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8 (1830) O bis Q
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Ostreich (Geschichte s.it 1815)

Zur Vollendung der Alpenstraßen über den Splügen und den Sc.-Bernardln schloßOstreich am 20. Mai 1824 einen Vertrag mit Sardinien, welchem die CantoneGraubündten und Tessin beigctreten sind. Der Canal von Wien bis an die unga-rische Grenze ward eröffnet, und ein andrer von Wien nach Triest begonnen, der dieDonau mit dem adriatischen Meere verbinden soll. *) Auch ward 1820 der Canalvon Mailand nach Pavia vollendet, der Mailand mit dem adriatischcn Meere ver-bindet. Böhmen, das im Anfänge des 19. Jahrh. nur 61 Meilen Kunststraßenhatte, zählt jetzt deren an 240, unter welchen die Kaiser-Franz-Straßc bei Karlsbadein wahres Römcrwerk ist. Die Verbindung der Donau mit der Moldau wirddurch eine Holz - und Eisenbahn bewerkstelligt, die von Mauthausen in Oberöstrcichbis Budweis in Böhmen, 66,000 Klaftern oder 16^ Meile lang, über das Gebirgeführt.") Dadurch wird die Elbcschifsfah rt (s. d.) nicht für Böhmen allein,sondern auch für die südlichen Erbländer erst recht wichtig werden. Die Schifffahrtauf ver Donau und der Handel in die Türkei waren den östr. Unterthancn bereitsdurch den 1818 mit der Pforte abgeschloffenen neuen Handelstractat frrigegebenworden; zugleich erhob sich der Seehandel im mittelländischen Meere. In demFreihafen Triest laufen jahrl. an 2200 Schiffe aus und ein, und schon 1820 besaßder Staat, welcher 1815 nur 157 patcntirte Fahrzeuge zahlte, ohne die Küstenfahr-zeuge, 528 Kauffahrteischiffe, mit 110,500 Tonnen Last, 6886 Matrosen und2869 Kan. Zum Schutze des Handels ward die Seemacht vermehrt, und der Kai-ser errichtete zu Venedig, das vom Fcbr. 1880 an ein Freihafen wurde, ein Marine-cadettcncollegium. Mit der Vermehrung des Nationalwohlstandcs überhauptverbreitet sich ein edler Gemcingcist über fast alle Gegenstände des inncrn Volks-lebens. Jede Provinz der großen Monarchie hat davon Beweise gegeben. Wieviele ständische Unternehmungen und gemeinnützige Privatvereine zahlt nicht alleinBöhmen! Der neueste Verein dieser Art, die für Ostreich am 18. Oct. 1824 auf80 I. errichtete Brandversicherungsgesellschaft, hat ein Grundvermögen von 2Mill.Gldn. Conv.-M.

In Hinsicht der geistigen Cultur ist Mchrcs geschehen, was thcils denwissenschaftlich-praktischen und den technischen Unterricht erweitern, theils denGeist der Studien vor freisinnig-irrigen oder gefährlichen Ansichten bewahren soll.So ward im Aug. 1819 das Besuchen auswärtiger Universitäten verboten, undam 25. Sept. 1819 eine höhere evangcl.-theologische Lehranstalt im Jnlandc unge-ordnet. Diesestheologische Scminarium für die Religionsverwandten der augs-burgischen Confessivn" in Wien wurde am 2. April 1821 eröffnet. Die Lehrstühlefür beide Consessionen werden mit inländischen Theologen besetzt, und die Aufsichtüber das Ganze führen die beiden evangel. Consistorien. Gleichzeitig nahm dieRegierung 50 von den aus Rußland 1820 vertriebenen Jesuiten in Galizien aufund räumte ihnen das große Dominicanerkloster zu Tauwpol ein; auch durftensic Lyceen errichten, oder schon bestehende mit Lehrern versorgen. Am Ende

*) Das Haus Fries und Comp, pachtete 1822 die bereits fahrbare Strecke desviedcröstreich. Schifffahrtscanals und übernahm die Fortsetzung desselben bis ans adria-tssche Meer mittelst Errichtung einer Aktiengesellschaft.

") Der Prof, am polytechn. Jnstit. zu Wien, Franz. Ant. Ritter v. Gerstncr(dessen Water, damals Prof, der Math, und Mechanik zu Prag, die Sache schon 1807in Antrag gebracht, und 1813 näher entwickelt hatte), hat vom Kaiser am 7. Sept.182t ein Zvjahr. Privileg, zur Erbauung einer solchen Bahn erhalten. Ein Pferdzieht 2 aneinandcrgehängte Wagen, die zusammen eine Ladung von 100 Ctrn. haben,auf der Eisenbahn hin und her; auf der Holzbahn zieht ein Pferd 60 Clnr. im ge-wöhnlichen Schritte. S. G.'rstner:Über die Erb. einer Eisenbahn zw. d. Moldau undDonau" (Wen 1824). (Wgl. Moldau- und Do n auv erb in d u n g.) Eine dritteEisenbahn im Ostreich., welche durch Arven ausgeführt wird, ist die zwischen der Donauund dein Gmündersce von Linz nach Gmsinden, zn welcher der Ingenieur Franz ZolgfM rin 5kWr. Privilegium erhielt.