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10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
Seite
880
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Swift

stärksten glaubte, und er schrieb für ein periodisches -Blatt (1'Iie oxrmüner")eine Monge von Aufsätzen, worin er die Maßregeln der vorigen Minister strengradelte und die der nachherigen desto eifriger erhob. Ihm, als berühmten poli-tischen Flugschriftstelter, fallt vorzüglich die Verunglimpfung Marlboro uglffs(s. d.) zur Last, wie Eoxe in seinenLlemoirs etr-." gezeigt hat. Ein Bisthum i»England war das Ziel s. Strebens, und wirklich warb er von seinen ministeriellenFreunden bei einer Vacanz der Königin empfohlen. Allein diese hegte Verdachtgegen s. Nechtgläubigkeit, und dis Hoffnung schlug fehl. 1713 erhielt er indessendis Dechanei von St.-Patrick bei Dublin, wurde aber nicht weiter befördert, lMehre politische Schriften, die er nachher herausgab, zogen ihm Unannehmlich-keiten und selbst Gefahren zu. Von den Einwohnern Dublins ward er, wo ersich blicken ließ, als Anhänger der Tories, mit Bitterkeit und Hohn behandelt.Nach und nach gewann er jedoch wieder ihr Vertrauen, da er sein HauS wöchent-lich 2 Mal der guten Gesellschaft öffnete. 1710 ließ er sich mit s. Stella, die auchin Dublin in s. Nahe wohnte, im Stillen trauen, ohne diese Ehe öffentlich anzu-erkennen. Vorher hatte er Liebesvcrstandniffe mit 2 Frauenzimmern gehabt, dieer Beide täuschte. 1721- erwarb er sich durch eine Schrift, wodurch er die von duRegierung beabsichtigte Einführung einer Scheidemünze verhinderte, und wodurchec sich selbst den größten E> fahren ausfttzte, die »ngemessenc Achtung seiner Lantt-Icute. 1727 kamenGullivcr's Reisen" von ihn, heraus, eine Dichtung, wor-in sich s. Genius und s. Gsmütbssiimmung auf eine ganz cigenthümliche Weise ge-zeigt haben. Dies Werk hat das Ansehen einer so einfachen Wahrhaftigkeit, rs ,herrscht eine so umständliche Genauigkeit der Erfindung darin, daß selbst kindlicheLeser auf eine wundervolle Weise davon angezogen werden, wahrend die beißendeSatpre, wovon cs übersicömt, auch dem bitterste» Menschrnhasscr wohlthun muß.S.'s ehrgeizige Entwürfe wurden .bald nachher durch Stelia's Tod unterbrochen.Nach dieser Zeit schrieb er noch mehre seiner besten Gedichte, bestimmte ein Drittelseiner Einkünfte den Armen und hatte fast immcr geringe Personen, besondersWeiber, um sich, die seinem Hochmulhe zu schmeicheln wußten. Endlich lre>fihn, nach mehren vorhergegangcnen Zufallen, das von ihm selbst einst prophezeiteSchicksal. Seine geistigen Kräfte schwanden mit s. körperlichen dahin, und dieallmalige Abnahme s. Verstandes ging in völligen Wahnsinn über. Er ward im-mer zorniger und böser, sowie s. Geisteskräfte sich verloren, und konnte bei dr»heftigen Schmerzen einer Geschwulst am Auge nur mit Gewalt verhindert werden,vs auszureißin. Ein gänzliches, Monate langes Schweigen ging seinem Todevoraus, der am 19. Oct. .1745 in s. 78. Lebrnshchre erfolgte. Den größten Theilseines Vermögens hat er in seinem Testamente zu einem Hospital für Mondsüch-tige und Blödsinnige bestimmt,um" wie er sagt,mit einem satyrischen Zugedarzuthun, daß kein Land besten so sehr bedürfe". Sein Charakter als Mrnschwar rauh und unbeugsam, und der höchste Grad des Stolzes war die Grund-lage, auf welcher Festigkeit, Liebe zur Thäligkeit, Despotenhaß und Freiheit vonniedriger Eifersucht gebaut waren. Aber befleckt wurden die letzter» Eigenschaftendurch grenzenlosen Hochmut!), durch die Begierde wehe zu thun, durch Unvcrsöhn-lichkeit und gänzlichen Mangel an herzlicher Aufrichtigkeit. Als Schriftsteller warS. originell und wird wahrscheinlich niemals erreicht werden. Sein Spott hatbei aller Bitterkeit das Ansehen der gulmülhigsten Treuherzigkeit. Er ist außer-ordentlich reich an den scherzhaftesten Ideen und Wendungen, die verschwenderisch !in s. Gedichten zerstreut sind, aber oft auch in beleidigende Ungebühr auSartcn. ,Sein dichterischer Styl ist ein Muster des leichten, vertraulichen Tons, und seineFertigkeit in Reimen bewundernswürdig. Doch stehen seine Verse seiner Prosa ^

nach. Seine Schriften hat Hawkesworth (Lond. 1755, 14Bde.. 4., und ^

Bde., 8.), dann mit seiner Biographie Thomas Sheridan (1784, >7 Dde.) ;