Caldara (Antonio) Calderari 377
Schriften sind größtentheils von hohem Werth. Auf der schönen Bauminsel, Gar-den Reach, dem Sommeraufenthalt der reichen Briten, hat die ostind. Gesellsch. ih-ren botan. Garten. Unweit davon liegt dasdän. Serampore (s. d.). Uber Calc.s. „Lite in Inckis, or tlie LnAlioli st llaleuttn" (London 1828, 3 Bde.).
Caldara (Antonio), ein berühmter Componist des 18. Jahrh., 1714 zuVenedig geb. und 1763 zu Wien als Capellmeister gestorben. Seine Kirchencom-posttionen sind noch jetzt in Ansehen.
Caldara (Polidoro), genannt Caravaggio, geb. 1495 zu CaravaggioimMailandischen, kam jung nach Rom, diente erst als Handlanger den in demVatikan arbeitenden Maurem und empfand großes Verlangen, Maler zu werden,indem er Johann v. Udine und die andern in den Logen des Vatikans beschäftigtenMeister arbeiten sah. Er trat in enge Freundschaft mit Maturin von Florenz, derihn mit Rath unterstützte. C. übertcaf ihn bald und befleißigte sich der Verbesse-rung der Zeichnung, wobei er stets die Antike vor Augen hatte. Rafael gebrauchteihn in den Galerien des Vatikans, und hier malte er unter dessen Aufsicht mehretreffliche Friese. Zu Messina vollendete er ein Ölgemälde, welches Christus mitdem Kreuze vorstellt, eine Menge schöner Figuren enthält und seine Fähigkeit,die größten Gegenstände zu behandeln, beweist. Mehr als ein Andrer hat er sichdem Styl und der Manier der Alten genähert, besonders in Nachahmung der Bas-reliefs. Seine Figuren sind correct, schön vertheilt und geordnet, die Stellungennatürlich, die Köpfe voll Ausdruck und Charakter. Aus Allem erkennt man, daßer sich Ruhm würde erworben haben, wenn er mehre größere Arbeiten unternommenhätte. Mit vielem Fleiß behandelte er das Helldunkel, besonders diejenige Gat-tung desselben, welche man Sgraffito nennt. Auch in der Landschaft zeigte erviel Talent. Bei der Plünderung von Rom 1527 floh er nach Neapel; als ervon da wieder nach Rom zurückkehren wollte, wurde er 1543 von seinem Bedien-ten, den das Geld seines Herrn geblendet hatte, ermordet.
Calderari (Kesselschmiede). Diesen Namen gab sich eine der vielen gehei-men Gesellschaften, welche in Italien von der politischen Gährung der Zeit hervor-getriebcn werden. Sie haben in den letzten Zeiten ihren Sitz vornehmlich in Neapel,und zwar mehr in den Provinzen als in der Hauptstadt gehabt, wo sie mit den Car-bonari eine Zeitlang verbunden, dann aber diesen entgegengesetzt waren. Insofernsie nämlich einen politischen Zweck verfolgten, scheinen alle diese Gesellschaften indem Wirken für die Staatseinheit Italiens und dessen Befreiung von auswärtigerHerrschaft eine gemeinschaftliche Grundlage zu haben, allein in ihren Ansichten überdie Mittel und Resultate sich wieder so sehr von einander zu trennen, daß darauseine entschieden feindselige Stellung gegen einander entstanden i st. Über den wah-ren Charakter einer jeden dieser Gesellschaften, worunter die Calderari und Car-bonari (f. d.) die größte Ausbreitung erlangt haben, ist es ebenso schwer, etwasBestimmtes anzugebcn, als über ihre Geschichte. Denn obgleich sie, vorzüglichdie letztem, seit 1817 ihre Statuten und Verhandlungen durch den Druck bekannt-gemacht haben, so sind doch diese Öuellcn theils nicht bis zu uns gekommen, theilsaber schwerlich vollkommen rein und zuverlässig. Von den Calderari erzählt GrafOrloff („Mmoiros sur le ro^-mme cke Nsples", n, S. 286), daß sie gegenEnde 1813 aus den Carbonari entstanden seien. Man habe nämlich dieser Ge-sellschaft, welche zu sehr angcwachsen war, eine neue Form gegeben und dabei eineMenge der bisherigen Mitglieder ausgeschlossen, welche sich nun unter dem Namender Calderari in eine neue Gesellschaft vereinigt hatten und die entschiedensten Geg-ner ihrer alten Mikbrüder geworden wären. Nach der Rückkehr des Königs Fer-dinand nach Neapel habe der Fürst Canosa als Polizeiministcr die Calderari begün-stigt, um die chm verdächtigen Carbonari desto wirksamer zu bekämpfen. Er habesie zu dem Ende neu eingerichtet, in Curien eingetheilt, über welche in jeder Pro-