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schied er sich, da man Zweifel gegen seine Orthodoxie erregte, völlig für die Medi-cin. 1701 machte die Universität Leyden ihn zum Lector und Repetenten für Dre-lincourt's Lehrstuhl der Theorie der Medicin; damals hielt er seine erste medicini-sche Rede „Oe oommeiräauäo otuäio Oippovrstisv" , worin er, noch in demersten aus des Hippokrates Schriften geschöpften Eifer, die Richtigkeit der vondiesem großen Manne befolgten Methode beweist und die ausschließlichen Vorzügederselben darthut; wohl ihm, wenn er selbst sich in der Folge nie davon entfernthätte! B. fing damals an, die großen Eigenschaften zu entwickeln, die ihn alsLehrer Allen, die sich dem Unterrichte widmen, zum Muster aufstellen. Manströmte von allen Seiten herbei, ihn zu hören. 1703 hielt er eine andre Rede:„Os U8U ratiovinii meslianioi in meäiviiia" (Leyden 1703). Hier fängt er be-reits an, sich von dem Hippokratischen Wege zu entfernen, und stellt die erstenLehrsätze des fehlerhaften Systems auf, .dem seine großen Talente ausschließlichEingang verschaffen sollten. 1709 endlich konnte die Universität Leyden B. fürseine Verdienste belohnen. Sie ernannte ihn zum Professor der Medicin undBotanik an Hotton's Stelle; und merkwürdig ist es, daß er bei dieser Gelegen-heit eine Rede hielt, „Hiia repurALtae rneclieinav kaoiiis N88eritur simplici-t»8", welche derjenigen an die Seite gestellt zu werden verdient, worin er dasStudium des Hippokrates empfohlen. Auch in dieser will er die Medicin zu ihrerursprünglichen Einfachheit, zur Beobachtung, zurückführen, ganz dem Geisteentgegen, der ihn in seinen Lehrsätzen leitete. Der Unterricht, dem B. sich jetztganz widmete, veranlaßt-ihn, 2 Werke herauszugeben, auf welche sich noch heu-tiges Tages fast sein ganzer Ruhm gründet: „In8titutioas8 ineäicse in U8n»annuas exersitstioni» >Iome8tivo8", und „c1pi>vri8ini äs soAno8ven<Ii8 et vu-r»ncil8 mnrbis in N 8 UIN «loctrin-cs ineclieinae". In dem erstem, einem Mu-ster von umfassender Gelehrsamkeit und von Methode, entwickelt er sein Systemin seinem ganzen Umfange; in letzterm unternimmt er eine Eintheilung derKrankheiten, und setzt ihre Ursachen, ihre Natur und ihre Behandlung auseinan-der. Der Lehrstuhl der Botanik, den B. ebenfalls einnahm, trug nicht minderdazu bei, ihn berühmt zu machen. Wesentliche Dienste leistete er der Botanikdurch die beiden Verzeichnisse der in dem Garten zu Leyden gezogenen Pflanzen,deren Zahl er sehr vermehrt hatte. Man verdankt ihm die Beschreibung undAbbildung mehrer neuen Pflanzen und die Aufstellung einiger neuen Gattungen.1714 ward er Rector der Universität, und sprach bei Niederlegung seines Rek-torats „Oe oomparanilo oerto in pii^8ivi8": eine Rede, die zu feinen vorzüg-lichsten gehört. Am Ende dieses Jahres ward B. an Bidloo's Stelle auch derpraktische Unterricht übertragen, womit er sich schon seit länger als 10 Jahrenbeschäftigte. Die großen Vortheile unserer klinischen Anstalten ahnend > und umdie theoretische Anweisung mit der praktischen zu verbinden, ließ er ein Hospitaleröffnen, wo er 2 Mal wöchentlich, die Krankheiten vor Augen, ihre Geschichteseinen Schülern vortrug, ohne etwas Anderm als allein der Beobachtung zufolgen. So beschäftigt B. bereits war, so übertrug ihm doch 1718, nachLemort's Tode, die Universität noch den Lehrstuhl der Chemie, welche Wissen-schaft er schon seit 1703 lehrte. Er sprach bei dieser Gelegenheit „Oe olieuria8U08 errors8 expurFante". Sind auch die Beziehungen, welche B. zwischender Chemie und Medicin findet, irrig, so gebührt ihm doch der Ruhm, dieChemie allgemein gemacht zu haben, indem er sie faßlich in trefflichen Werkenbehandelte. Seine „Elemente der Chemie" sind vielleicht sein schönstes Werk,und haben, trotz der völligen Veränderung der Ansichten, noch für uns einenhohen Werth. Seine Versuche zeichnen sich durch eine große Genauigkeit aus.Besonders trefflich für die damalige Zeit ist der Abschnitt von den organischenKörpern. — Ein so ausgebreiteter Wirkungskreis erwarb B. einen Ruf, der-