Schwarzenberg (Karl Philipp, Fürst v.) 13
liegen im Östreichischen. Alle zusammen haben 42 H)M. mit 115,000 E. und be-stehen aus 2 Majoraten. Das erste begreift die fränk. und schwäb., daS zweite ei-nige böhmische Herrschaften. Die Einkünfte des ersten MajoralS betragen gegen
500.000 Gldn. Das Haus ist katholisch und hat seinen Sitz in Wien. Der regierendeStandesherr, Fürst Joseph, geb. 1769, ist kaiserl. Geheimerrath und Kämme-rer. Seine Gemahlin PaulIne, des Herzogs von Aremberg Tochter, verlor ihrLeben zu Paris (1. Juli 1810) in dem bei einem von ihrem Schwager, dem Für-sten Karl v. Schwarzenberg (s. d.), veranstalteten Feste entstandenen Brande.Das 2. Majorat, mit60,000Gldn. Eink., besitztFürst Frie.drich, geb. 1799,Sohn des Feldmarschalls. (S. d. folg. Art.)
Schwarzenberg (Karl Philipp, Fürst«.), Herzog von Krummau, kais.östreich. Generalfeldmarschall, geb. d. 15. April 1771 zu Wien, diente schon1789 in dem Kriege mit den Türken, wo er sich durch persönliche Tapferkeit aus-zeichnete, dann fortwährend in den Kriegen mit Frankreich. Beim Ausbruche deSersten war er Adjutant des Grafen Elairfait. In dem folgenden Feldzuge (1793)commandirte ec einen Thcil der Avantgarde des Prinzen v. Koburg. In derSchlacht von Ehateau-Cambresis (d. 26. April 1794) warf er an der Spitze seinesReiterregiments und 12 brit. Schwadronen den Feind und durchbrach eine Linie von
27.000 Mann, daher ihm der Kaiser aus dem Schlachtfelde das Theresienkreuzumhing. 1796warerObersterund Commandant des Kürassierregiments Zeschwitzbei dem Eorps von Wartensleben, und wurde nach dem Siege bei Würzburg Ge-neralmajor. 1799 zumF.-M.-L. ernannt, erhielt er das Uhlanenregiment, welchesnoch seinen Namen führt. In der Schlacht bei Hohenlinden (am 3. Dec. 1800)rettete er mulhvoll sein Eorps von der Gefangenschaft. In dem Kriege 1805 be-fehligte er eine Division unter dem General Mack. Bei Ulm commandirte er denrechten östr, Flügel. Nachdem Alles verloren war, schlug er sich nebst dem Erzher-zog Ferdinand mit einigen Reiterregimentern durch und entkam über Wallersteinund Öltingen, wo er mit seinen Reitern den Weg bahnte, nach Eger in Böhmen.Unter täglichen Gefechten hatte er, von Murat verfolgt, mit diesen Scharen in 8Tagen 50 Meilen zurückgelegt. Die Schlacht von Austerlitz ward gegen seinen Rathvor der Ankunft des Heeres von Benningsen und des vom Erzherz. Karl geliefert.Nach dem Wunsche des Kaisers Alexander erhielt er 1808 die östreich. Botschaft inPetersburg, wo seine Lage bei dem Ausbruche des Krieges 1809 sehr schwierig war.
»- Rußland mußte als Frankreichs Bundesgenosse gegen Östreich kämpfen; FürstSchw. verließ daher Petersburg, nahm an der Schlacht bei Wagram Theil undbefehligte auf dem Rückzuge die Nachhut bis Znaim. Damals wurde er Generalder Eavalerie. Nach dem wiener Frieden wurde er östreich. Botschafter in Parisund leitete die Unterhandlungen über die Vermählung Napoleons mit der Erzherzo-gin Marie Louise. Auf diesem Posten erwarb er sich, besonders nach dem Brandedes Ballsaales bei Gelegenheit eines Festes, das der Fürst zur Feier der VerbindungNapoleons mit der Erzherzogin gab, wo seine Schwägerin, die Fürstin Pauline v.Schwarzenberg, ein Opfer ihrer Mutterliebe wurde, Napoleons Vertrauen in,höchsten Grade, und darum ward er auf dessen Verlangen in dem russischen Feld-züge, zu welchem Östreich nach dem Tractate vom 14. März 1812 ein HülfscorpSzu stellen hatte, zum Befehlshaber desselben ernannt. Dieses 30,000 M. starke
« Eorps wurde i» Galizien versammelt, ging in den ersten Tagen des Juli überden Bug und besetzte am 11. die wichtige Position von Pinsk. Im Aug. erhielt derFürst von Napoleon den Oberbefehl über die auf seinem rechten Flügel operirende Ar-mee und über das 7. (aus Sachsen bestehende) Eorps. Es gelang ihm, gegen Tormas-soff einige Vortheile zu erhalten. Im Ott. mußte er sich jedoch vor der verstärktenrussische» Armee unter Tschitschakoff und Tormassoff unter nachtheiligen Gefechtenins Großherzogthum Warschau zurückziehen. Wahrscheinlich war in diesem Zeit-