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2 (1830) Bo bis C
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Caille

Cagots

plomatik anzog. Als er 1782 in Verona sich niederließ, richtete er in seinem Ha»ein Observatorium ein. Von hier aus bereicherte er die Himmelskunde mit manchenEntdeckungen. Nach der Verwüstung s. Sternwarte 1798 durch die Franzosen, d«indeß s. Verlust ersetzen ließen, wanderten si Instrumente nach der Brcra-SternwM,in Mailand; er ließ sich nun bei der Kriegsschule in Modena als Prof, der Stennkünde anstellen. 1814 kehrte er nach Verona zurück und starb dort d. 6. Aug. IWMan schätzt vorzüglich s.Avtinie astronoinictie allst. alt' U8V vomunn" (M,den« 1802, 2Bde., m. K.) und s.Irixonometria piana e steriea" (2.A., D«,logna 1804, 4., m. K.; stanz, v. Chompr«, 2. A., Paris 1804,4.).

Cagots, eine ebenso unglückliche Menschengattung wie die Kretin».Man findet sie im südlichen Frankreich, in der Nähe der Pyrenäen; die mH«find elende Bettler, mit den niedrigsten Arbeiten beschäftigt, von Aussatz, Flecht«und Ungeziefer bedeckt, auf die gröbsten Nahrungsmittel beschränkt, umherschn»send, ohne Wohnung, ohne Kleider, ohne Feuerung in der Winterkälte, nothdürstizmit schmutzigen Lumpen bedeckt, die Nächte im Koth und in Viehställen zubringchvon hagerm, bleichem Gesicht, meistens verstümmelt, an ihren Gliedern gelähm,verachtet, verhöhnt oder bemitleidet, ausgestoßen aus der menschlichen GeselWslals des Lebens unwürdige, viehischen Ausschweifungen ergebene Wesen, unddi,verruchtesten Laster angeklagt, womit das Menschengeschlecht sich bestecken k».In den vorigen Jahrhunderten wurden sie entfemt als Aussätzige, verflucht M,-her, verabscheut, als Menschenfresser und Päderasten; man durchbohrte ihm» duFüße mit einem Eisen, zwang sie als Erkennungszeichen eine Eierschale auf ihmKleidern zu tragen u. s. w. Auch der Name Cagot, welchen Scaliger von»,Avttu« ableitet, ist ein Beweis ihrer tiefen Verachtung. Über die Abstammung dii-ser verworfenen Menschenrasse im Schoße einer der gebildetsten Nativ« duWelt sind die Meinungen sehr verschieden. Am wahrscheinlichsten ist die Ben»thung, daß sie von jenen nordischen Barbaren herstammen, die im 3. undJahrh. in das südliche Europa einwanderten. Genauere Untersuchungen «beihaben gelehrt, daß sie nicht ohne Fähigkeiten sind, nützliche Mitglieder der mensch-lichen Gesellschaft zu werden, und daß man sie zu diesem Zweck nur aus dem Zu-stande des Elends, der Verachtung und des Mangels reißen dürste, welcher siehindert, ihre, wenn auch geringen, Anlagen zu entwickeln und anzuwenden.

Cahorsweine nennt man die zum Verschneiden, d. h. Verbessern an-drer rothen franz. Weine gebräuchlichen Pontacweine, welche theils in Bord«,theils in den Häfen benutzt werden, wohin die leichtern und wohlfeilem ftanjisWeine einen festen Absatz finden.

Caille (Nicolas Louis de la), geb. zu Rumigny unweit Rosoy in Thierachtd. 15. März 1713, studirte auf dem Collegium zu Lisieux und wollte sich dem sch-lichen Stande widmen. Aber um dieselbe Zeit richtete sich seine Aufmerksamkeit autauf die Astronomie, er trug den geometrischen Geist in die scholastische Philosoph»und selbst in die Theologie über, deren Sprache er umändern und deren Sähennach der Weise des Euklides, seines Lieblingsschriftstellers, behandeln wollte. Baldentsagte er der Theologie ganz. Cassini und Maraldi wurden seine Freunde, nnahm mit ihnen gemeinschaftlich die Küsten Frankreichs von Nantes bis Bapomauf. Die Genauigkeit und Geschicklichkeit, welche er bei diesem Geschäfte bewies,

machten, daß man ihn würdig fand, auch an der Messung des Meridians, «onul

man sich zu beschäftigen ansing, Theil zu nehmen. Er begann diese große Am«am 30. Apr. 1739 und hatte in demselben Jahre alle Dreiecke von Paris bis Pn-pignan beendigt; die Basen von Bourges, Rhodez und Arles gemessen; die AzinnOund die Entfernung der Sterne vom Zenith zuBourges, Rhodez und Perpignan be-obachtet und den größten Antheil an der Messung des Längengrades genommen, dabei dem Hafen von Cstte endigt. Während des harten Winters von 1740 deh»