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Swift
1692 zu Oxford a'S Magister der Künste. Ec versuchte sich schon jetzt als Dichter-in der sogenannten Pindarschen Manier, welche Cowley und einige seiner Nachah-mer aufgebracht hatten. Die Offenheit, mit welcher Dryden, der mit ihm ver-wandt war, ihm sagte: „Vetter Lwift, Sie werden nie ein Dichter werden", warder Grund, weßhalb S. jenen berühmten Mann späterhin so bitter angriff, ohneihm jedoch s. Ruhm entreißen zu können. Auch mit Will. Temple ward er höchstunzufrieden, weil dieser sein Versprechen, ihm zu einer Pfründe behülflick zu sinn,nicht erfüllte. Voll Unwillens verließ er 1694 Temple's gastfreies -Haus undging nach Irland, ließ sich weihen, und erhielt durch den Oberstatthalter einePfründe. Bald darauf aber bekam er von Temple ein-Einladung zur Rückkehr »achEngland und die wiederholte Zusicherung zu einer Versorgung. Er verzichtete deß-hald auf seine irländische Pfründe und kehrte wieder nach Moor Park zurück, lebtevon nun an mit Temple bis zu dessen Tode einig, auch hinterließ ihm der alteStaatsmann, als er starb, ein Geldvcrmachtmß und s. Handschriften. Von denletztem gab S. 2 Bände heraus und erinnerte den König an ein dem Verstorbenenertheiltes Versprechen, ihm (S,) die erste erledigte Pfründe in Eanterburv oder West-minster zu geben. AbcrWilhelm II!. nahm keine Rücksicht darauf, und S. begleitetejetzt den Grasen v. Berkeley, der als Oberrichter nach Irland ging, als dessen Ea-plan und Privatsccrctair. Der Graf nahm indessen in Dublin einen Secretair an,und S. mußte statt der Dechanei zu Derry, wozu ihm Hoffnung gemacht wordenwar, 2 weniger einträgliche Pfründen annehmcn. Durch so manche fehlaeschla-gcnc Hoffnung ward sein Herz, welches keiner sanften Gefühle fähig war, immermehr erbittert. Er sing nun an,ssa!yrische und burleske Verse zu schreiben, wodurcher sich ebenso viele Feinde als Bewunderer erwarb; denn sein Witz war selten ohneStachel, und persönliche Satyrc war die Waffe, welche er, sowol um zu beleidi-gen als um sich zu schützen, gebrauchte. Als Berkeley nach England zurückkehrte,ging S- auf seine Pfarre zu Caracor und lud hierher die berühmte Stella ein,deren Familienname Johnson, und deren Vatcr Haushofmeister bei Temple ge-wesen war. Sie wohnte i» seiner Nachbarschaft, wenn er im Pfarrhaus-, undin demselben, wenn er abwesend war. Nie sollen sie zusammengewohnt odersich ohne Zeugen gesehen haben. Diese Verbindung dauerte bis zu Stella's Tode.Stolz und Ehrgeiz war S.'s Hauptleidenschaft, und er gab seit 1701 mehrepolitische Schriften heraus, worin er eifrig die Sache der Whigpartei, zu der ergehörte, verfocht. 1701 erschien, ohne seinen Namen , sein „Märchen von derTonne" (,,'l'ale ob a tnb"): ein durch die eigenlhümllchste Art des Witzes undder Laune ausgezeichnetes Werk, welches seinen Ruhm in dieser Hinsicht außeror-dentlich vermehrte, aber ihm, wol mit Unrecht, den Tadel zuzog, daß die christ-liche Religion darin verspottet werde, was auch seine weitere Beförderung hin-derte. In dieser Erzählung schildert er die christlichen Neligionsparteien von demStandpunkte der engl. Episkopalkirche. „Die Bücherschlacht" („'Iba battie obtlw lwoics") ist eine burleske Vergleichung alter und neuer Schriftsteller, zumNachtheilc der letztem, worin Dryden der Hauptgegcnstand deS Spottes ist. Inumr anden, Schrift: „Weissagungen von Isaak Bickerstaff, Esgirire", machte«r mit einer reichen Ader von Witz die Astrologie lächerlich, und sie ward so beliebt,
^ daß Steele den Namen „Bickerstaff" als Heransg. des „Schwätzers" ('bi,-, t.-tt-icr") entlehnte. 1710, als die Tories ans Ruder kamen, ward S. von denirlandijchen Prälaten beauftragt, bei der Königin (Anna) die Erlassung der Erst-linge (Annaten) und des Zwanzigsten anszuwirke». Dadurch ward er mit Har-l<>), nachmaligem Grafen v. Oxford, und mit St.-John, nachher Lord Boling-beoke, bekannt und gewann ihr Vertrauen so sehr, daß er zu ihren geheimsten Be-uithschlagungen und Zusammenkünften gelassen wurde. Jetzt war er ganz in s.menient, denn Politik, besonders Patteipolitik, war das Fach, worin er sich am