Querpfeife Qucsnay 6)9
Schneewasser, sodaß ein beständiger Kreislauf des Wassers auf der Erde stattfin-det. Die Quellen selbst sind von verschiedener Beschaffenheit. Der Grad der Rei-nigkeit ihres Wassers hangt von den Erdschichten ab, durch welche sie fließen. Diereinsten und klarsten Quellen entspringen meist in den beträchtlichsten Höhen, unddas eigenkhümliche Gewicht ihres Wassers kommt dem vom Regenwasser am näch-sten. Das gewöhnliche Quell- und Brunnenwasser ist mit mehr oder weniger mi-neralischen Materien, insonderheit mit Gyps, Kalkerde oder salzigen Theilen an-geschwängert. In Rücksicht der Wassermenge, welche die Quellen liefern, theiltman sie in gleichförmige und periodische. Die erstem geben mehrentheils zu allenZeiten immer gleich viel Wasser; die letztem wechseln ab, indem sie bald schwächer,bald stärker fließen; manche versiegen zu gewissen Zeiten ganz. Auch findet manhier und da Quellen, welche stundenweise ab- und zunchmen. Die Quelle von Fon-sanche bei Nismes fließt täglich etwas über 7 St. und setzt an 5 St. aus. Die vonColmars in der Provence setzt allemal in der 7. Minute aus. Ihr Wasserstrahl hatdie Dicke eines Arms und ward 1755 bei dem großen Erdbeben, welches Lissabonzerstörte, in eine beständig fließende Quelle verwandelt. Erst 1763 sing sie wiederan auszusetzen. In der Schweiz findet man mehre aussetzende Quellen. Man lei-tet diese Erscheinung mit der größten Wahrscheinlichkeit von kleinen Berghöhlcn oderWasserbehältern her, die sich von oben anfüllen und seitwärts durch hebcrsörmigeRöhren oder Canäle wieder leeren. Diese Heber leeren die Behälter nur bis an diewagrechte Fläche ihres Berbindungspunktes aus, hören dann auf zu fließen undsangen erst wieder an, wenn der Schenkel amBehälter bis auf seinen höchsten Punktgefüllt ist. Bei stärkerm Zuflüsse, z. B. nach heftigem Regen, muß natürlich dieZwischenzeit verkürzt werden. Gibt es in dem Behälter einen heberförmigen Canal,der das Wasser von der Quelle ab nach einem andern Orte führt, so kann eine solchebei trockenem Wetter fließen und beim Regen still stehen. Auf Island finden sicheinige Quellen, die ihr Wasser nur stoßweise von sich geben, wobei wahrscheinlichunterirdische Dämpfe wirken. Zn Frankreich will man in manchen KüstengcgendenQuellen bemerkt haben, bei denen sich der Einfluß der Ebbe und Flut äußert.
Querp seife (pitt'aro, auch il-ruto pioeolo), eine kleine Flöte oder Pfeife,welche gewöhnlich mit der Trommel begleitet wird. Sie wirb wie die Flöte into-nirt, unterscheidet sich von dieser aber dadurch, daß sie durchgängig gleich weit ge-bohrt ist, keine Klappen hat, viel kleiner ist und um eine Octave höher steht, daherOctavflöte, auch einen ungleich schärfem und schreiend durchdringenden Ton hat.Ihr Umfang geht vom zweigestrichenen bis zum viergestrichenen 6. Jetzt wird siehäufig im vollen Orchester und zwar nicht bloß bei militairischer Musik gebraucht.
Querstand, unharmonischer, nennt man die fehlerhafte Fortschreitung von2 Stimmen, in welcher ein Ton der einen Stimme unmittelbar darauf in der
andern durch ein chromatisches Zeichen verändert vorkommt, z. B. ^
Quesnay (Franoois), Leibarzt LudwigsXV., Akademiker, war 1664geb., widmete sich der Chirurgie und Medicin, und übte dieselben in Paris mitgroßem Erfolge aus, bis er als Leibarzt in die Dienste des Königs trat, der ihn sehehoch schätzte und ihn nur „seinen Denker" nannte. Er ist berühmt als Urheber oderwenigstens als eifriger Beförderer des physiokratischen Systems (vgl. d.),welches, fast gleichzeitig mit der Encyklopädie, also um die Mitte des vor. Jahrh ,die öffentliche Meinung in Frankreich auf nothwendige Reformen in der Staats-wirthschaft aufmerksam machte. Q. schrieb darüber, in Verbindung mit Mira'beau (dem Vater): „Lleruen« <le I» plülosopkie rurale" (1768, 12.). Außer-dem verfaßte er mehre chirurgisch-mcdicin. Schriften. Ec starb den 16. Dee.1774. Siehe über ihn und sein System Laharpe im „6ours <le litteia-ture" (14. Bd.).
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