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10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
Seite
871
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Suzzv (Fairnlio)

^halten. Er schlief auf einem Stroh- oder Heulager unter einer leichten Deckeund begnügte sich mit gemeiner Soldatenkvst. Diese Lebensweise behielt er auchbei, als er den höchsten Gipfel seines Glücks erreicht hatte. Seine ganw Garderobebestand aus der Rcgimentsuniform und einem Schafpelz. Durch Mäßigkeit undLhatigkeit erhielt er selbst im Alter sein Jugendfeucr. Strenge befolgte er die äu-ßern Borschriftcn seiner Religion, und hielt darauf, daß dies ebenso pünktlich vons. Untergebenen, denen er an Sonn- und Festtagen Vorlesungen aus Erbauungs-schriften hielt, geschah. Nie gab er das Zeichen zur Schlacht, ohne ein Kreuz zumachen und das Bild des h. Nicolaus zu küssen. In s. Entschlüssen unerschütter-lich, war er treu s. Versprechungen und durchaus unbestechlich. Im Reden undSchreiben erkünstelte er einen lakonischen Styl und faßte häufig s. Befehle undBerichte in Knüttelversen ab. Wohl bekannt mitmehre» neuen Sprachen, ließ ecsich doch nie auf einen politischen oder diplomatischen Briefwechsel ein, und pflegtezu sagen: daß die Feder nicht der Hand eines Soldaten anständig sei. Durch seingemeines und rohes Betragen, durch s. Verachtung alles Aufwandes und s. Furcht-losigkeit ward er der Liebling s. Soldaten. Die vornehmer» Ofsiciere waren hinge-gen s. heimlichen Feinde wegen der strengen Zucht, auf die er hielt. Sein Grund-satz war, daß der General an der Spitze und nicht an der Ferse s. Heeres sein müsse.Nach s. Äußerung bestand s. ganze Taktik in den Worten : Vorwärts und schlage!(lgtupni i be!) Dessenungeachtet halte er taktische Kenntnisse, nur das Kleinliche undPedantische konnte er nicht leiden. Als Paul seine Truppen umformte und ihnenZopfe und Locken gab, sagte S.: „Zopfe sind keinePikcn, und Locken keine Ka-^ nonen!" Seine Adjutanten mußten ihm, wenn er sich bisweilen vergaß, imNamen des Feldmarschalls S. Erinnerungen machen. Einmal prügelte ec einenSoldaten wegen eines Dienstfehlers, und ein Adjutant rief ihm zu: „Der Feld-marschall Suworoff hat befohlen, daß man sich nicht von seinem Zorne beherr-schen lassen soll!" „Wenn er das befohlen hat, so muß man gehorchen!" erwi-derte S. und ließ sogleich ab. An Mutb, Unternehmungsgeist, Schnelligkeit desEntschlusses und der Ausführung hatte S. Wenige seines Gleichen. MancheKriegskünstler sprechen ihm gehörige Überlegung seiner Entwürfe und Geschicklich-keit in s. Wendungen ab, und viele beschuldigen ihn der Grausamkeit. Gegendiesen letztem Vorwurf hat ihn Seume, der aber wol als vormaliger russ. Ofsicierund eifriger Anhänger seines Feldherrn parteiisch war, zu rechtfertigen gesucht.

^ Glaubhaft sind des Etatsraths Gco. v. Fuchs (Direktor von S.'s Kriegskanzlei)„Anekdoten aus de», Leben des Grafen Suworoff" (Leipz. 1829). Sein Sohn,der General Arkad. Alcxandrowitsch Suworoff, fand in dem Rymnik 1829 seinenTod, als er durch den angeschwollenen Fluß fahren wollte. N. t'.

Suzzo, eine von den Fanariotenfamilien oder von den vornehmen gricch.Familien in Konstantinopcl, welche nebst den Familien Kallimacbi und Morusi*)ein großhcrrlichcr Haiti Shcrif vom 1.1819 allein für fähig erklärte, die Würdeder Hospodarei in den beiden Fürstenthümcrn Moldau und Walachei,zu bekleidenund das Amt von Dolmetschen beim Divan und im Arsenale zu versehen: einVorrecht, welches in Folge der griech. Jnsurrection und nach der Ächtung undgroßtentheils erfolgten Vertilgung der genannten Familien, den Griechen 1823entzogen worden ist. — Alexander S., aus Konstantinopel, Hvspodardcc! Walachei, hat sich durch s. Eifer für die Beförderung des Unterrichts ausgezeichnet.

*) Die Brüder Konstantin und Nicolaus Morusi, beide Dragomans, wurden imj April und Mai 1821 zu Konstantinopcl hingerichtct. Ihr Vater. Demetrius Morusi,Hospodar der Moldau, wurde 1812 enthauptet, weil er de» Frieden zu Bnkarcschl:-wischen der Pforte und Rußland unterzeichnet hatte. Die jüngsten Sbhne dicsesFür-stcn eben in Paris. Die Brüder Kallimachi wurden 1821 mit ibrer ganzen Familie»ach Asien i„ Gefangenschaft geschickt und dort 1822 enthauptet; ihr Vermögen (IS Mill.Piaster) ward cingezogen. Die Familie erhielt 1824 die Eilaub, iiß zur Rückkehr.