebildeten Priester, die, alsErleuchtetere, von der Gottheit auch solche Ideen, welche das Volk nicht unmittel-bar in der Natur fand, mittheilen, oder die Natur selbst deuten, das Göttliche inihr und ihr Gesetz enthüllen wollten, konnten nicht anders, als das UnsichtbareodcrUnerkannte durch Bilder anschaulich machen; sie mußten gestalten, entwederin wirklicher Form, oder im bildlichen Wort, sie bildeten Zeichen, die, sic mochtenmit Händen gemacht, oder durch die Rede dargestellt werden, anfänglich ein Kör-perlichwerden der Idee selbst waren, nachmals erst das Geistige nur bedeuteten.Symbol ist demnach der unmittelbare Ausdruck dcrKöcper,dasBild einer Idee,deöGeistigen, es mag dasselbe sich nun als Sinnbild oder als Sinnspruch oder über-haupt nur im Wort, das selbst symbolisch ist, darstellcn. Je reiner, unmittelbarerdie sinnbildliche Gestalt oder das sinnbildliche Wort die Idee ausdrückt, je wah-rer und eigentlicher diese sich im Bilde verkörpert hat, desto echter und wahrer istdas Symbol. Gleichwol behalt dieses immer eine Vieldeutigkeit und erreicht denbestimmten Ausdruck des Begriffs nicht. Das Attribut (s. d.) aber unterschei-det sich von dem Symbol darin, daß jenes immer nur als eigenthümlichesZeicheneinemBilde zur vollständigem Darstellung dcrmitdemselbenverbundenenEigen-schaften beigcfügt wird, dieses aber an sich und schlechthin, ohne weitern Zusatt,selbständig und aus sich erklärbar ist; alle Attribute sind Symbole, aber nicht alleSymbole Attribute. Denn wenn auch Attribute nicht bloß eigentliche Begriffe,sondern auch Handlungen, historische Thatsachen ausdrücken, so bleiben sie dochimmer eine Art des Symbols, das ebenfalls nicht bloß den Begriff an sich, son-dern auch die Idee, den Geist der Handlung, einer Thatsache zur Anschauungbringen kann. Die Allcgori e (s. d.) ist immer ein künstliches, beabsichtigtes Ge-bilde; das Symbol soll gleichsam nothwendiger Ausdruck der Idee sein. In derNatur des Symbols liegt es auch nicht durchaus nothwendig, daß cs den Regelnder Kunst entspreche und im eigentlichen Sinne schön sei; es kommt hier Alles nurdarauf an, daß es die Ideen wirklich bezeichne und zurAnschauung bringe, und eswird von dem Geiste, der die Idee im Bilde anschaut, und dem Grade seinerBil-