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10 (1830) Schw bis Sz
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Schwedische Sprache und Literatur

würden. Unverkennbar batte die Sprache an Masse und Abgeschliffenheit währenddieser Periode gewonnen; aber sie war auch mit so viel Fremdartigem uberhäuftworden, daß es einer durchgreifenden Erneuerung bedurfte, um sie zu ihrer wür-digen Selbständigkeit, zu ihrer angestammten Fülle und Kraft zurückzuführen.Von einer Gesellschaft junger Leute, die sich 1803 zu Upsala zusammenfanden,ging diese Anregung aus. Ernstes Studium der Classikcr und Beachtung des aus-ländischen, namentlich des deutschen Strebens in Kritik, führten sie zu den folge-reichsten Beleuchtungen des im Vaterlande Bestehenden; und eine absolute Ge-ringschätzung des Französilns, im geraden Gegensätze mit Allem, was damals alSHerkommen galt, war der erste Gewinn dieser Erhebung über die Mode. Liebe zudcmHeimathlichen, sowie Beachtung der alten Quellen der Geschichte und der erstenSprachdenkmäler, zeigte sich bei den Einzelnen und in eigen verbundenen Kreisen;und die Sprache erfuhr die wohlthätigen Einwirkungen dieses Bemühens in alle»ihren Anwendungen. So ergab sichs, daß die neuern Werke über schwedischeSprache, z. B. Silfverstolpe's (st. 1816) „Versuch einer allgemeinen Sprachlehre"(Stockh. 1814); Broocmann's „I.ärobolc" (Stockh. 1813), und namentlich desunglücklichen Eollner (er wurde später gemüthskrank) „Kürsöle i' »vensic.-r 8prülc-lürsn" (Stockh. 1812), und Desselben „I.itrobole i »v. 8pr." (Stockh. 1815), vonden im Sinne der schwedischen Akademie abgefaßten (z B. von v. Pfeiff) wesentlichabweichen. Das Studium des Isländischen, das immer größere Liebe findet (mandenke an Winter, „Oe «rigine et nnt. linHuae ouee. i»o»um", Stockh. 1802,4.,an Lindfor's „Einleitung zur isländischen Literatur und deren Geschichte im Mittel-alter", 1824, meist nach dänischen Quellen gearbeitet, dann an Liljegren's „Xor-lliülea k'ornülll tlselte 8aA»r", Stockh.1817, und Desselben „diorllisien kornlem-ningsr", Stockh. 1819— 22), kann nicht ohne den fühlbarsten Einfluß auf dieAusbildung der Sprache bleiben, zumal da es mit der Zeit zusammenfällt, wo mandurch Beachtung der vaterländischen Denkmäler zu allen anklingbaren Salten dervaterländisch gesinnten Herzen reden läßt. — Spuren jener verwälschten Zeit sindaber in der schwedischen Literatur — dies Wort in der engern Abgrenzung des franz.Sprachgebrauchs verstanden — noch viel zu finden. Leider war die Dichtkunst vonden ersten Anfängen ihrer Regung an zu sehr getrennt von dem Nationalgesang,dessen nach und nach verklungene Strophen man jetzt mit rübmlicher Beeiferungaufspürt (man denke an „Jsmals Hochzeit", ein altfaroisches Lied, von GumaliuSbearbeitet, im 10-Hefte der „Iduna" u. s. w., an die von Geijer und Afzelius her-ausgeg. „8ven»Ieu l'olkvikwr" (Schwedische Volksweisen), Stockh. 1814—16,3Bde., und an die „Schwedische Volksharfe", mit einer Beilage von Norräna-liedern und Melodien von Studach, Stockh. 1826). Hatten Dichter von Werthsich nach der Kirchenverbesserung des geistlichen Gesanges angenommen, der erstdurch I). Wallin (Bischof der königl. Orden zu Stockholm) zwischen 1811—20Gegenstand der Beachtung wurde, so wäre vielleicht dadurch ein Band gefundengewesen, wie Dichtkunst aus einer gelehrten Schulübung oder aus einer angeneh-men Erheiterung geschickter Sprachkünstler sich zum wahren Leben erhoben halteaber bald war es ein kaltlassender Versuch nach elastischem Vorbild, wie bci Stjern-helm's „Hercules" (den nach vielfältigen Aufl. zuletzt Silverstolpe mit wichtigenEinleitungen zu Strengnäs1808, 4., bckanntmachte; Stjernhelm's Werke erschie-nen Stockholm 1819 vereinigt), bald seltsamliche Wagestücke eines rohen Talents,wie bei I. Thomasson Bureus (1568-82), bald die trockenen, doch frommgesinn-ten Lehrgedichte Haquin Spegel's (1645—1713), die vy» vorn herein als Mustersich h!»stellten und das Volk bei Versen kalt ließen, welche freilich auf keine Weiseauf den Ruhm von Gesängen Anspruch machen konnten. Zur Bezeichnung jenerftühern Periode der poetischen Thatigkeit verweisen wir auf E. Carleson's „1 »rsölctil 8» 8icsI,Iellon8teu8 upiifelpaniie kloelc" (Stockh. 1737, 2Bde., 4.)._Olvf