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10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
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877
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Swieteii (Gerard v. Gottfried, Freiherr v.) 877

gemeinsamen Stimmrecht und dem h. Abcndmahlc theilnehmen, ebe er sich durchdie Taufe förmlich anfnehmen laßt. Die stimmfähigen Mitglieder sind in Gassenabgethcilt: die Ledigen haben die Ehepaare, welche noch nicht 3 Kinder zeug-ten,-^, und die mit 3 oder mehr Kindern gesegneten Ehepaare -s- der Stimmen.Die Regierung der Kirche des neuen Jerusalems besteht aus 3 Machten: 1) derabsoluten, welche durch das in 3 Formaten auf dem im Versammlungssaale stehen-den, niemals besetzten, Präsidentenstuhle liegende göttliche Wort vertreten wird;2) der reacliven, welche auch die ordnende oder erklärende heißt und in den Bera-thungen aller stimmfähigen Glieder jeder Gemeinde geübt wird, und 3) der actioenoder entscheidenden, welche aus 4 Vorstehern oder Kirchenräthen besteht, von de-nen einer über die Lehre von Christo, einer über die Wissenschaft der Corresponden-zen, einer über die Besserung des Wandels und einer über die heiligen Gebrauchezu wachen hat. Letzterer ist Bischof der Gemeinde, verwaltet mit den von ihm ge-weihetm Priestern den Gottesdienst und übt unter Verathung mit der Gemeindedie Kirchenzncht aus. In jedem Versammlungshause sind 2 Säle, einer zu Be-rathungcn und zur Taufe, der andre zum Gottesdienste, wozu die Heiligung derEhen, das h. Abendmahl, daö Fußwaschen, und eine aus Gebet, Gesang, Vor-lesung der biblischen und Sw.'schon Bücher und Predigten zusammengesetzte Litur-gie für die Feier der Sonn - und Festtage gehört. In beiden Sälen befinden sichdurchaus nur Tische, Stühle, Bänke, und im letzter» ein Chor für die Musik.Von den Gerälhschaften und dem Schmuck christlicher Kirchen ist in ihnen Nichtszu sehen, auch werden sie an Wochentagen zu bürgerlichen und weltlichen Verrich-tungen der Gemeinde gebraucht. Die Glieder derselben unterscheiden sich wederdurch Kleidung noch durch andre äußere Zeichen von andern Wcltleuten. In Schwe-den, wo die Zahl aller Swcdenborgianer sich auf 2000 belauft, genießen sie nurstillschweigende, in England, wo sie seit 1783 zu London und in mehren Haupt-städten Capellen mit der (auf die angeblich schon erfolgte Vollendung des jüngstenGerichts zu beziehende») Portalschrist:>'u»o permi'nnnm «st", haben, gleich an-dern Dissenters, öffentliche Duldung, welche viel zur Vermehrung ihrer Mitgliederbeigetragen hat. Diese bestehen meist aus Weltlcuten von den Mittlern und hohemStänden. Auch der König Karl Xllil. v. Schweden gehörte ihnen als Herzog v.Südcrmanniand eine Zeit lang an, wie denn manche Neugierige noch jetzt zu- undabtreten, ohne sich förmlich aufnehmen zu lassen; Geistliche und Schullehrer derhurschenden Kirchen hielten sich stets fern davon. In Frankreich, Deutschland undPolen gibt es nur wenige vereinzelte Anhänger, in Ostindien, Nordamerika undSüdafrika ganze Gemeinden dieser Sekte. Ohne irgend eine allgemeine Regierunganzuerkennen, betrachten die Gemeinden, deren jede sich selbst regiert, doch die exe-getisch-philanthropische Gesellschaft zu Stockholm als den Mittelpunkt ihrer Kirche,mit dem sie stets corrcspondircn. Die unter ihnen herrschende Meinung, die Kirchedes neuen Jerusalems befinde sich schon vollkommen ausgebildet im Innern Afrikas,hat sie zur Beförderung von Mifsions - und Entdeckungsreisen in diesem Welttheilgeneigt gemacht. Die berühmten Reisenden Sparrmann und Nordenskiold gehör-ten ihnen an, und Letzterer hat mit dem Schweden Afzelius die Gemeinde aufSierra - Leone in Afrika gegründet. Für diese und andre afrikanische Colonicn, wiesisi die Abschaffung des Negerhandels, haben die Swcdenborgianer viel gethan; inder Afrikanischen Gesellschaft zu London ist ihr Einfluß entscheidend, auch suchensie ihren Unternehmungen durch öftere Aufl. der obengenannten Schriften S.'s»nd durch Herausgabe einesNeujerufalemischen Joucnals'h welches zu Londonerscheint, immer mebr Ausbreitung zu verschaffen.

Twisten (Gerard van), kaiferl. Rath und erster Leibarzt in Wien, wurdezu Leydm 1700 geb., studirte zu Löwen, nachmals in s. Vaterstadt unter Boer-b'-iaoe (dessen vorzüglichster Schüler er war), neben der Medici» vorzüglich Chemie