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10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
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Schwämme 5

ist, daß sie aus den Kcimkörncrn aufgehen; wiewol cs gewiß ist, daß man die so-genannten Champignons in Mistbeeten erzeugt, und daß der Lolotus '1'uber-rister kersoon sich in einer eignen Erdart, dem reinen Töpferlhvn, aus wabr-scheinlich vorhandenen Keimen fortpflanzt, so können wir doch eben diese Keimkör-ner auf keine Weise mit dem Namen Samen belegen, weil der Begriff der letzter«viel zusammengesetzter ist, weil die Samen immer Theile enthalten, die sich wenig-stens beim Keimen entwickeln, und weil der allmälige Fortgang von den einfachenPilzen zu den mehr zusammengesetzten uns zu dem Schluffe führt, daß das allge-meine Leben der Natur in diesen Geschöpfen die ersten Versuche der organischenBildung macht; daher denn zur Erzeugung, wenigstens der einfachsten Pilze, nichtsweiter als Feuchtigkeit, die organisirbar und zur Zersetzung geneigt ist, erfodertwird. Weil die Pilze die ersten Anfänge der Vegetation sind, so gelten bei ihnenauch die strengen Begriffe von Gattung und Art um so weniger, je unvollkomme-ner sie sind, und manche von ihnen haben auch nicht einmal den Charakter deS Le-bens, daß sie der Zerstörung widerstehen oder eigens beschrankte Bildungen darstellen,sondern sie zeigen sich einem krystallinischen Anfluge Zleich und zerfließen ebenso inFeuchtigkeit und Luft, wie sie aus ihnen entstanden waren. Wir unterscheidenjetzt folgende Familien: 1) Staubpilze (Oonlom^votes). Dies sind durchge-hends Kügelchen, längliche oder selbst sternförmige Körper, welche bisweilen geglie-dert zu sein scheinen, oder wenigstens mit einem, zwei oder mehren Qucrstreifenversehen sind. Sie schwitzen aus der Oberhaut andrer Pflanzen hervor, nehmendiese bisweilen, einem Kelche oder einem äußern Behältnisse gleicb, mit sich, ha-ben aber, und dies ist ihr wesentlicher Charakter, nie eine eigne Hülle. In zahl-loser Menge erscheint der Skaubrand (Ifredo) auf den Blattern der Pflanzen.Dies ist in der Thal die allereinfachste Art der Vegetation, da er aus bloßen trübenKügelchen besteht. Kommt ein Qucrstreifen In diesem Kügelchen vor, so ist esvieseoma länle, sind mehre Qucrstreifen, und sind die Körperchen selbst länglichund wie gegliedert, so ist es kuveinia, wozu der Rost an dem Halme und denBlättern des Getreides gehört. Oft hat ein Staubpilz eine Unterlage, diese ge-bört ihm zum Theil cigenthümlich, es ist entweder eine gallertartige, aus denPflanzen ausschwitzende Masse, worin die Keimkörner eingebettet sind, wie beikoilisoma und K/innonparaiiAnii» länie, welche sich an unfern Wachholderstäm-men häufig genug finden, oder jene Unterlagt besteht in einem festen, unförmlichzelligen oder faserigen Stoffe, auf welchem die Körner gleichfalls aufliegen, wie beiLxooporium luinic. Nicht selten bleibt es aber auch bei der Entfärbung, Zersetzungund fremdartigen Ausbildung der Oberfläche, ohne daß sich Körner darauf anlegten.Alsdann nennt man solches Erzeugniß X)Ioins, wovon man auf Ahorn- und an-dern Blättern häufig Arten findet, die als schwarze und etwas harte Flecken erschei-nen. 2) Fadenpilze oder Byssoiden (bI^pi>om)-veto8^Iart.,Xematcnli)-viXee«) sind Pilze, die nicht bloß aus Kcimkörncrn, sondern auch aus eignen Fädchenoder Röhrchen bestehen, welche letztere häufig gegliedert sind, und deren Gliederbei einigen Arten wenigstens sich als Keimkörner selbst ablösen. Auch diese Pilzeerscheinen auf faulem Holze, als Schimmel auf Früchten, auf Blättern, und selbstauf andern Schwämmen. Zu ihnen gehören die Gattungen K/88U8, Uavoäium,Vvinstimn, .Nonilia etc. In dieser Gruppe ist die einfachste Zusammensetzungder beiden Formen, die das Wasser hervorbringt, wenn es pvlarisch auscinander-weicht, oder wenn cs belebt wird, nämlich die Kugel-und die Fadenform, welchebeide wir in jedem Bildungssaflc der Bäume, und sogar in dem Schneewafser derFelsen bemerken, wenn es über schwarze Erde herabträufelt. Hier nennen wir esRaooäium rupestre.3) Bauch Pilze (kastrom^vetes). Immer zusammen-gesetzter wird der Bau, denn hier sind die Kügelchen der Staubpilze entweder allein,oder an eignen Fäden hängend, also als Fadenpilze, in eignen Behältnissen, die man