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Cyrus
Tage verurtheilt, abgesetzt und für einen neuen Judas erklärt. Cyrillus wurde be-schuldigt, daß er, um seine Absicht zu erreichen, die Urkunden und Unterschriften der! Bischöfe verfälscht habe. Bald darauf kam der Patriarch von Antiochien an undhielt eine Synode von 50 Bischöfen, die mit gleicher Übereilung C. vcrurtheilten,
- ihn der Ketzerei beschuldigten und für ein zum Verderben der Kirche geborenes Un-geheuer erklärten. Beide Parteien griffen zu den Waffen, die Straßen der Stadti und selbst der Dom wurden mit Blut befleckt. Der Kaiser Theodosius sandteTmppen nach Ephesus, um dieses Concilium der kämpfenden Kirchenväter zu tren-nen. Aber diese Maßregel änderte nur den Schauplatz des Kriegs, der zwischenl Johann von Antiochien und Cyrillus noch 3 Jahre fortwährte. Bald darauf^ wirkte Nestorius, der nicht gemäßigter als C. war, einen Befehl vom Kaiser aus,
^ wodurch derselbe wieder nach Ephesus zu einer Synode beschicken wurde. BeideTheile erschienen mit bewaffnetem Gefolge; C. wurde gemißhandelt und sogar ein-gekerkert, entkam aber seinen Wächtern und floh nach Alexandrien. Von dort ausbewirkte er durch Bestechung einen Ausstand in Konstantinopcl, der den furcht-samen Kaiser in Schrecken setzte. Man unterhandelte; C. wurde bewogen, seinAnathema zu mildern und wider Willen eine zwiefache Natur in Christus anzu-erkennen. Da Nestorius aber nicht von seiner Meinung abgehcn wollte, so mußteer seinem Amte entsagen und sich zunächst in ein Kloster zurückziehen. Späterwurde er nach Thebais verwiesen; er starb 339 oder 340. Cyrillus endigte seinunruhiges Leben 344. Seine Meinung behielt im Morgen- und Abendlandc dieOberhand, und die Kirche versetzte ihn unter die Heiligen. Die beste Ausgabe s.« Werke, deren Styl weder Klarheit noch Genauigkeit hat, ist von 1638 in Fol. —
* 3) Der heil. Cyrillus, ausThessalonich gebürtig, heißt eigentlich Kon-stantin und erwarb sich zu Konstantinopel, wo er studirte, den Beinamen des Phi-losophen. Auf des heil. Ignatius Empfehlung sendete ihn der Kaiser Michael HI.zu den Chazaren, einem hunnischen Völkerstamme. Er bekehrte den Khan, aufdessen Vorgang die ganze Nation sich taufen ließ. Dann predigte er zugleich mitMethodicus den Bulgaren das Evangelium und taufte deren König Bojaris 860.Gleichen Erfolg hatten sie in Mähren und Böhmen; noch später gingen sie nachRom, wo sie starben. Nach Dobrowsky's „Cyrill und Methodicus, der SlawenApostel" (Prag 1824) starb C. 868. Nach Xav. Richter's „Cyrill und Method,der Slawen Apostel und Mährens Schutzheilige" (Olmütz 1825) starb C. 871oder 872. Beide Apostel wurden für Heilige erklärt. Die Griechen und RussenÄ feiern das Fest des heil. Cyrillus den 14. Febr. Er erfand die nach ihm benanntenCyrillischen Buchstaben (s. d.) und ist wahrscheinlich der Verf. der Apo-logen, die seinen Namen tragen.
Cyrus, Sohn desKambyses, eines vornehmen Persers, und der Mon-däne, Tochter des medischen Königs Astyages, gründete die persische Monarchie.(Vgl. A ssy ri en.) Als seine Mutter mit ihm schwanger ging, legten die Traum-deuter des Astyages einen seiner Träume dahin aus, daß der zukünftige Enkel ihnentthronen werde, worauf derselbe Befehl gab, ihn sogleich nach der Geburt umzu-bringen. Er wurde zu dem Ende eiru.n Hirten übergeben, der ihn aber aus Mit-> leid auferzog und Cyrus nannte. Sein kühner Muth verrieth ihn dem Könige.
Er hatte in einem Spiele mit andern vornehmen Knaben, in welchem er zum Ober-s Haupte gewählt worden war, den Sohn eines der ersten Männer des Reichs schla-
) gen lassen. Der Vater beklagte sich bei Astyages, welcher den jungen Cyrus zur
Rede setzte Dieser berief sich aber auf sein Recht und antwortete so dreist und klug,dass der König weiter nachforschte und endlich die Wahrheit erfuhr. Von den Ma-, Ziem beruhigt, schickte er den C. freundlich zu seinen Altern nach Persien. Alleinl bald versammelte C. ein mächtiges Heer von Persern und überwand seinen Groß-vater, 560 vor Chr. Gleiches Schicksal hatte der reiche und mäcktige König der
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