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10 (1830) Schw bis Sz
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Schwedische Sprache und Literatur

gedeihen kan». Weder an der zahlreichen, aber rohen Geistlichkeit, die bloß aufäußere Mittel ihrer Sicherstellung bedacht schien, noch an den Königen fanden Cul-lur und Humanität kräftige Beschirmer, noch konnten sie sich durch günstige Ver-hältnisse selbständig entwickeln. Wenn einheimisch schwedische Saga oderSkaldcn-gesang diese düstere Vorzeit erheiterten und belebten, so sind sie unbemerkt verklun-gen; denn noch sind die Ausländer Saxo und Snorre als die einzigen Bewahrerder kärglichen Nachrichten bekannt, die über Schwedens älteste Zeiten einige Aus-kunft uns geben. Erik Olafsen's schwedische Chronik, aus dem Ende d. 15. Jahrh.,in lat. Sprache, folgt zu sehr des Joh. Magnus (1488—1544) Rcimchronik undFabeln, um für diese früheste Periode Wichtigkeit zu haben, zumal in der Weise,wie sic bekanntgemacht worden ist; dafür hat die schwedische Geschichte in den altenProvinzial-und Landcsgesetzen und im „KimunA.a ob' llükriinA-r Ltirilav" (derKönige und Häupter Regiment, einem Fürstenlpiegcl aus dem Ende d. 14. Jahrh )eine Sammlung von Urkunden, die dem Forscher von Werth sind. In der neuernZeit hat der von Geijec 1811 gestist. Gothische Bund das Interesse für das Hei-misch-Alterlhümliche lebhaft geweckt und Forschungen angeregt, die gewiß nichtohne Gewinn für die Literatur sein werden, zumal da der seit 1808 von Attcrbemangeregte Aurorabund diesem Streben vielfach vorgearbeitet hatte. Seele des Gothi-schen Bundes ist jetzt Jakob Adlerbcth (Sohn dcs später zu erwähnenden Dichters),der Redacteur der „Iduna", dessen unermüdctes Streben mit Afzelius's (Hofpre-diger zu Enköping), des Herausg. der beiden Edda in der Originalsprache und deralten Volksromanzcn, Bemühen sich vielfältig berührt.

Erst mit der Reformation beginnt die Geschichte der schwedischen Sprachenach häufiger vorliegenden Denkmälern; doch lassen die neuern eifrigen Forschun-gen noch häufige Lücken in ihrer frühern Entwickelungsgeschichte. Die Reformation,die Übersetzung der Bibel (Altes Testament von Lor. Andreä, Stockh. 1526, Fol.,und A. und N. Test, von Ol. und Lorenz Petri, Upf. 1541, Fol.), die vielfältigenHandels- und staatsrechtlichen Verhältnisse mit Deutschland, selbst die Kriege unddie Könige aus deutschen Geschlechtern, führten eine Begünstigung der Deutschenin der Bildung der schwedischen Sprache herbei, die an der Bibelübersetzung nachLuther und in den bald folgenden andern Übertragungen einen schwachen Haltpunkthatte. In der Mitte des 17. Jahrh. und später wandte sich der Eifer der schwedi-schen Gelehrten dem Altnordischen zu — man denke an Ihre, Rudbek —, aber sieschrieben Lateinisch, und Christinens kurze Regierung legte den Grund zu einer Be-günstigung des Ausländischen, meist Französischen, das in den später eintretendenunruhvvllen Zeiten sich bei der Vernachlässigung der Umgangssprache vordrängendbehauptete. Wichtig für die Geschichte der schwedischen Sprache und Literatur warddie Zeit Louisens Eleonorens, der Schwester Friedrichs II., die den ererbten Sinnfür gebildete Unterhaltung ihrem neuen Vaterlandc zubrachte. Die von ihr 1753begründete Akademie der Wissenschaften zog es vor, ihre Gesellschaftsschristen inschwedischer Sprache bekanntzumachen, und verschaffte so der skandinavischen Rededie Beachtung der Gelehrten Europas. Diese Periode wird von Olaus Dali»bezeichnet, der, als Dichter wenig bedeutend, der Prosa eine Gewandtheit und einenschillernden Klang gab, der sich als etwas Unechtes und fremd Hinzugekommenesbald auswies. Bei der Vernachlässigung gründlich elastischer Studien machte dieseden Franzosen entborgte Weise zwar eine Zeit lang sich geltend, gewann selbst spä-terhin noch an Beifall, konnte aber doch nicht von Bestand sein. Gustav II I., Da-lln's Zögling, der in sranz. Sprache mit größerer Leichtigkeit sich ausdrückte als inschwedischer, wollte durch die 1786 von ihm gestiftete schwedische Akademie dieLandessprache wieder zu ihrer Würde erheben; aber die Formen, die er der Thätig-keit dieser gelehrten Gesellschaft vorschrieb, sein Beispiel selbst, das so wesentlichwirkte, und die zu sehr begünstigte Ausländerei in Sitte und Denkart ließen vor-aussehen, daß die mehr scheinbaren als ernstgemeinten Anstalten ohne Erfolg sein