Schwan Schwangerschaft 7
eingenisteten Muscheln, Schnecken u. gereinigt» im Handel in der bekannte» Ge-stalt Vorkommen. — Schwammzunder, s. Feuerschwamm.
Schwan, ein in das Geschlecht der Ganse gehöriger Vogel. Man kennt 4Gattungen: 1) Der stumme Schwan lebt fast in allen Theilen von Europa wild,zieht aber gegen den Winter südwärts. Er dient bei uns zur Zierde der Gewässer;auf dem Lande ist er höchst unbehülflich. 2) Der Ringschwan ist kleiner als der vo-rige, wird selbst aufJsland, Kamtschatka und der Hudsonsbai gefunden, und wan-dert ebenfalls gegen den Winter nach Süden. 3) Der schwarze Schwan ist aufNeuholland einheimisch und bis auf die gelblickweißen Schwungfedern pechschwarz.4) Der schwarzhalsige Schwan wird auf den Falklandsinseln und in der Maqella-nischen Straße gefunden, ist aber noch nicht genau bekannt. — Die durch keineBeobachtung unterstützte Sage, daß der Schwan, der kaum zuweilen einen Tonvon sich gibt, kurz vor seinem Tode einen harmonischen Gesang (Schwanenge -sang) anstimme, hat sich, da sie eine so mannigfaltige und schöne Anwendung zu-läßt, durch die Dichter fortgepflanzt, und bei den Alten war der Schwan, thcils auSdiesem Grunde, theils wegen seiner vermeintlichen Wahrsagungsgabe, dem Apollogeheiligt.
Schwangerschaft ist der Zustand des menschlichen Weibes, in welchemsich im Schoße desselben ein neues Individuum so weit ausbildet, daß es in der Weltdes Lichts und der Luft, getrennt von dem mütterlichen Organismus, bestehen kann.Es beginnt die Schwangerschaft mit dem Augenblicke der Empfängniß (s. d.)und endigt sich mit dem Acte derGeburt (s. d.). Derselbe Zustand wird mit an-dern Namen belegt, wenn er bei Thieren, welche lebendige Junge zur Welt brin-gen, vorkommt; und etwas Ähnliches findet sich auch bei den eierlegenden Thieren.Wir handeln hier nur von der Schwangerschaft im menschlichen Geschleckte. Wäh-rend derselben steigert sich die Lebenslhätigkeit vorzüglich in dem Fruchthälter, wel-cher wahrscheinlich wenige Tage nach der Empfängniß das befruchtete Ei aufnimmt.Die periodische Absonderung von Blut hört dann auf, aber die Gefäße des Fruchk-hälters werden weiter, blutreicher, länglicher, gerader; das Zellgewebe desselben wirdwelcher, schwammiger, die Wände dicker, die Höhle größer. Er verliert die bimför-mige Gestalt, die er im ungeschwängerten Zustande hat, und wird mehr kugelrund.Ec sinkt in den beiden ersten Monaten der Schwangerschaft tiefer in das Beckenherab; alsdann aber steigt er, größer werdend, bis in den 8. Monat so hoch, daßder Grund desselben in der Gegend des Magens äußerlich gefühlt werden kann; indem 9. Monat sinkt er wieder etwas herab. Unterdiesen Veränderungen desFrucht-hälters bildet sich derEmbryo (s. d.) nach und nach aus, bis er in der 40. Wocheden gehörigen Grad der Reife erlangt hat, um, getrennt von der Mutter, leben zukönnen, dann aber erfolgt die Geburt, und die Schwangerschaft ist geendet. —Aber nicht bloß im Fruchthälter, sondern im ganzen weiblichen Körper ist bei gesun-den und nicht verzärtelten Frauen die Lebensthätigkeit gesteigert; Schwangere sindmuthvoller, selbständiger, männlicher, kräftiger, unternehmender als Nichtschwan-gere und behalten diese Eigenschaften auch als Mütter; Schwangere werden seltenervon ansteckenden Krankheiten befallen, die Auszehrung, ander sie vorher litten, stehtwahrend der Schwangerschaft still und macht erst nach dem Ende derselben destoschnellere Fortschritte; Hysterische befinden sich oft während der Schwangerschaftungewöhnlich wohl, Gichtische sind gewöhnlich von ihren Anfällen befreit, manchewerden auffallend fett. Daaegen ist dieser Zustand bei vielen , zumal sonst schwäch-lichen, kränklichen, verzärtelten, zu jungen oder zu alten Frauen oft auch von einergroßen Menge Beschwerden begleitet, welche durch die veränderte Stimmung de«Gefäß - und Nervensystems bedingt und vermittelt werden. Vorzüglich häufig er-streckt sich diese Wirkung auf den Magen, daher Übelkeit, Ekel, Erbrechen, krank-hafte Abneigung oder Gelüste gegen oder nach manchen sonst gleichgültigen Spei-