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10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
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36 Schwedische Sprache und Literatur

v. Dalin, in Holland zu Vinbcrga 1708 g-b., gebührt der Ruhm, in Schwedensschöner Literatur durch s. Zeitschrift „Argus" (1.733—84) eine Aufregung hervor-gebracht zu haben, die um so wohlthätiger wirkte, weil sie die Augen mehr von demtraurigen Bilde des durch Adelsfactioncn zerrissenen Landes abzog. Merkwürdiggenug zeigte in dieser Periode der Schlaffheit und Entwürdigung, besonders derhöhern Stande, Schweden für wissenschaftliche Begründung eine Tüchtigkeit, deres in später» Zeiten kaum gleicbgekommen ist, die es nie wieder übertroffen hat.(Es reiche hin, Linnö s1707—78), Ihre, Lagerbring zu nennen.) Damals be-mächtigte sich Dalin in Schweden des lesenden Publikums, das er durch Witz,Glatte der Sprache und Eingehen in den französircnden Zeitgeschmack bedeutenderweiterte, namentlich seit er durch s. Antheil an der von Ulrike Eleonore gestiftetenSchwedischen Akademie auch äußerlich darauf einwirken konnte. Er begründete denVorgefundenen Geschmack am Französelnden so fest, daß die neuern Versuche, ihnzu entfernen, selbst Unbefangenen Besorgnis) vor vielfältigen Reibungen einflößenmußten Unter s. Gedichten ldie besteAusg. s. „Poetischen Werke", 1782, 2 Bde ),die bloß, um die Zofen an Louisens Throne zu ergötzen, zuweilen einen Ausflugnahmen, galt die „Feier der schweb. Freiheit", 1742, für musterhaft. Seine pro-saischen Werke, z. B- seine „Rcichsgeschichte" (Stockst 1747, 3 Thle., 4.), habenmehr stylistischen Werth als kritisch nachweisliches Verdienst. Und doch war Da-lin 's Beispiel (er starb 1763 als Hofkanzler) nur zu verführerisch. Ec hatte Poesiezu einer Art Hofunterhaltung gemacht, die von schöngeistischen Eirkeln (vittre)wetteifernd gepflegt ward, aber nur von Wenigen veredelt. Unter solchen Zeitge-nossen erhielt Frau Hedw. Karol. Nordenflycht (st. 1763) den Namen der schwe-dischen Sappho („Tstvaläa arbeten", Stockst 1778). Auszeichnung verdienenjedoch Graf». Creutz (s. d.) und s. Freund Gyllenborg, die mit cigcnthümlichemTalent den verbrauchten Formen Leben gaben. Des Letztem (er starb 1808) ge-schichtliches Epos: „Taget »kver Hält" (Stockst 1800), sowie sein Lehrgedicht:„Törsöle oin 81eal«lelron8ton" (Stockst 1798), werden seinen Namen erhalten(„Klrriktor", Stockst 1795 fg.). Die Zeitgenossen Gustavs I!I. und zugleich seineliterarischen Vertrauten Kcllgren (gest. 1795), Oxcnstierna, der Übersetzer von Mil-ton (gest. 1818), und Leopold (Staatssecretaic und Grvßkreuz des Nordsternordens,starb 1829), folgten der Richtung, die Dalin angegeben, und die der König als dieeinzig heilbringende erkannte. Gustav nahm selbst mit Glück an dem Bestrebender Schriftsteller s. Volks Theil, wurde aber bei der Einseitigkeit seiner Ansichtenund bei dem Haschen nach Prunk den freien Regungen des Talents mehr beschran-kend. Am allermeisten Einfluß übte Kellgren, der, elastisch in s. Dramen, durchs. Zeitschrift: „Stockholms Post" (1778 fg.), durch Spott über die Auslandereider Umgestaltung der Begriffe verarbeitete, die jetzt mit entschiedenem Erfolge inWirksamkeit tritt. Unabhängiger noch in seinem Dichten zeigte sich Bened. Lidner(gest. 1793), dessen gefühlvolle, Höheres athmende Gedichte in offenem Wider-spruche mit den Leidenschaften waren, die seinem Leben so früh ein Ende machten.Auch Thorild (1759—1808) gab durch s. Bemühen dem Dichterischen eine wür-dige Richtung („8aml. 81er.", Ups. 1819, 2 Thle.). Aber aus sich selbst hervor-qehcnd und aus dem Geiste des Volks, zeigte nur Karl Mick. Bellmann (geb.1741, gest. 1795) sich in heitern, lebenvollen Gedichten. Seine das tägliche Be-wegen der schwed. Verhältnisse umfassenden Darstellungen sind von einer Wabrkeitund Frische der Färbung, von einer Fülle der Phantasie und von einer Reinheitder Empfindung, daß ihm vor Allen seiner Zeit und seines Volks der Ruhm einesoriginellen und volksthümlichcn Sängers — denn er sang wirklich seine Lieder undbegleitete sie mit entsprechenden Weisen —, des ersten vaterländischen Lyriker« ge-bührt. („Laeclii Tempel", 1783 ; „8imi8 Illigtid", 1787; „Tr eil in an I-'.pistlar-icli 8ängcr", 1791; „Tr. Uanllalerikter", Upsala 1813; „8IeaI(Ie8t)llIeen",Stockh. 1814, 2 Thle.) Gegen ihn gehalten sind Adlerbeth'ö reinverständige, aber