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und Pharmacie, und übte nachher dort die Arzneikunst aus, worin er sehr glücklichwar und als Prof, angestellt wurde. Vielleicht aus Neid, vielleicht auch durchmanche Harte und Unbeugsamkeit s. Gemüths erbittert, brachten mehre seiner Wi-dersacher cs dahin, daß er s. Lehramt nrcderlegen mußte, weil er der kath. Religio,,zugcthan war. S. erhielt hierauf (1745) einen Nus als erster Leibarzt der Kai-serin Maria Theresia nach Wien. Er erlangte die Gunst seiner Fürstin in sehrhohem Grade, ward in der Folge von ihr zum Vorsteher der kaiserl. Bibliochek,zum beständigen Präsidenten der medicin. Facultat in Wien, zum Director desganzen Medicinalwescns der kais. Staaten». Büchercensor ernannt und starb 177 ?.Durch s. vortrefflichen Eommentarien über die Aphorismen seines großen LehrersBoerhaave erwarb sich van S. als Arzt einen großen Ruhm. Dies elastischeWerk erhielt durch den größten Lheil Europas allgemeinen Beifall in Hinsicht dertrefflichen praktischen Nathschläge, die es zur Eur aller Krankheiten enthalt. DieTheorie ist aus humoralen und mechanisch-dynamischen Grundsätzen zusammen-gesetzt. S. war Mitglied einer großen Zahl gelehrter Gesellschaften in Europa,die s. Verdienste anerkannten und ehrten. Das große Ansehen, worin er bei derKaiserin Königin stand, benutzte er auf eine preiswürdige Art zum Besten der Ge-lehrsamkeit und der Aufklärung, obgleich auch s. Grundsätze und sein Temperamentihn verleiteten, als Bücherccnsor fast alle Werke der franz. Philosopben, welchesich dafür oft durch entehrende Schmähungen rächten, in den östc. Staaten zu ver-biete».— Sein Sohn, wenn wir nicht irren, ist der ihm als Präses der kaiserl.Bibliothek nachfolgende Gottfried Freiherr va» S., der als genauerFreund Haydn's und Mozart's berühmt ist und jenem zu seiner „Schöpfung" eine»engl. Text umarbeitete, sowie den Text zu den „Jahreszeiten" verfasste. Er bataber auch große Verdienste um die Musik in Wien, indem er die Werke Handel sund Bach's zur Aufführung brachte und eine musikalische Gesellschaft von Mit-gliedern des ersten Adels zu diesem Vehufe stiftete. Auch ist es bekannt, daß Mo-zart, von ihm angeregt, 4 HandclschcOratorien (unter diesen den „Messias") nachdem Bedürsniß seimrZcit mit reichererJnstrnmentation versehen hat. DieserMa-<en der Tonkunst starb in s. 70. 1.1803 in Wien.
Swift (Jonathan), ein nicht nur als Schriftsteller, sondern auch wegen s.Charakters höchst merkwürdiger Mann, gcb. zu Dublin d. 30. Nov. 1067. Seinedürftige Mutter sandte den 3jährigen Knaben nach Whitehavcn, wo er bis zu s.6. Jahre blieb, und sodann nach Kelkenny in Irland zu s. Oheim kam, der ihn dortin eine Schulanstalt gab. In s. 15. I. ward er auf dem Dreieinigkeitscollcgiumzu Dublin der Aufsicht eines gewissen St. - Ashc anvertraut, der sich durch seinephilosophischen und mathematischen Kenntnisse auszeichncte. Für diese Wissen-schaften hatte S., dessen Hang sich zur Geschichte und Dichtkunst neigte, keinenSinn. Erst nach mehren Jahren erhielt er den Grad eines Baccalaureus mit demZusatze: „npocinli Aratia", d. i. mehr aus Gunst als wegen Verdienst. DieseKränkung ist wahrscheinlich Schuld, daß er nachher in seinen Schriften die Mathe-matiker so verhöhnend behandelte, sie war aber auch für ihn ein Beweggrund zugrößerem Fleiße in andern Wissenschaften, sodaß er von nun an täglich 8 Stundenzu seinen Studien verwandte. Er soll schon um diese Zeit sein „Märchen von derTonne" vollendet haben. Der Tod seines Oheims beraubte ihn in seinem 2l. I.seiner Hauptstütze; er begab sich daher zu Sir Will. Temple, der damals auf sei-nem Gute Moor Park!in Surrry wohnte und mit ihm verwandt war. Templenahm ihn gütig ans, und er blicb dessen Hausgenosse 2 Jahre lang. Durch ih»lernte er auch den König Wilhelm 1!I. kennen, der ihm eine Hauptmamisstelle beider Reiterei anbot; allein S. lehnte sic ab, weil er bloß Neigung zum geistlichenStande füblte, indem er höhere Ehrcnstellcn zu erringe» hoffte. Wahrscheinlichum die in Dublin erlittene Kränkung in Vergessenheit zu bringe» , promovirle er