8 Schwangerschaftscalender Schwärmer
sen; überdies leiden Schwangere oft an hcrumziehenden Schmerzen, vorzüglich inden Zahnen; zu Krankheiten, welche durch eine erhöhte Lebensthätigkcit ausge-zeichnet sind, zumal zu Entzündungen, Wallungen ic., findet eine große Geneigt-heit statt, vorzüglich lästig sind oft die Venenauftreibungcn an den Füßen und amAfter. Auch verursacht der mechanische Druck des vergrößerten und in seiner Lageund Form veränderten Fruchrhälters nicht selten Beschwerden in der Urin - undStuhlausleerung. — AlledieseVerändcrungen gelten auchalsZcichender Schwan-gerschaft, zu ihnen kommen noch die stufcnweisen regelmäßigen Veränderungen,welche bei Xer inner» Untersuchung an dem Mutterhalse bemerkt werden können;auch der Zustand der Brüste, welche während der Schwangerschaft gewöhnlich stär-ker werden, und in welchen sich eine milchartige Feuchtigkeit einsindet, gehört hierher.Endlich aber wird durch die Bewegung des Kindes, welche die Mutter in der zwei-ten Hälfte der Schwangerschaft fühlt, sowie dadurch, daß man bei der inner» oderäußern Untersuchung das Kind oder Theile desselben deutlich fühlen kann, die Ge-genwart der Schwangerschaft außer Zweifel gesetzt. — So wichtig es auch ist, dieSchwangerschaft frühzeitig genug zu erkennen, ebenso schwierig ist dies doch in man-chen Fällen und vorzüglich in der ersten Hälfte, wo alle Zeichen trügen können.Denn es gibt eine Menge Krankheiten des Unterleibes, welche ähnliche Zufälle alsdie der Schwangerschaft erregen, und die man wol auch unter dem Ausdruck derscheinbaren oder der falschen Schwangerschaft zusammenfaßt. Endlich ist die Schwan-gerschaft sehr vielen Abweichungen von der Regel unterworfen. Die Regeln, dieman den Schwängern in Hinsicht auf ihre Diät gibt, um die Unterbrechung derSchwangerschaft zu verhüten und die Schwängern so gesund als möglich zu erhalten,beziehen sich auf die Luft, Speisen und Getränke, welche nach den gewöhnlichenRegeln der Diätetik bestimmt werden, auf die natürlichen Triebe oder ungewöhnli-chen Gelüste (die letzter» sollen nur mit Einschränkung befriedigt werden), aus dieLeidenschaften, welche sorgfältig zu verhüten sind, die Pbantasie, welche nicht auf-geregt werden soll, weil sich der Verdacht noch erhält, daß dadurch zu dem sogen.Versehen Veranlassung gegeben werden kann, und weil auch durch diese die Ge-müthsbewegungcn leicht zu sehr erregt werden können, auf die gehörige und denKräften angemessene Abwechselung von Wachen und Schlaf, Bewegung und Ru-he, endlich auf die Kleidung, welche vorzüglich den Unterleib und die Brust nichtdrücken soll. Vorzüglich müssen alle Umstände vermieden werden, welche mechanischschädlich wirken, z. B. Stoßen, Fallen, Heben zu schwerer Lasten ic., weil sie leichtzu Fehlgeburten Veranlassung geben. Sodann muß auch während der Schwanger-schaft schon dafür gesorgt werden, daß die Brüste nach derselben geschickt sind, ihrGeschäft zu vollziehen. Endlich müssen die begleitenden Zufälle unangenehmer Artnach den Regeln der Kunst beseitigt oder wenigstens gemäßigt werden. In dieser Hin-sicht sollte nichts ohne den Rath eines Arztes geschehen. Man sehe F. A.v. Ammon'sSchrift: „Die ersten Mutterpflichten" (Dresden 1827), und die von Thom. Lede-rer: „Mutter und Kind, oder Schwangerschaft, Entbindung und Wochenbette rc."(Wien 1826). v. k.
Schwangerschaftscalendcr ist eine Tabelle, in welcher neben jedenTag deS Jahres 2 andre gestellt sind, nämlich der 140. von ihm an gerechnet, undder 280.; so würde z. B. neben den 1. Jan. der 20. Mai und der8.Oct. zu stehenkommen u. s. w. Es dient ein solcher Calendcr zur schnellen Berechnung der wahr-scheinlichen Gcburtszeit, indem der erste jener Tage den der Empfängniß, der 2. dieMitte der Schwangerschaft, also den ungefähren Eintritt der Kindesbewegungen,der 3. den Tag der Geburt angibt. Zuerst wurde ein solcher Calender bekanntge-macht in Carus's „Gynäkologie" (Leipzig 1820, Thl. 2), später erschien er in ein-zelnem Abdrucke besorgt von DeSberger. 16.
Schwärmer nennt man in der Feuerwcrkskunst gewisse nach Art der Ra-