Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
919
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Psalmodie Pseudo Hl 9

i Geist durch elegischen oder idyllischen Ton, oder durch eine geschichtliche Thatsachc,k oder durch weise Lehrsprüchc eigcnlhümlich gestaltet ist. Di? meisten haben die Ge-

» betsform, oder beginnen oder enden als Gebet, und sind, sie mögen Klage. Trauer

» oder Trost aussprechen, Ausdruck des tiefsten Gottvertcauens, der lebendigsten Zu-

> verficht. Die Sitkenlchre ist rein, und nur in mehren, besonders David'schen Trauer--j gesängen, Kriegs- und Siegsliedern, durch Groll und Haß gegen die Feinde, durch! einen nicht selten unfreundlichen Nationalstolz entstellt. Alle aber find wahre Na-

> tionalgcsangc, und die meisten von reinem religiösen Gehalte. Sie gehören demHöchsten und Erhabensten an, was je die Dichtkunst erzeugte, und das heilige Lichtder Offenbarung, der begeisternde Glaube an den ewigen wahren Gott verbreitetüber sie einen Hellen Glanz und erfüllt sie mit tiefer Innigkeit. Man muß sie nichtvergleichen wollen mit andern lyrischen Gesängen der Borwelt; sic sind ein ganzeigenthümliches und herrliches Gewächs des heiligen Landes, in dem der Offenba-rung Stimme am lautesten erscholl und am reinsten bewahrt ward. Biele werdenin ihren besonder« Beziehungen durch die Geschichte aufgehellt und erklärt, und diesegeschichtlichen Beziehungen muffen deshalb ausgesucht werden. Doch würde manzu weit gehen und leicht den rechten Sinn sich selbst verdunkeln, wenn man Allesgeschichtlich deuten wollte, da offenbar Vieles sinnbildlich, Andres, obwol seltener,

. allegorisch, Vieles auch prophetisch mehr auf die Zukunft als auf die Vergangenheit

s hinweisend ausgesprochen ist. Einige sind bei ganz bcsondern Zeitbcziehungcn für

i uns minder erbaulich, die meisten aber, reich an Erhebung, Trost, kindlicher Zuver-

sicht, freudigem Gottvertrauen, Zeugnisse von Demuth und bußfertiger Seele,eignen sich cbensowol für christliche Gesangbücher, wie sie in der Bibel selbst unStief und innig ergreifen. Übrigens enthält die Sammlung unserer Psalmen im A. Z.

! keineswegs den ganzen Liederschatz der Hebräer. Nicht nur sind die Salomo'scheuLieder für uns verloren, sondern im A. T. selbst werden noch manche erwähnt, diesich in unserer biblischen Sammlung nicht finden. Diese war zwar zu heiligem Ge-brauche veranstaltet, aber enthält gewiß auch nicht alle hebräische Religionsgesänge.Die Psalmen sind poetisch nachgebildet worden von I. 2t. Cramer und einige vonHerder; die neuesten übersetz, sind von Eichhorn, de Wette, Stuhlmann, Schärcr(Bern 1812), Lindemann, Reinhard (herauSg. von Hacker, Leipz. 1813). Nach-mals hat man auch erhabene religiöse Lieder neuerer Dichter Psalme genannt, wiewir u. a. von Klopstock einige herrliche besitzen. Xe.

Psalmodie bezeichnet sowol das Singen der Psalmen mit Musikbeglei-tung als die Melodie des Psalmengesanges. Man hatnuch wol den Psalm selbst,inwiefern er gesungen wird, eine Psalmodie genannt Obschon uns die alte Gesang-weise der Psalmen, wie sie bei den Juden üblich war, unbekannt ist, so hat doch je->

- der Psalm in sich einen vorherrschenden Gesangston, eine ihm inwohnende Melodie,k die durch die Musik hervorgehoben wird und auch in den Sangweisen der übersetztenk Psalme in unfern altern Gesangbüchern meist sehr richtig ausgedrückt ist. Xe.

8 Psaltkr, das musikalische Werkzeug, zu dem die Psalme gesungen wur-

k den, das den Gesang begleitete. Es war ein Saiteninstrument, wie man glaubt,

^ der Harfe ähnlich ; doch wurde es vielleicht geschlagen und hatte insofern wol mehrÄhnlichkeit mit einem Hackedretc. Nach biblischem Zeugnisse (besonders nach Ps.

? 33, 2) hatte es 10 Saiten. Doch konnten andre Arten desselben auch weniger ha-

! den. Auch das Psalmbuch, die ganze Sammlung der Psalmen, heißt dcrPsaltrr.

Endlich nannte man so einen besonders langen Rosenkranz, den die Nonnen einigerk Orden führten. Xe.

k Psammitich, Psammetich, s. Ägypten.k> Pseudo, ein griech. Wort, welches man Namen und Worten versetzt, um

h dadurch etwas Unechtes und Falsches auszudrücken. So heißt P se u d o n y W, was

> Mn falschen Namen führt, ein Buch, das unier falschem Namen geschrieben ryirh